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Trauer am Tatort Cielo Vista Mall.

USA

Ein Deutscher unter den Toten von El Paso

Präsident Obama schaltet sich in Debatte um rassistische Hetze von US-Politikern ein.

Bei dem rassistischen Angriff im texanischen El Paso ist unter den 22 Toten auch ein deutscher Staatsbürger. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts bestätigte am Dienstag entsprechende Angaben von El Pasos Polizeichef Greg Allen. Die Behörden der Grenzstadt haben inzwischen auch mehrere getötete Mexikaner identifiziert. Bürgermeister Dee Margo teilte mit, Donald Trump habe die Hilfe der Bundesbehörden angeboten und werde El Paso am Mittwoch besuchen.

In den USA wächst unterdessen wieder der Ruf nach strengeren Waffengesetzen – und die Kritik an Trump. Der Präsident hatte am Montagmorgen noch über Twitter strengere Überprüfungen für Waffenbesitzer gefordert, Stunden später schien er sich davon wieder zu distanzieren. Das zeige, dass Trump ein „Gefangener der Waffenlobby“ bleibe, monierten führende Demokraten. Sie versuchen seit Monaten, schärfere Identitätsprüfungen von Waffenkäufern durchsetzen, doch die Republikaner im Kongress blockieren das Vorhaben.

Trump verurteilte die verheerenden Bluttaten vom Wochenende in El Paso und Dayton, wo ein Schütze neun Menschen tötete, als barbarisch. Er forderte Gesetzesänderungen, um sicherzustellen, dass psychisch Kranke, die eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen, nicht an Waffen kommen können. „Geisteskrankheiten und Hass ziehen den Auslöser, nicht die Waffe“, sagte Trump. Zudem will er eine Gesetzesinitiative auf den Weg bringen, die die Todesstrafe bei Hassverbrechen in Form von Massenmord vorsehen würde.

Die Demokraten wandten ein, Trump ebne mit seiner eigenen Rhetorik den Weg für Hassverbrechen wie eben das in El Paso. Trump hat das Verhindern illegaler Einwanderung von Mexiko aus zu einem Kernpunkt seiner Präsidentschaft gemacht. Seit Beginn seiner Präsidentschaft wird ihm vorgeworfen, mit seiner aggressiven Rhetorik – vor allem gegen politische Gegner – den Rassismus im Land zu befeuern.

Auch der vormalige US-Präsident Barack Obama hat sich nun eingeschaltet und verurteilt die politisch genutzte Sprache der Angst und des Hasses – er nennt jedoch seinen Nachfolger nicht beim Namen. Obama sagte: „Wir müssen eine Sprache gründlich ablehnen, die aus den Mündern unserer Anführer kommt und ein Klima aus Angst und Hass schürt oder rassistische Vorurteile normalisiert.“

Der in El Paso nach der Tat festgenommene 21-jährige weiße Schütze hat offenbar ein rassistisches Manifest zuvor im Internet veröffentlicht. Das Motiv des 24-jährigen Täters in Dayton, der auch seine eigene Schwester erschoss, ist bislang immer noch unklar. Er hatte bis zu 250 Schuss Munition bei sich, wurde aber schon nach rund 30 Sekunden von Polizeibeamten unter Feuer genommen und dann getötet.

Seit Jahresanfang hat es laut einer Statistik der Organisation Gun Violence Archive in den USA mehr als 250 sogenannte „Mass Shootings“ gegeben, also Fälle, bei denen mindestens vier Menschen durch Schusswaffengewalt verletzt oder getötet wurden. Rechnerisch ist das mehr als ein solcher Fall pro Tag. (dpa)

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