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Deutscher Mieterbund warnt: „Nicht zu empfehlen, gar nicht mehr zu heizen“

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Von: Moritz Serif

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Frau liegt auf der Couch und wärmt Füße an der Heizung
Eine Person liegt auf der Couch und wärmt ihre Füße an der Heizung. (Symbolbild) © Jochen Tack/Imago

Der Oktober war sehr mild, bisweilen fast frühlingshaft. Warum also heizen? Dr. Jutta Hartmann klärt auf.

Berlin – Die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland heizen immer weniger: Laut einer Studie der Hertie School ist der Gasverbrauch in Deutschland erneut deutlich zurückgegangen und zwar sowohl bei der Industrie, als auch bei Privathaushalten. Im September 2022 habe die Industrie ihren Verbrauch um 19 Prozent reduziert – bei privaten Haushalten und dem Kleingewerbe seien es sogar 36 Prozent gewesen.

Warum also die eigene Wohnung beheizen, wenn die Energiepreise nach wie vor so hoch sind und das Wetter bisweilen frühlingshaft und mild ist? Dr. Jutta Hartmann vom Deutschen Mieterbund in Berlin warnt davor, die Heizung nicht mehr auszuschalten, um Geld zu sparen. Mieterinnen und Mieter müssten sich so verhalten, dass die Wohnung nicht beschädigt werde. „Dazu gehört natürlich auch, dass sie genügend heizen“, sagt Hartmann. Auch müsse gelüftet werden. Am besten einmal morgens und abends. „Sonst drohen Schimmel und Feuchtigkeitsschäden“, erklärt sie. 

Deutscher Mieterbund: „Es ist nicht zu empfehlen, gar nicht mehr zu heizen“

Eine Wohnung sollte nicht länger unter 16 Grad abkühlen. Wenn es zu einem Schaden aufgrund falschen Heiz- und Lüftungsverhaltens komme, seien die Mieterinnen und Mieter dafür verantwortlich. „Grundsätzlich müssen sie dann auch für die Beseitigung geradestehen“, so Hartmann. „Es ist nicht zu empfehlen, gar nicht mehr zu heizen“. 

Menschen, die sich die Heizkosten nicht mehr leisten können und sich unter einer bestimmten Einkommensgrenze befinden, empfiehlt der Deutsche Mieterbund sich an ein Sozialamt zu wenden. Diese könnten die Kosten gegebenenfalls übernehmen. Mieterinnen und Mietern rät sie dazu, sich frühzeitig um einen entsprechenden Antrag zu kümmern.

Heizung in der Wohnung tagsüber nicht abstellen

Auf seiner Homepage erklärt der Bund außerdem, dass man die Heizung tagsüber nie gänzlich abstellen solle. Der Grund: Das ständige Auskühlen und Wiederaufheizen ist teurer, als die Wohnung konstant mit einer abgesenkten Durchschnittstemperatur zu beheizen.

Im Wohnzimmer, Kinderzimmer und in der Küche sollten es demnach 20 Grad, im Bad 21 Grad und im Schlafzimmer nachts 14 Grad Celsius sein. Außerdem gelte die Faustregel: Je kühler die Zimmertemperatur, desto häufiger müssen Mieterinnen und Mieter lüften. (Moritz Serif)

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