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Deutsche haben nichts gegen Nackt-Scanner

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Deutschlandtrend im Januar 2010: Barack Obama schneidet erstaunlich gut ab. Seit der Bundestagswahl steigt die Zahl derjenigen deutlich, die einen Abzug aus Afghanistan befürworten. Die Ergebnisse im Detail...
Deutschlandtrend im Januar 2010: Barack Obama schneidet erstaunlich gut ab. Seit der Bundestagswahl steigt die Zahl derjenigen deutlich, die einen Abzug aus Afghanistan befürworten. Die Ergebnisse im Detail... © infratest/dimap

Große Mehrheit der Bundesbürger will statt einer Aufstockung den Abzug deutscher Truppen aus Afghanistan. Trotz vieler Probleme bleibt der US-Präsident Obama beliebt.

Der versuchte Terroranschlag auf ein Passagierflugzeug in den USA an Weihnachten beschäftigt die Deutschen. Der aus Nigeria stammende Attentäter Umar Farouk Abdulmutallab wollte die Maschine der Fluggesellschaft Delta/Northwest mit Hilfe von am Körper verstecktem Sprengstoff zum Absturz bringen.

Reichen die Sicherheitsstandards an den Flughäfen aus? Nur 30 Prozent halten die momentanen Sicherheitsstandards für ausreichend. Zwei von drei Bundesbürger (68 Prozent) meinen dagegen: Die Fluggäste sollten stärkeren Sicherheitskontrollen unterzogen werden. Zu diesem Schluss kommt der Deutschlandtrend vom Januar, den Infratest dimap im Auftrag der ARD-Tagesthemen und der Frankfurter Rundschau erstellt hat.

Obwohl der Detroit-Attentäter auf mehreren Listen amerikanischer Geheimdienste stand, konnte er unbehelligt das Flugzeug besteigen. Solche Pannen sollen künftig durch eine verbesserte Vernetzung der Datenbanken vermieden werden. Dem stimmen 62 Prozent der Deutschen zu. Obwohl Datenschützer und Strahlenschutzexperten erhebliche Zweifel an den sogenannten Nackt-Scannern äußern, plädieren 59 Prozent der Bundesbürger für deren Einsatz. Umstritten ist, ob ein Verkaufsstopp von Alkohol, Parfüm und Rasierklingen in Duty Free Shops die Sicherheit erhöht: 47 Prozent glauben daran, 48 Prozent nicht.

Die Diskussion um den Afghanistan-Einsatz reißt nicht ab. Die Meinung der Bevölkerung ist eindeutig: Eine Aufstockung der deutschen Truppen in Afghanistan lehnen 83 Prozent ab, 71 Prozent fordern der schnellstmöglichen Abzug der Bundeswehr. Die Ablehnung des Afganistan-Einsatzes der Bundeswehr hat sich seit Dezember letzten Jahres nochmals leicht verstärkt. Vor einem Monat sprachen sich 69 Prozent für einen schnellen Abzug aus. Der aktuelle Wert ist der höchste, der bislang zu dieser Frage gemessen wurde.

Im Januar vorigen Jahres hat Barack Obama das Amt des US-Präsidenten angetreten. Während in den USA die Euphorie merklich abgenommen hat, hat Obama für sieben von zehn Deutschen (69 Prozent) die an ihn gestellten Erwartungen erfüllt. Aber die Euphorie war schon mal größer: Im April vergangenen Jahres waren es noch 80 Prozent.

Für die repräsentativen Erhebung wurden vom 4. bis 6. Januar 1000, für die Sonntagsfrage 1500 wahlberechtigte Personen telefonisch befragt. (sru)

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