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Deutsche Bahn und GDL

Deutsche Bahn: Verkehrsminister Scheuer mischt sich in Streik ein

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
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Seit Samstag läuft im Tarifkonflikt zwischen GDL und DB die zweite Streikwelle. Jetzt ist der Arbeitskampf auf den Personenverkehr ausgeweitet worden. 

+++ 14:04 Uhr: Aufgrund des aktuellen Bahnstreiks entschließen sich viele Reisende für eine alternative Reisemethode. Nach Angaben des Vergleichsportals Check24 schnellten die Mietwagenbuchungen in die Höhe. Demnach wurden in ganz Deutschland im Vergleich zur Vorwoche etwa 43 Prozent mehr Leihwagen gebucht. Aufgrund der plötzlich so hohen Nachfrage könnte es zu Engpässen kommen.

+++ 11.15 Uhr: Im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn (DB) hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) beide Seiten erneut aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Er hoffe, „dass die Streikenden und Streitenden durch erneute Angebote der Deutschen Bahn wieder zurück an den Verhandlungstisch kommen“, sagte Scheuer am Montag in der RTL/ntv-Sendung „Frühstart“. „Wir bereiten alles vor, um das zu begleiten“, fügte er hinzu.  

Andreas Scheuer (CSU), Bundesminister für Verkehr fordert zu Verhandlungen auf.

Update 23.08.2021, 08.44 Uhr: Der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, hat seine Absage an den Tarifvorschlag der Deutschen Bahn vom Vortag bekräftigt. Die Offerte der Bahn sei „kein konkretes Angebot“, sagte er im ZDF-Morgenmagazin. Um den Streik im Personenverkehr, der seit den frühen Morgenstunden läuft, abzuwenden, hatte die Bahn am Sonntag Verhandlungen über eine von der Gewerkschaft geforderte Corona-Prämie in Aussicht gestellt.

„Man muss doch wenigstens eine Zahl nennen“, forderte hingegen Weselsky. „Ich schicke meine Leute auf die Züge, um anschließend festzustellen, dass das Angebot für eine Corona-Prämie bei Eins ist? Das fällt aus.“ Die GDL fordert neben 3,2 Prozent mehr Geld unter anderem auch eine Corona-Prämie in Höhe von 600 Euro. Weselsky betonte erneut, dass ein verbessertes Angebot der Deutschen Bahn Voraussetzung für weitere Verhandlungen sei.

Claus Weselsky, Chef der GDL.

Bahnstreik: Zugausfälle und Verspätungen im Nahverkehr

Erstmeldung: Frankfurt am Main - Der bundesweite Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bei der Deutschen Bahn hat am Montagmorgen für zahlreiche Zugausfälle und Verspätungen in Hessen gesorgt. Der Ausstand im Personenverkehr habe um 2.00 Uhr begonnen, bestätigte eine Bahn-Sprecherin am Montagmorgen in Frankfurt.

Stark betroffen ist unter anderem der S-Bahn-Verkehr im Rhein-Main-Gebiet. So fahren die meisten Linien im Bereich des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) nur alle 60 Minuten. Auf den Linien S7 und S9 sind nach Angaben der Deutschen Bahn gar keine Züge unterwegs. Alternativ fahren auf dieser Linie demnach Regionalzüge. Die Frankfurter Verkehrsgesellschaft hatte angekündigt, die Kapazität der U-Bahn-Züge in Frankfurt auszuweiten. So werden auf einigen Linien die Züge verlängert.

Zum erneuten Arbeitskampf hat die Lokführergewerkschaft GDL ihre Mitglieder aufgerufen.

Bahnstreik: Viele Linien fallen komplett aus

Bei manchen Linien wird der Takt stark ausgedünnt oder sie entfallen an den Streiktagen komplett. Nicht vom Streik betroffen sind dagegen Linien, die von anderen Bahngesellschaften bedient werden, etwa die Hessische Landesbahn, Vias oder Vlexx.

Bundesweit hat die Deutsche Bahn 75 Prozent ihrer Fernzüge gestrichen und rechnet auch im Regionalverkehr mit zahlreichen Ausfällen und Verspätungen. Am Freitag hatte die GDL angekündigt, den Fern- und Regionalverkehr ab Montag, 2.00 Uhr, für 48 Stunden bundesweit zu bestreiken.

Streik bei der DB: GDL-Mitglieder fordern mehr Gehalt

Die GDL-Mitglieder streiken für höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen. Unter anderem verlangen sie eine Corona-Prämie von 600 Euro und 3,2 Prozent mehr Geld in zwei Stufen. Die Bahn bot am Sonntag an, zusätzlich über eine Corona-Prämie für die Beschäftigten zu verhandeln. Die Lohnerhöhung will sie nach den Corona-Verlusten über eine längere Zeit strecken. Dahinter schwelt in der Belegschaft ein Streit zwischen GDL und der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG darum, wer letztlich die Tarifverträge mit dem Unternehmen maßgeblich aushandelt.

Bahnreisende sollten sich vor Fahrtantritt auf der Internetseite bahn.de über ihre Verbindungen informieren. Die Deutsche Bahn hat außerdem eine kostenfreie Hotline eingerichtet: 08000 996633. Die Bahn hat dazu aufgerufen, nicht unbedingt notwendige Reisen mit Fernverkehrszügen zu verschieben.

Bahn nach Streikbeginn: Ersatzfahrplan stabil angelaufen

Unterdessen meldet die Deutsche Bahn, dass der Ersatzfahrplan am Montagmorgen stabil angelaufen sei. „Trotz des verlässlichen Grundangebots kann die DB nicht garantieren, dass alle Reisenden wie gewünscht an ihr Ziel kommen“, teilte die Bahn in ihrem Presse-Blog mit. Wenn möglich, sollten die Menschen ihre Bahnfahrten auf die Zeit nach dem Streik verschieben.

Bis Mittwochfrüh, 2.00 Uhr, müssen sich Millionen Reisende auf massive Einschränkungen vor allem im Fernverkehr einstellen. Die Auswirkungen könnten je nach Region unterschiedlich sein, teilte die Bahn mit. Im Presse-Blog der DB heißt es: „Streikschwerpunkt sind erneut die östlichen Bundesländer.“ (skr/dpa)

Rubriklistenbild: © Christophe Gateau

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