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Ferien in Gefahr

Verkehrschaos droht: Gewerkschaft kündigt Warnstreik der Deutsche Bahn-Lokführer an

  • VonJan Lucas Frenger
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Ein Streik der Lokführer bei der Deutschen Bahn scheint angesichts gescheiterter Verhandlungen immer wahrscheinlicher – und das ausgerechnet zur Urlaubszeit.

Frankfurt/Berlin – Die Ferienzeit steht in einigen Bundesländern vor der Tür. Dank sinkender Inzidenzen in ganz Deutschland freuen sich zahlreiche Menschen bereits auf ihren wohlverdienten Urlaub. Doch nun ziehen dunkle Wolken am bisher so strahlenden Ferienhimmel auf – und es hat nichts mit der Corona-Pandemie zu tun. Vielmehr geht es um die Deutsche Bahn. Dort scheint ein Streik der Lokführer mitten in der Urlaubszeit nach zuletzt gescheiterten Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (DLG) und dem Arbeitgeberverband „Move“ immer wahrscheinlicher. Wie die GDL am Mittwoch (23.06.2021) mitteilte, wurden aufgrund der Verhandlungen jüngst konkrete Arbeitskampfmaßnahmen beschlossen. Damit drohen die Ferienpläne für viele Bahnreisende also trotz Corona-Lockerungen ins Wasser zu fallen – es drohen Zugausfälle und teils starke Verspätungen.

Zum genauen Umfang und Zeitpunkt der geplanten Arbeitsniederlegung durch die Lokführer der Bahn will GDL-Chef Claus Weselsky jedoch erst am Donnerstag (24.06.2021) bei einer Pressekonferenz in Berlin informieren. Die Beschlüsse der entsprechenden Gremien liegen laut GDL bereits vor. Damit erhöht die Gewerkschaft kurz vor Beginn der Schulferien in einigen Bundesländern den Druck auf die Bahn. Die GDL hatte die Verhandlungen am Dienstag für gescheitert erklärt.

Deutsche Bahn: Verhandlungen mit Gewerkschaft der Lokführer gescheitert

Es wäre nicht der erste Streik, mit dem sich die Deutsche Bahn in der jüngeren Vergangenheit konfrontiert sah. Bereits im Dezember 2018, als die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ihre Mitglieder zum Arbeitskampf aufrief, musste sich das Transportunternehmen mit einem Warnstreik auseinandersetzen. Die EVG hatte schon im vergangenen Herbst einen Tarifabschluss erzielt – ab Anfang 2022 erhalten die Beschäftigten 1,5 Prozent mehr Geld. Bis Ende 2023 sind zudem betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Auch die GDL will in Sachen Geld und Arbeitszeit mehr für die Lokführer der Bahn herausholen.

Bei der Deutschen Bahn stehen die Zeichen auf Streik. (Symbolbild)

Ein derartiges Scheitern der Verhandlungen war zuletzt nicht unbedingt abzusehen. Beide Seiten hatten sich vor Kurzem etwas aufeinander zu bewegt – angelehnt an den Tarifabschluss des öffentlichen Dienstes fordert die GDL eine Einkommenserhöhung von 1,4 Prozent plus eine Corona-Prämie in diesem Jahr sowie weitere 1,8 Prozent im nächsten Jahr.

Vorschlag der Deutschen Bahn: Einkommenssteigerung nach Modell Flughafen

Die Beschäftigten hätten mehr verdient als einen Ausgleich der Preissteigerung, argumentiert Weselsky. Die Bahn sieht das anders. Ihr Vorschlag: Einkommenssteigerungen wie im Öffentlichen Dienst, jedoch bezogen auf den Bereich Flughäfen. Für Flughäfen war wegen des Verkehrseinbruchs ein „Notlagentarifvertrag“ geschlossen worden. Die Einkommenserhöhung von 1,4 Prozent gibt es dort erst im Oktober 2022, die weiteren 1,8 Prozent erst im April 2023. Arbeitgeber erhalten außerdem die Möglichkeit, die Arbeitszeit 2022 um sechs Prozent zu kürzen. Im Oktober 2023 soll das Niveau des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst erreicht werden.

Bleibt also abzuwarten, ob die Bahn rechtzeitig auf die Forderungen der Gewerkschaft eingeht und ob beide Seiten nach Abbruch der Verhandlungen überhaupt noch zueinander finden. Falls nicht, droht mit Beginn der Schulferien ein gewaltiges Verkehrs-Chaos auf Deutschlands Straßen und an zahlreichen Bahnhöfen. Dann benötigen Reisende wieder eine ordentliche Portion Geduld und gute Nerven. (Jan Lucas Frenger mit dpa)

Rubriklistenbild: © Wolfram Kastl/dpa

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