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Arbeitskampf

Deutsche Bahn: „Nach dem Streik ist vor dem Streik“ - Weselsky kämpferisch

Der Bahnstreik in Deutschland geht weiter. Der CDU-Kanzlerkandidat müsste sich für Verständnis „anstrengen“.

  • Der Streik der Lokführergewerkschaft GDL bei der Deutschen Bahn (DB)* geht weiter.
  • GDL-Chef Claus Weselsky* sieht keine Basis für neue Verhandlungen mit der Deutschen Bahn (DB).
  • CDU-Chef und Kanzlerkandidat Armin Laschet hat kein Verständnis für den Streik.

+++ 16.56 Uhr:  Bei der Deutschen Bahn (DB) sind weitere Streiks nicht ausgeschlossen. „Nach dem Streik ist vor dem Streik“, sagte der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, am Montag (06.09.2021) am Berliner Hauptbahnhof. Das Management der Bahn habe es in der Hand, ob es einen weiteren Arbeitskampf gebe. Der bislang dritte Streik in der laufenden Tarifrunde werde in der Nacht zu Dienstag (07.09.2021) planmäßig beendet.

Weselsky forderte ein Angebot, dass es der Gewerkschaft ermöglicht, einen Tarifvertrag für sämtliche Mitglieder in den verschiedenen Betrieben der Bahn abzuschließen. Er verlangte für die Beschäftigten der Bahn außerdem Lohnerhöhungen wie im öffentlichen Dienst von diesem Jahr an, eine Corona-Prämie sowie den Fortbestand des bisherigen Betriebsrentensystems.
Weselsky erneuerte seine Angriffe auf das Management der Bahn.

Streik bei der Deutschen Bahn (DB): GDL-Chef Weselsky greift Management an

Er sprach von „Nieten in Nadelstreifen“, die Millionen an Steuergeldern verzockten, die gegen die eigenen Mitarbeiter arbeiteten und in der Tarifrunde Lügengebäude errichteten. Die Konzernleitung versuche, die GDL auszuschalten. Die Deutsche Bahn hat diesen Vorwürfen wiederholt widersprochen.

Mit Blick auf die vom Streik betroffenen Bürger und Fahrgäste sagte Weselsky: „Wir bitten darum, zu akzeptieren und zu schätzen, das hier Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vorbildlich zeigen, wie man im Arbeitskampf einen Arbeitgeber in die Knie zwingt, der mit Steuergeldern Verschwendung und Eigennutz betreibt.“

Streik bei der Bahn: Kritik von Laschet, Statement von Weselsky

+++ 15.54 Uhr: CDU*-Kanzlerkandidat Armin Laschet* hat kein Verständnis für die andauernden Streiks der Lokführergewerkschaft GDL. „Um Verständnis aufzubringen, müsste ich mich jetzt sehr anstrengen“, sagte Armin Laschet am Montag (06.09.2021) beim „Wahlcheck“ der „Heilbronner Stimme“.

Die Lokführergewerkschaft GDL setzte ihren in der letzten Woche begonnenen Streik am Montag (06.09.2021) fort. Man wolle höhere Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen erzwingen, heißt es laut dpa vonseiten der GDL. 

Armin Laschet, CDU-Kanzlerkandidat und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Der Politiker hat wenig Verständnis für die Streiks der GDL. 

Erstmeldung vom Montag, 06.09.2021, 08.11 Uhr: Berlin – Im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn* sieht die Lokführergewerkschaft GDL keine Basis für neue Verhandlungen. Die Gewerkschaft sei dann zu weiteren Gesprächen mit der Bahn bereit, wenn ein verhandlungsfähiges Angebot von der Bahn komme, sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Montag (06.09.2021) im ZDF*- „Morgenmagazin“. Das sogenannte Angebot der Bahn sei nur eine vorgetäuschte Verbesserung.

Weselsky führt aus, dass die Bahn die GDL auf Lokführer und Zugbegleiter beschränken und dieser verweigern wolle, Tarifverträge auch für die Werkstatt und Verwaltung abzuschließen. Entsprechend würden hier Grundrechte tangiert. Es solle dauerhaft verhindert werden, dass die GDL* die Mehrheit im Betrieb habe. „Und dagegen wehren wir uns“, so Weselsky weiter: „Ich muss mich nicht einigen auf 3,2 Prozent, wenn die Bahn uns dauerhaft beschränkt auf Lokführer, Zugbegleiter, Bordgastronomen und damit verhindert, dass wir die Mehrheit im jeweiligen Betrieb tatsächlich auch erreichen können.“ Es gehe hier nicht um Vormachtstellung.

Claus Weselsky, Chef der GDL. (Archivfoto)

Deutsche Bahn: Neue Streiks – DGB kritisiert Weselsky

Claus Weselsky wies Kritik von DGB-Chef Reiner Hoffmann zurück und sieht die GDL zu Unrecht an den Pranger gestellt. Hoffmann hatte der GDL Partikularinteressen und Profilierungsversuche gegen die größere Bahngewerkschaft EVG vorgeworfen. Weselsky hingegen würde sich wünschen, dass auch ein Vorsitzender eines Dachverbandes von Gewerkschaften Ursache und Wirkung im Blick behalte.

Der DGB-Chef sei derjenige gewesen, der das Tarifeinheitsgesetz* initiiert habe. Und jetzt werde der GDL vorgeworfen, für mehr Mitglieder zu werben. „Also ich weiß nicht ganz genau, für was das Gesetz denn geschaffen worden ist.“ Dieses sage ganz klar: Wer mehr Mitglieder im Betrieb habe, dessen Tarifverträge bleiben in die Zukunft hinein erhalten.

GDL-Chef Claus Weselsky sieht den Streik bislang als Erfolg an.

Deutsche Bahn: GDL mit Lockführerstreik zufrieden

Derweil müssen Bahnkunden auch zum Start in die neue Woche auf zahlreiche Verspätungen und Zugausfälle einstellen. Die GDL setzt ihren Streik bei der Deutschen Bahn am Montag fort. Die Bahn geht nach eigenen Angaben davon aus, das Angebot im Fernverkehr mit etwa 30 Prozent und im Regionalverkehr durchschnittlich mit etwa 40 Prozent der Zugverbindungen aufrechterhalten zu können. „Es gilt weiterhin, wie auch am Wochenende, der Ersatzfahrplan“, sagte ein DB-Sprecher am Montagmorgen. Im Güterverkehr wird ebenfalls weiter gestreikt.

Die GDL zeigt sich mit dem bisherigen Streik „sehr zufrieden“. Die dritte Streikrunde soll noch bis zum frühen Dienstagmorgen (07.09.2021, 02.00 Uhr) dauern. „Dass das für Kunden unschön ist, ist uns klar“, sagte Weselsky. Die Wettbewerber der Deutschen Bahn halten den Verkehr nach seinen Angaben komplett aufrecht. Diese seien auch der Beweis dafür, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten die „ordentlichen Lohnerhöhungen zugestehen“. (ktho/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Mauersberger/Imago Images

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