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Trotz großer Versprechen: Putin laufen massenweise Soldaten davon

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Von: Sandra Kathe

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In Transnistrien scheitern die Versuche, weiteres Personal für Putins Truppen zu gewinnen. Das ukrainische Verteidigungsministerium spricht von „Massendesertionen“.

Moskau/Kiew – Um im Krieg gegen die Ukraine voranzukommen, muss Russland weiteres Personal rekrutieren – doch Berichten des ukrainischen Verteidigungsministeriums zufolge geht dabei gerade so einiges schief. Bei Versuchen in der Region Transnistrien, einer als unabhängig erklärten Region im Osten der Republik Moldau, Personal zu rekrutieren, weigern sich nicht nur viele Menschen Verträge mit den russischen Streitkräften abzuschließen. Es kommt auch vermehrt zu Desertionen bereits unter Vertrag genommener Soldaten. Das berichtet etwa die US-Zeitung Newsweek.

Als besonders problematisch gelte dabei das Problem, dass die russische Armee nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdiensts in vielen Regionen, darunter auch in Transnistrien, nur über eine stark beschränkte Anzahl an Soldaten verfügt. So sei nicht genügend Personal vorhanden, das die Fahnenflüchtigen an der Desertion hindern oder zurückholen könnte. Unabhängig prüfen lassen sich die Geheimdienstberichte bislang jedoch nicht.

Putins Militär im Ukraine-Krieg: Zehntausende Soldaten gefallen, verletzt oder desertiert

Dennoch decken sich die Nachrichten über die Lage beim russischen Militär auch mit den Informationen anderer Geheimdienste. So berichtete etwa der britische Verteidigungsminister Ben Wallace Ende August, dass Russland seit Beginn des Krieges wohl über 80.000 Soldaten verloren hätte, die gefallen, verletzt oder desertiert wären. In seinem täglichen Geheimdienstupdate zum Ukraine-Krieg berichtete das britische Verteidigungsministerium vergangenen Sonntag von „Moral- und Disziplinproblemen“ unter russischen Militärangehörigen.

Immer wieder wird von schlechter Moral der russischen Truppen berichtet. Nun kommen angeblich auch Massendesertationen hinzu.
Immer wieder wird von schlechter Moral der russischen Truppen berichtet. Nun kommen angeblich auch Massendesertationen hinzu. (Symbolfoto) © Olga Maltseva/AFP

Nach dem Bericht von Newsweek versucht die russische Armee aktuell mit zahlreichen Versprechen neue Freiwillige zu gewinnen. Darunter seien Angebote wie „hohe Geldbeträge, Sozialpakete und die Aussicht auf eine Unterkunft“. Russlands Machthaber Wladimir Putin hatte kürzlich angekündigt, die russische Truppenstärke 2023 auf 1,15 Millionen Soldaten aufstocken zu wollen. Viele Fachleute zweifeln daran, dass dieser Plan gelingen wird.

Schlechte Truppenmoral bei Russlands Militär: Berichte über Probleme bei der Bezahlung

Als mögliche Begründung für die Probleme der russischen Armee in Bezug auf Moral und Motivation, ihren Kriegseinsatz fortzusetzen, berichtete das britische Verteidigungsministerium mit Verweis auf Geheimdienstberichte über Kriegstraumata, hohe personelle Verluste und Probleme bei der Bezahlung durch die russische Militärführung. (ska)

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