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Ukrainischer Geheimdienst: Tschetschenen exekutieren fliehende russische Streitkräfte

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Ukraine-Krieg
Seine Soldaten werden verdächtigt: Ramsan Kadyrow, Anführer der russischen Provinz Tschetschenien. © Yelena Afonina/Imago Images

Es häufen sich Berichte über defätistische Soldaten aus Russland. Tschetschenen sollen russische Deserteure in der Ukraine getötet haben.

Kiew – Um die Moral in der Truppe aus Russland scheint es nicht allzu gut zu stehen. Jüngstes Beispiel: In einem Telefonat erzählt ein mutmaßlich russischer Soldat von den Gräuel des Ukraine-Kriegs. Die Soldaten sind laut ukrainischem Geheimdienst so erschüttert, dass sie aus der Ukraine Verwandte in der Heimat anrufen, um sie mit Hilfe der örtlichen Staatsanwälte aus dem Dienst zu holen.

Für Russlands Präsident Wladimir Putin und Tschetschenen-Anführer Ramsan Kadyrow ist das offenbar keine Option – im Gegenteil.

Ukraine-Krieg: Russische Soldaten mutmaßlich auf der Flucht getötet

Das legt zumindest eine am Mittwochmorgen (20. April) veröffentlichte Telegram-Nachricht von Ivan Arefyev, Sprecher der regionalen Militärverwaltung von Saporischschja in der Ukraine, nahe. In einem besetzen Teil der Südostukraine haben sich demnach russische Truppen gegen ihre Befehlshaber aufgelehnt. Drei von ihnen wurden daraufhin von tschetschenischen Kämpfern getötet, berichtet das Nachrichtenportal Daily Beast.

Im Wortlaut schrieb Arefyev: „Nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstes begannen gestern im Bezirk Pologowskij russische Truppen zu rebellieren: Die russischen Soldaten wollten nicht kämpfen, weil sie ihre versprochenen Soldzahlungen nicht erhalten haben. Die Männer von Kadyrow töteten brutal drei der Anstifter des Aufstands, die bereit waren, ihre Waffen niederzulegen und nach Hause zu gehen.“

Ukraine-Krieg: Sind Tschetschenen die Täter?

Wer sich hinter dem Tötungskommando verbirgt, ist nicht überliefert. Im Verdacht stehen tschetschenische Truppen. Ihnen wird die Rolle von „Vollstreckern“ während des Ukraine-Konflikts zugeschrieben. Viele Überlebende des Massakers von Butscha außerhalb von Kiew sagten, dass die Massenexekutionen von Zivilisten erst begannen, nachdem tschetschenische Truppen als Ersatz für russische Soldaten dorthin entsandt worden waren.

Unklar ist, ob es sich um einen Einzelfall handelt. Die Behörden im nahe gelegenen Dnipro berichteten von ähnlichen Fällen, in denen russische Truppen rebellierten. Der Stadtrat von Dnipro erklärte am Mittwoch, dass abgehörte Telefongespräche zeigten, wie die Truppen von Wladimir Putin eine Erschießung ihrer eigenen Kommandeure planen. (mm)

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