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DeSantis: Migranten weiter in andere Teile der USA bringen

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Migrationsstreit in USA
Aus ihrer lateinamerikanischen Heimat geflohene Menschen stehen vor einer Kirche auf Martha's Vineyard. Der republikanische Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, hat sie dorthin bringen lassen. © Ray Ewing/Vineyard Gazette/dpa

Der Streit um die Einwanderungspolitik in den USA spitzt sich zu. Republikanische Gouverneure fahren dabei eine von Präsident Joe Bidens Regierung scharf kritisierte Taktik.

Washington - Der republikanische Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, will weiter Migranten mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen für politische Zwecke instrumentalisieren. Er kündigte an, auch künftig Menschen in demokratisch geprägte Teile des Landes schaffen zu wollen. „Es wird auch Busse geben, und es wird wahrscheinlich mehr Flüge geben“, so de Santis. „Wir wollen sicherstellen, dass die Steuerzahler (in Florida) nicht für Zehntausende oder Tausende Menschen aufkommen müssen, die illegal einreisen. Und das ist der effektivste Weg, dies zu tun.“

DeSantis hatte am Mittwoch unangekündigt mehrere Dutzend Migranten per Flugzeug auf die Insel Martha's Vineyard im Bundesstaat Massachusetts bringen lassen. Sie ist als nobler Ferienort bekannt. Die Migranten waren vom US-Bundesstaat Texas aus über Florida auf die Insel geflogen worden - DeSantis zufolge freiwillig. Er behauptete, dass sie ausgewählt worden seien, weil sie eigentlich von Texas aus nach Florida hätten kommen wollen. Wenn sie wirklich nach Florida kommen würden, würde das hohe Kosten für die Gemeinden bedeuten, sagte er. „Das versuchen wir zu vermeiden.“

Migranten selbst erhalten kaum Informationen

In US-Medien hieß es, dass etliche der Migranten nicht gewusst hätten, wohin sie eigentlich gebracht würden. Viele von ihnen wurden am Freitag schließlich auf eine Militärbasis auf Cape Cod gebracht. Dort sollen sie in Wohnheimen untergebracht und mit Lebensmitteln versorgt werden. Bei ihnen handelt es sich vorwiegend um Menschen aus Venezuela. Das Land leidet seit Jahren unter einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise. Rund sechs Millionen Venezolaner haben ihre Heimat verlassen.

Die US-Regierung hatte das Vorgehen scharf kritisiert und als „unmenschlich“ bezeichnet. „Dies ist die Art von Taktik, die wir von Schmugglern in Ländern wie Mexiko und Guatemala kennen“, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre. Auch andere republikanische Gouverneure hatten in den vergangenen Monaten in großer Zahl Migranten in demokratisch geprägte Regionen des Landes geschafft. dpa

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