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Tod von George Floyd

Tod von George Floyd: Derek Chauvin muss 22,5 Jahre ins Gefängnis

Im Fall des getöteten George Floyd verkündet das Gericht in Minneapolis das Strafmaß gegen den früheren US-Polizisten Derek Chauvin.

+++ Update vom 26.06.2021, 8.20 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat das Urteil gegen Derek Chauvin im Prozess um den Mord an George Floyd als angemessen bezeichnet. Er kenne zwar nicht alle Hintergründe des Verfahrens, so Biden. Aus seiner Sicht erscheine die Strafe von mehr als 22 Jahren Gefängnis für den ehemaligen Polizisten aber als angemessen.

+++ Update vom 25.06.2021, 21.55 Uhr: Das Urteil ist gesprochen. Ex-Polizist Derek Chauvin ist von einem Gericht in Minneapolis zu einer Haftstrafe von 22 Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Der 45-Jährige war bereits vor der Urteilsverkündung durch Richter Peter Cahill für den Tod des Afroamerikaners George Floyd in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen worden.

Der Anwalt der Familie Floyd, Ben Crump, sagte im Anschluss, es sei ein „historisches Urteil“, das die Angehörigen und das ganze Land „der Heilung einen Schritt näher“ bringen werde. Auch Floyds Angehörige wandten sich an das Gericht, darunter seine kleine Tochter per Video. Floyds Bruder Terrence forderte im Gerichtssaal die Höchststrafe für Chauvin - und wandte sich an den Ex-Polizisten: „Warum? Was haben Sie sich gedacht? Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie ihr Knie auf dem Nacken meines Bruders hatten?“

Derek Chauvin: Der Mörder von George Floyd muss mehr als 22 Jahre ins Gefängnis.

Chauvin sprach kurz vor der Urteilsverkündung den Angehörigen von George Floyd im Angesicht sein „Beileid“ aus. Er hoffe, die Familie werde „Frieden“ finden, sagte der 45-Jährige am Freitag im Gerichtssaal in Minneapolis. Mehr könne er aus rechtlichen Gründen nicht sagen. Kurz zuvor äußerte sich dessen Mutter Carolyn Pawlenty. Sie sei von der Unschuld ihres Sohns weiterhin überzeugt. „Mein Sohn ist ein guter Mann“, sagte Pawlenty im Gerichtssaal.

Derek Chauvin: Staatsanwaltschaft fordert nach Tod von George Floyd 30 Jahre Haft

Erstmeldung vom 25.06.2021, 12.28 Uhr: Der qualvolle Tod von George Floyd am 25. Mai 2020 sorgte international für Entsetzen und Empörung. 13 Monate nach der Tötung des Afroamerikaners in der US-Stadt Minneapolis wird am Freitag (25.06.2021) das Strafmaß gegen den weißen Ex-Polizisten Derek Chauvin verkündet. Der 45-Jährige muss mit einer jahrzehntelangen Gefängnisstrafe rechnen, die Staatsanwaltschaft fordert 30 Jahre Haft.

„I can‘t breathe“: Floyds auf einem Handyvideo festgehaltener Tod hatte in den USA landesweite Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt gegen Schwarze ausgelöst. Die Spannung vor der Strafmaßverkündung ist entsprechend groß.

Dem ehemaligen Polizist Derek Chauvin droht eine hohe Haftstrafe.

George Floyd: Chauvin ist schuldig in allen Punkten

Derek Chauvin hatte den festgenommenen Floyd, der mit einem gefälschten 20-Dollar-Schein Zigaretten gekauft haben soll, auf der Straße neuneinhalb Minuten lang das Knie in den Nacken gedrückt. Floyd rief immer wieder: „I can‘t breathe“ - „Ich kann nicht atmen“ oder „Ich bekomme keine Luft“. Dann verlor er das Bewusstsein. Im Krankenhaus wurde der 46-Jährige später für tot erklärt.

Eine Geschworenen-Jury sprach den aus dem Polizeidienst entlassenen Chauvin am 20. April in allen Anklagepunkten schuldig: Mord zweiten Grades, was in Deutschland in etwa einem Totschlag in einem schweren Fall entspricht, Mord dritten Grades - eine andere Form des Totschlags - und Totschlag zweiten Grades, in Deutschland etwa fahrlässige Tötung. Chauvin, bis dahin gegen Kaution auf freiem Fuß, wurde nach dem Schuldspruch in Haft genommen.

George Floyd: Chauvin droht eine lange Haftstrafe

Im Bundesstaat Minnesota steht auf den relevanten Hauptanklagepunkt Mord zweiten Grades eine Höchststrafe von 40 Jahren Gefängnis. Richtlinien des Bundesstaates empfehlen bei jemandem, der wie Chauvin nicht vorbestraft ist, allerdings lediglich zwölfeinhalb Jahre Haft.

Der Vorsitzende Richter Peter Cahill erkannte im Mai jedoch vier erschwerende Tatumstände an: Ex-Polizist Chauvin habe mit „besonderer Grausamkeit“ gehandelt, als Polizist „eine Position des Vertrauens und der Autorität missbraucht“, seine Tat vor den Augen von Minderjährigen verübt und in einer Gruppe mit anderen Beamten gehandelt. Daher könnten die Richtlinien nicht zum Tragen kommen.

Auf die Forderung der Staatsanwaltschaft nach 30 Jahren Gefängnis beantragte die Verteidigung, dass Chauvins Zeit in Untersuchungshaft berücksichtigt und zusätzlich nur eine Bewährungsstrafe verhängt wird. Chauvin habe „guten Glaubens einen Fehler“ und nicht „vorsätzlich eine strafbare Handlung“ begangen, erklärte Anwalt Eric Nelson.

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Kein Schlussstrich unter den Fall George Floyd

Allerdings bedeutet die Verkündung des Strafmaßes kein Ende der juristischen Aufarbeitung von George Floyds Tod, da Chauvins Anwalt den Schuldspruch vom April annullieren lassen will. Hinzu kommt, dass neben Chauvin auch die drei anderen an Floyds Festnahme beteiligten Polizisten angeklagt sind. Alexander Kueng, Thomas Lane und Tou Thao wird unter anderem Beihilfe zu einem Mord zweiten Grades vorgeworfen. Eigentlich war der Prozess für August geplant, wurde aber auf kommenden März verschoben.

Darüber hinaus laufen Ermittlungen auf Bundesebene gegen Chauvin, Kueng, Lane und Thao. Dabei geht es um eine Verletzung von Floyds in der Verfassung verankerten Bürgerrechten. Es handelt sich um ein getrenntes Verfahren von jenem auf Landesebene - und kann deswegen auch zu einem separaten Prozess führen.

Floyds Familie hat sich bereits zivilrechtlich mit der Stadt Minneapolis auf eine Entschädigungszahlung von 27 Millionen Dollar (23 Millionen Euro) geeinigt. Nach Angaben der Anwälte wurde noch nie eine so hohe Summe in einem solchen Fall bezahlt. (ktho/afp)

Rubriklistenbild: © Uncredited

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