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Eine US-Fahne auf halbmast vor dem Kapitol: Salut für den toten Polizisten Brian Sicknick, der den Mob aufhalten wollte.
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Eine US-Fahne auf halbmast vor dem Kapitol: Salut für den toten Polizisten Brian Sicknick, der den Mob aufhalten wollte.

Donald Trump

Der Rest ist Schweigen – vielleicht

  • Peter Rutkowski
    vonPeter Rutkowski
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Die sozialen Medien machen Donald Trump nach dem Desaster in Washington mundtot. Aber der Schaden, den er angerichtet hat, wird nun zum Selbstläufer.

Der Sturm auf das Kapitol am 5. Januar hat am Wochenende seinen Widerhall in den sozialen Medien gefunden: Nach der erstmal nur zeitweiligen Blockierung des Twitter-Accounts von Donald Trump ist er nun dauerhaft blockiert. Also offiziell nicht abgeschaltet, abgeschafft, aufgelöst – aber faktisch schon. Die Internet-Riesen Apple, Google und Amazon treiben die bei Trump-Fans beliebte App Parler in die wirtschaftliche Enge, damit sie nicht zum politischen Werkzeug wird. Amazon schaltet sie auch gleich mal zwischenzeitlich ab – ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass die Social-Media-Ära der Trumpisten dem Ende nahe ist.

Der nun doch scheidende US-Präsident schweigt derweil. Das Wetter in den USA ist nicht so sehr nach Golfen – dem demonstrativen Desinteresse an der Washingtoner Politik, das Trump vor kurzem noch überdeutlich zeigen konnte, ist die Bühne abhanden gekommen. Dass Trump nun auf einen Auftritt zu seiner formellen Entmachtung am 20. Januar verzichtet, hat wohl in aller Welt nicht wenige Seufzer der Erleichterung hervorgerufen.

Tatsächlich braucht es derzeit aber auch gar keinen aktiven Beitrag von Trump – ob nun sozial-medial, im TV oder sonstwie –, um ihn im Fokus des öffentlichen Interesses zu halten. In gewisser Weise hat Trump erreicht, was er in seiner Wahlpropaganda 2016 zahllose Male versprochen hatte: „Make America Great Again. Leider nicht so, wie es ein gewitzter Twitterer interpretierte: „Am Ende hat Trump die Republikaner die Präsidentschaft gekostet, den Senat und das Repräsentantenhaus (...) Er hat Amerika wirklich wieder groß gemacht.“

So warnt die Soziologin Anna-Katharina Meßmer davor, die Rolle von Twitter & Co. bei der Mobilisierung von Trumps Truppen zu überschätzen. Seine „Reichweite lag nicht allein an Twitter“, sagt die Projektleiterin Digitale Nachrichten- und Informationskompetenz bei der gemeinnützigen Denkfabrik „Stiftung Neue Verantwortung“. Vielmehr habe ein cleveres Zusammenspiel mit den klassischen Medien eben jene Reichweite ermöglicht, die bis zum Sturm auf das Kapitol führte. Trump, so Meßmer, habe es wie kein anderer verstanden, diese für sich zu nutzen. „Alles, was er getwittert hat, wurde besprochen und aufgriffen“ – und zwar in den Zeitungen, im Radio im Fernsehen, auf unzähligen Blogs und in allen anderen hybriden Kanälen im Internet. „Die sozialen Medien sind nicht Auslöser für Ausschreitungen wie vor dem Kapitol, sondern ein nicht zu unterschätzender Katalysator“, warnt Meßmer.

Und so warnen nun manche klassische Medien die Internet-Giganten vor allzu heftigem Muskelspiel: Demokratie werde nicht durch mediale oder wirtschaftliche Macht gerettet oder wiederbelebt. (mit epd)

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