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„Der Garten ist immer offen“

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Von: Friederike Meier

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Ein Anblick, der glücklich macht – so wie das Gärtnern selbst.
Ein Anblick, der glücklich macht – so wie das Gärtnern selbst. © PantherMedia / info.zonecreative

Jessica Wiegand über den Gallusgarten, die Vorteile von urbanem Grün und den hessischen Nachhaltigkeitstag.

Frau Wiegand, was ist der Gallusgarten?

Der Gallusgarten ist ein Urban-Gardening-Projekt, einer der größten Bürgergärten Frankfurts. Es gärtnern Alt und Jung, Groß und Klein, sämtliche Nationalitäten, Bildungsschichten, Erfahrene und Neulinge zusammen auf einem Platz. Es ist ein Ort der Begegnung, ein Ort, wo Nachhaltigkeit vorangetrieben und Biodiversität gefördert wird. Menschen werden dafür begeistert, ihren Stadtteil mitzugestalten. Derzeit gärtnern circa 250 Personen mit.

Haben alle ihr eigenes Beet?

Es gibt Gemeinschaftsbeete und Beete, für die Patenschaften vergeben werden. Wir haben insgesamt 107 Hochbeete, davon 95, die als Patenschaften vergeben werden. Das können Einzelpersonen sein, Familien oder auch eine ganze Einrichtung, zum Beispiel ein Kindergarten. Jeder, der eine Patenschaft für ein Beet übernimmt, ist dafür alleine zuständig, unter der Auflage, dass keine Pestizide verwendet werden. Ein Schwerpunkt liegt auch auf Nutzpflanzen, das können aber auch Nutzpflanzen für Insekten oder Vögel sein. Eine Patenschaft ist kostenfrei, aber man sollte sich an den Gemeinschaftsaufgaben beteiligen, zum Beispiel ein Gemeinschaftsbeet pflegen oder die Wassertanks füllen.

Jessica Wiegand ist Beauftragte für Nachhaltigkeit im Verein Kinder im Zentrum Gallus und hat den Gallusgarten seit Beginn aufgebaut, begleitet und koordiniert.
Jessica Wiegand ist Beauftragte für Nachhaltigkeit im Verein Kinder im Zentrum Gallus und hat den Gallusgarten seit Beginn aufgebaut, begleitet und koordiniert. © Privat

Warum machen die Menschen mit?

Für viele ist es schon das Gärtnerische, viele mögen auch den Bürgergarten als Ort für Begegnungen. Familien wollen oft den Kindern die Kreisläufe der Natur näherbringen und zeigen, dass Gemüse nicht nur aus dem Supermarkt kommt.

Was trägt ein Gemeinschaftsgarten zum Klimaschutz bei?

Urbanes Grün fördert in diverser Form das Klima, zumindest das Mikroklima. Grüne Flächen mildern den Hitzeeffekt, die Biodiversität wird gesteigert, Begrünung unterstützt auch bei der Kontrolle des Abflusses von Regenwasser, filtert Feinstaub und bindet CO2. Wir nutzen den Garten auch als Ausgangsort für Aktionen zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz, um das Bewusstsein der Bevölkerung zu steigern.

Was bieten Sie zum Nachhaltigkeitstag an?

Einmal gibt es ein meditatives Sportangebot. Dann haben wir eine „Nachhaltigkeitsbox“, in die man reinsprechen kann, was man selbst tut, damit die Zukunft unserer Kinder auch noch schön ist. Diese Aufnahmen werden dann eingegraben und in zehn Jahren zum Nachhaltigkeitstag wieder herausgeholt. Das ist ein Versprechen an sich selbst, ohne dass man wissen muss, wer genau was gesagt hat. Wir haben im vergangenen Jahr noch weitere drei Flächen in der Nähe des Gartens naturnah aufgewertet. Auf einer Fläche müssen noch Frühblüher angesiedelt werden. Wir haben dort einen Naturerfahrungsraum gestaltet, mitten in der Stadt, der etwas wilder ist, mit einer Totholzecke und Steinen. Den werden wir an dem Tag auch offiziell eröffnen.

Und unabhängig vom Nachhaltigkeitstag?

Der Garten ist immer offen. Wer will, kann Tag und Nacht kommen und da durchwandeln. Wenn eine kleine Gruppe eine Führung haben möchte, wenn jemand mitgärtnern möchte oder in den Verteiler für Aktionen aufgenommen werden will, der kann sich gerne an mich wenden.

Interview: Friederike Meier

Tag der Nachhaltigkeit

Gärtnern Wer den Gallusgarten am Tag der Nachhaltigkeit am 29. September besuchen will, findet auf der Seite www.tag-der-nachhaltigkeit.de weitere Informationen. Wer Interesse an einer Patenschaft für ein Beet hat oder an Informationen zu weiteren Veranstaltungen, kann sich direkt an Jessica Wiegand wenden: jessica.wiegand@kiz-gallus.org.

Mitmachen In ganz Hessen finden am 29. September Aktionen statt - von der Erkundungstour in der Grube Messel bei Darmstadt über Kleidertausch-Events bis zum Bauen von Nistmöglichkeiten für Wildbienen in Marburg. Der Tag ist eine Möglichkeit, engagierte Menschen in der Umgebung kennenzulernen.

Anmelden Wer selbst Aktionen anmelden will, kann das ebenfalls auf der Webseite des Nachhaltigkeitstags tun.

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