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Von Waldvernichtung und Aufholzung: Der Boden heizt mit

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Von: Joachim Wille

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Urwälder werden in Deutschland und dem Rest von Europa zur Randerscheinung. Die meisten Wälder sind heutzutage lediglich Rohstofflieferanten. Die Kolumne.

In Deutschland gibt es fast keine Urwälder mehr, und auch im Rest Europas existieren nur noch wenige unberührte Waldflächen. Die Urwaldinsel Vilm bei Rügen, der Bialowieza-Nationalpark in Polen, der Muddus-Nationalpark in Schweden – das sind drei Beispiele dafür. Insgesamt dominieren seit langem vom Menschen angepflanzte Forste, die als Papier-, Möbel- und Bauholz-Lieferanten genutzt werden.

Dank Wiederaufforstung, teils auch natürlicher Verjüngung, stehen dort, wo einst natürlicher Wald wuchs, wieder Bäume. Die Waldfläche in Europa ist in den letzten Jahrzehnten sogar wieder gewachsen. Ebenso in Asien, vor allem wegen Chinas riesigen Aufforstungsprogrammen.

Mit Geduld und ohne Illusionen: Klimaschutz geht nicht von heut auf morgen

Ein Modell auch für die Tropen, wo immer noch Urwald in beängstigendem Maße abgeholzt und abgebrannt wird? Schon lange weiß man, dass das Nachwachsen von Wäldern und auch die Wiederaufforstung dort alles andere als einfach ist. Unter anderem, weil die Böden in tropischen Regenwäldern weniger nährstoffreich sind als die in den gemäßigten Breiten.

Die Insel Rügen.
Die Insel Rügen. © imago

Trotzdem ist es vielerorts möglich, besonders, wenn es vorher keinen kompletten Kahlschlag gab. Man sollte sich über die Klimaschutz-Wirkung jedoch keine Illusionen machen, wie eine neue Studie zeigt. Und vor allem: Man braucht viel Geduld.

Studie zu Regenwäldern: Sie bringt Annahme ins Wackeln

Abgeholzte Regenwälder können nämlich nach der Rodung zehn Jahre und länger eine Quelle für CO2-Emissionen sein, so ein Forschungsteam von der britischen Uni Leicester, das dazu Untersuchungen in Malaysia gemacht hat. Das heißt: Die Annahme wackelt, dass abgeholzte tropische Wälder nach ihrer Aufforstung mehr Kohlenstoff binden als sie freisetzen, weil die Bäume schnell nachwachsen und ihn im Holz einlagern.

Die Studie zeigt, dass Letzteres zwar genauso funktioniert. Nur: Als Folge der Zersetzung von organischer Materie durch Mikroorganismen auf und im Boden sowie von liegengebliebenem Totholz wird unter dem Strich mehr Kohlenstoff in die Atmosphäre freigesetzt als aus ihr entzogen.

Der Einfluss des Bodens: Die Vernichtung der Wälder muss gestoppt werden

Die Erkenntnis ist zwar nicht neu, dass bei Kohlenstoff-Bilanzen alle Komponenten berücksichtigt werden müssen, hier also auch der Einfluss des Bodens. Doch die Studie unterstreicht, wie wichtig es gerade in den Tropen ist, die Vernichtung der Wälder zu stoppen – so wie es zum Glück Brasiliens neuer Präsident Luiz Inácio Lula da Silva am Amazonas auf der Agenda hat.

Der dortige Regenwald gilt schließlich als ein Kippelement des globalen Klimasystems. Es nach einem Kippen wieder „aufzuforsten“, ist unmöglich. (Joachim Wille)

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