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Der Blick aus dem All

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Von: Peter Rutkowski

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Verdacht gegen Moskau wegen des Oleniwka-Massakers

Der erste Getreidefrachter ist in Istanbul eingetroffen, Bachmut an der südlichen Ecke des Donezk-Frontdreiecks liegt unter heftigem Beschuss, russische Fallschirmjäger werden aus dem Kampf um Slowjansk im Donbass herausgezogen, um bei Cherson im Süden die Verteidigung vor den ukrainischen Gegenstößen zu stärken (wofür Fallschirmjäger weder gedacht noch ausgebildet oder ausgerüstet sind). Oleniwka? War da was?

Der Tod von schätzungsweise 53 ukrainischen Kriegsgefangenen in einem Gefängniskomplex im russisch besetzten Oleniwka vergangenes Wochenende durch einen Raketentreffer scheint schon wieder fern, aus den Schlagzeilen verschwunden, fast vergessen. Aber eben nur fast.

Der Kreml behauptet, der Treffer sei durch ein Geschoss des an die Ukraine gelieferten Himars-Werfersystems erfolgt. Daraufhin haben Fachleute der US-Regierung alles Greifbare an Dokumentation des Einschlagsortes untersucht, wie das Nachrichtenportal „Politico“ berichtete. Das Institute for the Study of War hat dies überprüft und kommt zum gleichen Schluss: Das Himars-System war nicht im Einsatz. Die auf detaillierten Satellitenbildern erkennbaren Schäden weisen eher daraufhin, dass ein Präzisionsgeschoss (also nicht Himars) oder ein im Gebäude gezündeter Sprengsatz den Gefangenentrakt zum Einsturz brachte. Und so geht auch diese Runde im Kampf um die Deutungshoheit des Kriegsgeschehens – wenn nicht um die Wahrheit – an Kiew.

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