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Den Blick schärfen

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Stefanie Plappert.
Stefanie Plappert. © Sophie Schüler

Stefanie Plappert ist Kuratorin am Deutschen Filmmuseum Frankfurt. Sie erzählt, was sie an Katastrophenfilmen fasziniert – und was man aus ihnen lernen kann.

Ich habe mich für die Ausstellung „Katastrophe – Was kommt nach dem Ende“, die ich kuratiert habe, fast 3,5 Jahre mit Katastrophenfilmen beschäftigt. Das macht natürlich etwas mit einem. Es ist bedrückend, aber in der Verarbeitung auch produktiv. Häufig habe ich innegehalten, mein Handeln hinterfragt und in kleinen Schritten umgestellt. Wir wollten mit der Ausstellung bei den Besucherinnen und Besuchern einen ähnlichen Effekt hervorrufen – nicht in der Katastrophe bleiben, sondern darüber hinaus gehen.

Mich hat an Katastrophenfilmen schon immer fasziniert, dass sie stets auch die Ängste ihrer Entstehungszeit transportieren – in den letzten 15 Jahren war das zunehmend die Angst um den ökologischen Zustand unserer Erde. Die Ursachen, Auswirkungen und Lösungen, die die Filme bieten, haben Fachleute unseres Kooperationspartners, dem Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum, eingeordnet. Die Mischung aus Immersion und kritischem Nachdenken funktioniert, wie ich finde, und wird in unserer neuen Ausstellung, „Im Tiefenrausch. Film unter Wasser“ fortgesetzt.

Das ist natürlich kein aktivistisches Engagement für Klimaschutz. Aber Filme können Fragen aufwerfen, den Blick für die Bedrohung schärfen und bestenfalls Auswege aufzeigen. Wir dürfen die Erde nicht mehr als selbstverständlich nehmen, sondern müssen sie als schützenswert begreifen. Kultur kann dafür Bewusstsein schaffen und Diskussionen anregen – gute Grundlagen um zu handeln.

Aufgezeichnet von Jane Escher

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