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Präsident Joe Biden betritt die Bühne, um den demokratischen Gouverneurskandidaten McAuliffe zu unterstützen.
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Joe Biden ist aktuell der Präsident der USA und gehört zu den Demokraten.

USA

Das ist die Demokratische Partei

  • Joshua Schößler
    VonJoshua Schößler
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Zwei Parteien bestimmen die Politik der USA: Die Demokraten und die Republikaner. Alles über die „Dems“.

Washington D.C. – Die Demokratische Partei zählt zu den ältesten politischen Vereinigungen der Welt. Sie geht auf die Gründung durch den Gründervater Thomas Jefferson im Jahr 1792 zurück. 1828 wurde sie durch Andrew Jackson zu einer Massenpartei ausgebaut. Dieser wurde von seinen politischen Gegnern gerne als Esel beschimpft, doch er nutzte das willensstarke Tier als Symbol in seinem Wahlkampf. Seitdem gilt der Esel inoffiziell als Wappentier der Demokraten.

Der Ursprung der Demokratischen Partei beginnt bereits 1792

In den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts dominierten die Demokraten die amerikanische Politik, doch die Frage, ob ein Mensch Eigentum eines anderen Menschen sein kann, beendete ihre Vormachtstellung. Der Streit um die Frage nach der Legitimität von Sklaverei ist in der Mitte des 19. Jahrhunderts der Grundstein der Republikanischen Partei, der großen Konkurrenz der Demokraten.

NameDemocratic Party
Gründung8. Januar 1828
HauptsitzWashington D.C.
ParteivorsitzenderJaime Harrison
Vorsitzender der SenatsfraktionCharles Schumer
Vorsitzender im RepräsentantenhausSteny Hoyer
Mitgliederzahl47.106.084

Die wirtschaftliche Situation der USA sah damals wie folgt aus: Die Industrialisierung ging mit großen Schritten voran. Europäische Einwanderer, die ihren alten Kontinent verlassen hatten, weil sie dort keine Arbeit gefunden hatten, brachten das nötige Know-how zur Industrialisierung mit. Sie fanden auf der anderen Seite des Atlantiks eine Gesellschaft vor, dessen Kerngedanke die freie Entfaltung aller darstellte. Der sogenannte pursuit of happiness („Das Streben nach Glück“) ist das Kernstück der US-amerikanischen Verfassung.

Ursprünglich stand die Demokratische Partei für die Beibehaltung der Sklaverei

Der Norden der USA durchlebte eine weitreichende Industrialisierung. Hier benötigte man vor allem Facharbeiter, die gut bezahlt wurden. Der Süden hingegen war wesentlich stärker auf großflächige Agrarproduktion ausgerichtet, weshalb man eine große Menge von Feldarbeitern benötigte. Diese waren beinahe ausschließlich afrikanische Sklaven, die größtenteils wie Tiere behandelt wurden. Agrarproduktion in diesem Ausmaß war ohne Sklaven praktisch nicht zu bewerkstelligen, weshalb die Farmer im Süden die Sklaverei unbedingt beibehalten wollten. Der Norden hingegen lehnte die Sklaverei größtenteils ab. Die wichtigste Institution zur Beibehaltung der Sklaverei war: die Demokratische Partei.

1833 wurde die American Anti-Slavery Society gegründet, die zwei Jahre nach ihrer Gründung bereits 150.000 Mitglieder zählte. Am 20. März 1854 gründete der spätere Präsident Abraham Lincoln zusammen mit anderen Gegnern der Sklaverei die Republikanische Partei. Aufgrund von Unstimmigkeiten innerhalb der Demokratischen Partei (die Demokraten im Norden lehnten die Sklaverei ab, diejenigen im Süden wollten sie beibehalten) gelang es Abraham Lincoln 1861 zum 16. Präsident der Vereinigten Staaten zu werden.

Im 20. Jahrhundert setzte sich die Demokratische Partei zunehmend für Afroamerikaner ein

Im 20. Jahrhundert änderte sich der Kurs der Demokratischen Partei. Die fortschreitende Industrialisierung brachte einen enormen gesellschaftlichen Wandel mit sich. Die Demokraten wandten sich zunehmend der Arbeiterschaft zu und verlangten vermehrt staatliche Maßnahmen im sozialen und wirtschaftlichen Bereich. Zudem vertraten die Demokraten zunehmend die Interessen der afroamerikanischen Bevölkerung, die aufgrund der seit Aufhebung der Sklaverei eingeläuteten Rassentrennung schwer zu leiden hatten. Hiermit war der Wandel hin zu einer tendenziell linksliberalen Partei vollzogen.

Höhepunkt der Reformen der Demokratischen Partei war der sogenannte „New Deal“. Dieser wurde von Franklin D. Roosevelt nach der schweren Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren eingeführt. Dessen Inhalt waren zahlreiche Maßnahmen, von denen einige den Zweck der kurzfristigen Linderung der Not im Land hatten, andere sollten die Wirtschaft wieder beleben. Die Republikaner wendeten sich in der Opposition gegen diese Maßnahmen.

Joe Biden ist aktuell der Demokratische Präsident der USA

Die Demokratische Partei des 21. Jahrhunderts hat sich politisch aktuelleren Themen der USA zugewandt: Dazu gehören die Fragestellungen rund um globale Erwärmung, Terrorismus, Erhalt von Menschenrechten sowie Gesundheitsvorsorge und Arbeitnehmerrechte. Im politischen Feld bewegt sich die Partei eher auf der linken Seite. Ihren Hauptsitz hat sie in Washington, D.C. – dort, wo auch das Weiße Haus steht. Die politische Ausrichtung der Demokraten entspricht dem amerikanischen Liberalismus bzw. Linksliberalismus. Außerdem nehmen die Ausrichtungen amerikanischer Progressivismus sowie Sozialdemokratie und Zentrismus einen Einfluss auf ihre Politik.

Die Demokraten stellen seit dem 20. Januar 2021 den 46. Präsident der USA: Joe Biden. Ob dieser sich den Herausforderungen der Gegenwart stellen kann und ob er die politischen Schäden, die durch seinen Amtsvorgänger Donald Trump entstanden sind, wieder rückgängig machen kann, muss sich noch erweisen. (Joshua Schößler)

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