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Coronavirus

Delta-Variante: Es droht die vierte Corona-Welle auch in Deutschland

  • Alexander Seipp
    VonAlexander Seipp
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Die Corona-Infektionen in Deutschland sinken. Doch die Delta-Variante breitet sich auch rasch aus. Insbesondere die Urlaubssaison bereitet Fachleuten Sorge.

Berlin – Die Bundesärztekammer warnt vor Urlaubsreisen in Gebiete, in denen die Delta-Variante* des Coronavirus* grassiert. „Auf Reisen in Regionen, die von der Delta-Variante besonders betroffen sind, sollte verzichtet werden“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer Klaus Reinhardt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Urlaub sei in diesem Sommer nur mit Vorsicht und Verantwortung vorstellbar, sagte Reinhardt. Dann sei auch nicht gegen Urlaubsreisen einzuwenden.

Er stellte klar, dass er sehr gut verstehen könne, dass der Urlaub nach den Belastungen der vergangenen Monate für das seelische Gleichgewicht vieler Menschen wichtig sei. „Notwendig ist aber die Einhaltung der Hygieneregeln auch im Urlaubsort“ mahnte Reinhardt.

Delta-Variante: Ärztekammer geht Anstieg am Ende des Sommers aus

Die Ärztekammer gehe davon aus, dass sich die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus mittelfristig auch in Deutschland durchsetzen werde. Derzeit dominiert vor allem die Alpha-Variante hierzulande das Infektionsgeschehen. Man könne davon ausgehen, so Ärztepräsident Reinhardt gegenüber der Funke-Mediengruppe, dass die Inzidenz zum Ende des Sommers saisonbedingt wieder ansteigen werde.

Ärzte und Immunologen mahnen zur Vorsicht beim Urlaub.

Ob es allerdings zu einer vierten Welle kommen werde, ließ Reinhardt offen. Dies hänge wesentlich vom Fortschritt der Impfkampagne in Deutschland ab und wie viel Impfstoff* es gebe, sagte er. Eine Überlastung der Krankenhäuser sei jedoch eher unwahrscheinlich. Denn es sei zu erwarten, dass die Zahl der schweren Verläufe* auch bei einem Wiederanstieg der Infektionszahlen geringer ausfallen werde, weil insbesondere die vulnerablen Gruppen durch Impfungen besser geschützt seien.

Coronavirus: 85 Prozent Geimpfte für Herdenimmunität nötig

Dennoch sei die Gefahr nicht gebannt. Gerade unter dem Gesichtspunkt des geregelten Schulbetriebes nach dem Sommerferien müsse alles getan werden, um einen „starken Wiederanstieg der Infektionszahlen, wie derzeit in Großbritannien, zu verhindern“, sagte Reinhardt. Impfangebote sollten daher wahrgenommen und die Zweitimpfungen auch fristgerecht durchgeführt werden, um das Risiko zu senken.

Auch der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, warnte im Gespräch mit der dpa vor der Ausbreitung der Delta-Variante. „Delta ist noch ein Stück ansteckender als die derzeit vorherrschende Virusvariante Alpha. Anhand der bisherigen, noch unsicheren Daten bräuchte man wohl rund 85 Prozent immune Menschen in der Bevölkerung, um die Ungeimpften indirekt mit zu schützen“, schätzte Watzl.

Herdenimmunität aufgrund von Delta-Variante nur schwer erreichbar

So hohe Abdeckung sei jedoch nur sehr schwer zu erreichen, insbesondere da es für Kinder unter 12 Jahren noch keinen zugelassenen Impfstoff* gibt. Für unter 18-Jährige gebe es auch noch keine allgemeine Impfempfehlung. „Es kann sein, dass Herdenimmunität* nur für einzelne Einrichtungen wie Pflegeheime erreicht werden kann, aber nicht für das Gros der Bevölkerung“, sagte Watzl der dpa. Vor allem die Schulen könnten so zu Orten der Ansteckung werden.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) spricht seit längerem von einem Ziel von mehr als 80 Prozent immunen Menschen – nach vollständiger Impfung oder Infektion plus Impfung –, um weitgehend auf Maßnahmen und Regeln verzichten zu können. Anfangs wurde noch zwei Drittel der Bevölkerung als Ziel genannt, doch aufgrund der aggressiveren Varianten musste dieses Ziel nach oben hin korrigiert werden.

Hoffung: Nur kleine Ausbrüche durch Delta-Variante

Watzl nennt jedoch schon das Erreichen einer Impfquote von 60 bis 70 Prozent eine große Hilfe. „Die Hoffnung ist, dass es dann nur noch zu kleineren Ausbrüchen kommt, die keine Lockdown-Maßnahmen mehr erfordern“, sagte er der dpa. Infizieren würden sich dann Personen, die nicht geimpft werden können, es nicht wollen oder bei denen die Impfung, etwa aus Altersgründen, nicht so gut anspreche. „Die gute Nachricht ist: Jeder, der vollständig geimpft ist, ist auch vor Delta geschützt.“

Wachsamkeit sei jedoch nun das Maß der Stunde, damit keine vierte Welle entstehe. Kontakte müssten nachverfolgt werden. Seit Anfang Juni wächst der Anteil von Delta an den gesamten Infektionen in Deutschland, von 3,7 auf nun etwa 6,2 Prozent. In absoluten Zahlen entwickelten sich die Delta-Fälle jedoch rückläufig, ebenso wie die Corona-Fälle insgesamt, betonte Watzl. „Das ist ein Unterschied im Vergleich zur Ausbreitung der in Großbritannien entdeckten Variante Alpha zu Jahresbeginn. Diese Variante hatte immer mehr zugelegt, was aber zunächst durch den insgesamt sinkenden Trend der Fallzahlen verdeckt blieb.“ (als mit dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Markus Scholz/dpa

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