Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Warten hier bald Kinder auf den Piks? Impfzentrum in Tübingen.
+
Warten hier bald Kinder auf den Piks? Impfzentrum in Tübingen.

Corona-Virus

Debatte über Kinder-Impfung geht weiter

Alle Autoren
    schließen
  • Tim Szent-Ivanyi
    Tim Szent-Ivanyi
  • Eva Quadbeck
    Eva Quadbeck
  • Kristina Dunz

Bund und Länder ringen um einen klaren Beschluss zur Immunisierung von 12- bis 18-Jährigen

Auf dem Impfgipfel von Bund und Ländern zeichnen sich Differenzen über die Immunisierung von Kindern und Jugendlichen im Sommer ab. Während einzelne Ministerpräsident:innen vor zu schnellen Entscheidungen warnten und die Entscheidung der Ständigen Impfkommission (Stiko) abwarten wollten, hat der Bund bereits Pläne für die Impfung der Heranwachsenden vorgelegt.

Unklar blieb, ob es am Ende der Konferenz konkrete Beschlüsse geben sollte. Eine Beschlussvorlage lag zu Beginn der virtuellen Konferenz, an der für die Bundesseite neben Kanzlerin Angela Merkel auch Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) teilnahm, nicht vor. Weitere Themen sollten das Impfen in sozialen Brennpunkten, die Verteilung von Impfstoffen und der geplante digitale Impfpass sein.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) erklärte zum Beginn der Gespräche, sie warne vor einer „überstürzten“ Entscheidung zur Impfung von Kindern und Jugendlichen. Man müsse den Beschluss der Stiko abwarten. Diese hatte erklärt, noch einige Tage zur Prüfung zu benötigen. Es zeichnet sich allerdings schon jetzt ab, dass die Kommission keine allgemeine Impfempfehlung für die Altersgruppe zwischen 12 und 16 abgeben, sondern das Impfen nur bei chronischen Vorerkrankungen empfehlen wird. Trotz der Bedenken legte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Ländern bereits konkrete Zahlen vor. Er geht davon aus, dass sich rund 60 Prozent der 12- bis 18-Jährigen gegen das Coronavirus impfen lassen wollen. Das wären 3,18 Millionen Menschen, für die bei einer zweimaligen Impfung insgesamt 6,4 Millionen Dosen nötig wären. Die Altersgruppe 12 bis 18 hat insgesamt eine Stärke von 5,3 Millionen Personen.

Die erforderlichen Dosen für die Erstimpfung sollen den Ländern nach den Plänen des Gesundheitsministeriums zusätzlich zur Verfügung gestellt werden. Infrage kommt bisher nur das Vakzin von Biontech/Pfizer, dessen EU-Zulassung für die Altersgruppe zwischen 12 und 15 Jahren für Ende Mai erwartet wird. Für 16- bis 18-Jährige ist der Impfstoff bereits zugelassen.

Unterdessen reißt die Kritik an der zögerlichen Haltung der Stiko in Bezug auf Impfungen für Kinder und Jugendliche nicht ab. „Wenn sie sich nicht festlegt, schiebt sie die Verantwortung den Eltern, Kindern und Ärzten allein zu“, sagte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. „Das wirft uns zurück in den Bemühungen, Kinder und Jugendliche zu impfen, weil zahlreiche Ärzte verständlicherweise ohne Empfehlung der Stiko junge Menschen nicht impfen wollen. Sie müsste zumindest eine Botschaft senden.“ Er setze nun auf eine klare Empfehlung der Ministerpräsident:innen und der Bundeskanzlerin für die Impfung von 12- bis 18-Jährigen. Zuvor hatte bereits Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) Kritik an der Stiko geübt.

Eine positive Bilanz zog Spahn in seinem Bericht an die Länder über die bisherige Impfkampagne. Unterstelle man eine Impfbereitschaft von 75 Prozent der Erwachsenen, seien bereits zwei Drittel dieser Gruppe impfbereiter Erwachsener in Deutschland mindestens einmal geimpft, heißt es in dem Bericht. Bis Ende Juni würden voraussichtlich mehr als 40 Millionen Menschen in Deutschland mindestens einmal geimpft sein, das seien mehr als 50 Prozent der Bevölkerung und fast 80 Prozent aller impfbereiten Erwachsenen.

Unsicherheiten bestehen allerdings weiterhin bei den Liefermengen. Nach aktuellen Zahlen des Gesundheitsministeriums wurden von den 80 Millionen zugesagten Dosen für das laufende zweite Quartal 31 Millionen ausgeliefert. Die Lieferung von weiteren 32 Millionen Dosen sei für die verbleibenden Wochen des Quartals bereits fest terminiert. Unterm Strich ist damit unbekannt, wann die restlichen 17 Millionen Dosen geliefert werden. Für das dritte Quartal ab Juli werden dann zwischen 137 und 140 Millionen Impfdosen erwartet. Auch hier gibt es von den Herstellern aber bisher keine Liefertermine.

Leitartikel Seite 11

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare