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23. August 1990, 3 Uhr morgens: Stehend begrüßen die Abgeordneten der Volkskammer mit Applaus den Beschluss über den Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland zum 3. Oktober 1990.

Letzte Volkskammer

„Vergessene Abgeordnete“

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Die Grünen kritisieren, dass die Parlamentarier der letzten DDR-Volkskammer nicht richtig gewürdigt würden. 

Am 18. März 2020 jährt sie sich zum 30. Mal – die Wahl der letzten DDR-Volkskammer. Sie hatte besondere Bedeutung, denn es war die letzte. Und: Es war eine freie Wahl.

Der Bundestag würdigt diese frei gewählten deutschen Parlamentarier nicht anständig, kritisieren 23 Grünen-Abgeordnete um Parteichefin Annalena Baerbock und Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt in einem Schreiben an das Bundestagspräsidium, das dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorliegt. Kritikpunkt ist die Installation „Archiv der deutschen Abgeordneten“ des französischen Künstlers Christian Boltanski, die 5000 Namen frei gewählter deutscher Abgeordneter von 1919 bis 1999 verzeichnet. 256 Namen von Parlamentariern fehlen – darunter sind Persönlichkeiten wie die 2001 verstorbene Sozialdemokratin Regine Hildebrandt oder Jens Reich vom Neuen Forum.

Die Grünen kritisieren, dass im Flyer zum „Archiv“ und der Internetpräsentation bislang immer noch nicht darauf hingewiesen wird, dass die 256 „vergessenen“ Abgeordneten der frei gewählten Volkskammer zu den demokratisch gewählten Abgeordneten gehören.

„Ein Jahr hatte der Künstler Christian Boltanski Zeit, sein Werk zu ergänzen“, heißt es in dem Schreiben. Die Grünen schlagen deshalb vor, „einen künstlerischen Wettbewerb auszurufen, um im Umfeld des ‚Archives‘ die ‚vergessene‘ Wahl sowie die darob ‚vergessenen‘ Abgeordneten darzustellen und die Umstände des ‚Vergessens‘ aufzuarbeiten“.

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