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Auch hessische Politiker sind betroffen.

Hessen

Daten von Bouffier bis Schäfer-Gümbel

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Viele hessische Politiker tauchen in den vom Datendiebstahl betroffenen Dokumenten auf ? insbesondere ein CDU-Hinterbänkler.

In Hessen sind von dem aktuellen Datendiebstahl zahlreiche prominente Politiker betroffen. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) taucht ebenso in den Veröffentlichungen auf wie der frühere CDU-Bundesgeneralsekretär Peter Tauber und der aktuelle hessische CDU-Generalsekretär Manfred Pentz, der SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel, die Parteichefs Kai Klose (Grüne) und Stefan Ruppert (FDP) oder die Fraktionsvorsitzenden Mathias Wagner (Grüne) und Janine Wissler (Linke).

Von Bouffier wurde etwa ein Brief an die CDU-Mitglieder aus dem Jahr 2016 veröffentlicht, von den anderen prominenten Hessen Telefonnummern sowie zum Teil Privatadressen und Mail-Anschriften. Dagegen trifft es einen CDU-Hinterbänkler aus dem Hessischen Landtag härter.

Die kompletten Kontaktdaten – Telefonnummern wie Email-Kontakte – des 38-jährigen Andreas Hofmeister aus Bad Camberg (Kreis Limburg-Weilburg) fanden sich kopiert im Netz wieder. Die Daten sind anscheinend recht frisch abgegriffen worden: Die aktuellste Telefonnummer wurde ausweislich der Daten Ende September 2018 eingespeichert.

Hofmeister nahm es am Freitag gelassen auf. „Das ist nicht schön“, sagte er der Frankfurter Rundschau. „Aber man weiß, dass man mit den digitalen Möglichkeiten in eine solche Situation kommen kann.“ Hacker-Angriffe seien offenbar nicht zu verhindern, „wenn jemand mit krimineller Energie zu Werke geht“.

Auch Hessens Innenminister Peter Beuth und Finanzminister Thomas Schäfer (beide CDU) tauchen in den Listen mit Handynummern auf. Beuths Sprecher Michael Schaich sagte der FR, es seien bei dem Hacker-Angriff „nach derzeitigem Stand keine sicherheitsrelevanten Daten abgeflossen“. Allerdings würden die Namen und Daten von den Sicherheitsbehörden überprüft.

Die Behörden informierten Landtagsabgeordnete und Landesminister darüber, ob sie betroffen seien oder nicht. Außerdem stehe eine Hotline für sie zur Verfügung – auch um sich beraten zu lassen, ob Passwörter oder Telefonnummern geändert werden sollten.

SPD-Politiker Schäfer-Gümbel, der auch Parteivize auf Bundesebene ist, nannte den Datenklau einen Versuch, „Besorgnis und Unsicherheit zu schüren“. Es sei „nicht nur inakzeptabel, sondern kriminell“, wenn dabei persönliche Daten veröffentlicht würden. Für den Sozialdemokraten selbst sind die Auswirkungen gering. In den Dateien finden sich nach Angaben seines Sprechers Christoph Gehring die ohnehin frei zugängliche Büronummer sowie eine Handynummer, die seit zwei Jahren nicht mehr gelte.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen im Landtag, Jürgen Frömmrich, sprach von einem „massiven Angriff auf die Privatsphäre auch von hessischen Politikerinnen und Politikern“. Die Linke Wissler nannte es „besorgniserregend, wenn Konten gehackt werden“.

FDP-Chef Ruppert sagte, er sei bereits vorsichtiger geworden. Er greife nicht mehr wie in früheren Jahren von seinem privaten Rechner auf den Bundestags-Account zu.

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