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DAS WORT „GASTARBEITER“

  • Tanja Kokoska
    VonTanja Kokoska
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Es bezeichnet die Arbeitsmigrantinnen und -migranten, die in den 1950er und 1960er Jahren gezielt von Deutschland angeworben wurden, um den Arbeitskräftemangel in der Nachkriegszeit auszugleichen. Sie trugen in hohem Maße zum sogenannten Wirtschaftswunder bei, schreibt die Bundeszentrale für politische Bildung. Es handelt sich um ein Wort der Alltagssprache, nicht um einen amtlichen Begriff.

Die FR hat entschieden, ihn in Anführungszeichen zu verwenden – außer,er wird von unseren Autorinnen, die Kinder von „Gastarbeitern“ sind, selbst gebraucht.

Bilaterale Verträge zur Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte schloss die Bundesrepublik Deutschland mit Italien (1955), Spanien und Griechenland (1960). Ein Jahr später – am 30. Oktober 1961 – wurde das entsprechende Abkommen mit der Türkei unterzeichnet. Es folgten noch weitere mit Marokko (1963), Portugal (1964), Tunesien (1965) und dem damaligen Jugoslawien (1968).

Die Arbeitsmigrant:innen – mindestens ein Viertel waren Frauen – sollten ursprünglich nur vorübergehend in der Bundesrepublik bleiben und dann wieder in ihr Heimatland zurückkehren. Einige blieben dauerhaft und holten ihre Familien nach. Die meisten hatten wenig Kontakte zu Deutschen, wollten nicht auffallen, nahmen alles hin, sagt der Leiter des Zentrums für Türkeistudien und Integrationsforschung, Haci Halil Uslucan: „Zentrales Motiv war ja, in kurzer Zeit viel Geld zu verdienen, um dann schnell zurückzukehren.“

Mit dem „Anwerbestopp“ im Zuge der Ölpreiskrise und steigender Arbeitslosigkeit wurde die Rekrutierung 1973 beendet. Bis zu diesem Zeitpunkt kamen insgesamt 14 Millionen Arbeitsmigrant:innen in die Bundesrepublik – elf Millionen von ihnen kehrten wieder in ihre Herkunftsländer zurück. Heute leben in Deutschland rund 2,8 Millionen Menschen mit Wurzeln in der Türkei. osk

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