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Das Ozonloch schrumpft, aber ist noch nicht geschlossen

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Von: Joachim Wille

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Für das Ozonloch schädliche Stoffe wie FCKW wurden in alten Kühlschränken verwendet. Das Verbot zeigt nun Wirkung.
Für das Ozonloch schädliche Stoffe wie FCKW wurden in alten Kühlschränken verwendet. Das Verbot zeigt nun Wirkung. © dpa

Das internationale Verbot von Ozon-Killern war erfolgreich. Das hilft auch dem Klimaschutz und kann Vorbild sein.

Der Schock kam im Jahr 1985: Wissenschaftler:innen stellten fest, dass sich über dem Südpol erstmals ein regelrechtes „Loch“ in der Ozonschicht auftat. Der lebenswichtige Schutzschild in der Erdatmosphäre, der die gefährliche UV-Strahlung aus dem Weltall filtert, war dort praktisch verschwunden – und schien auch global gefährdet. Jetzt hat ein UN-Gremium eine positive Bilanz gezogen: Die Schritte zum Schutz der Ozonschicht wirken, und sie nützen auch dem Klima.

Bis der Zustand von 1980 widerhergestellt ist, werden jedoch noch Jahrzehnte vergehen. Nach den Projektionen dürfte das über der Antarktis erst bis etwa 2066, über der Arktis bis 2045 und über dem Rest der Welt bis 2040 dauern. Entwarnung geben die Forscher:innen bezüglich der Schwankungen der Größe des Ozonlochs am Südpol, die zwischen 2019 und 2021 festgestellt wurden. Dabei vergrößerten sich dessen Fläche und Tiefe allmählich. Diese Entwicklung seien aber „weitgehend auf die meteorologischen Bedingungen zurückzuführen“, so das Forschunsgteam.

Beim Ozon reagierte die Staatengemeinschaft schnell

Die Politik hatte nach dem Schock von 1985 schnell gehandelt: Schon am 16. September 1987 wurde das Montrealer Protokoll zum Schutz der Ozonschicht beschlossen. Ozonkiller wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) wurden sofort, andere später verboten. Der von den Vereinten Nationen unterstützte wissenschaftliche Bewertungsausschuss des Protokolls, der alle vier Jahre einen Bericht veröffentlicht, stellt nun fest, dass fast 99 Prozent der verbotenen Stoffe tatsächlich aus dem Verkehr gezogen wurden. Das habe zu einer bemerkenswerten Erholung der Ozonschicht und so zu einer geringeren Exposition des Menschen gegenüber schädlichen UV-Strahlen der Sonne geführt.

Meg Seki, die Leiterin des Ozon-Sekretariats beim UN-Umweltprogramm (Unep) in Nairobi kommentierte: „Dass die Erholung der Ozonschicht auf dem richtigen Weg ist, ist eine fantastische Nachricht.“ In den vergangenen 35 Jahren habe sich das Protokoll zu einem „wahren Champion für die Umwelt“ entwickelt. Aber auch die positiven Folgen auf die Eindämmung des Klimawandels könnten gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Der jetzt vorgelegte Report belegt diese Aussage. Verwiesen wird darin auf die so genannte Kigali-Ergänzung zum Montrealer Protokoll von 2016, die schrittweise die Einstellung der Produktion und des Verbrauchs einiger teilhalogenierter Fluorkohlenwasserstoffe (HFKW) verlangt. HFKW führen nicht direkt zum Abbau von Ozon, sind aber starke Treibhausgase. Dem Bewertungsgremium zufolge wird dies schätzungsweise eine globale Erwärmung um 0,3 bis 0,5 Grad Celsius bis zum Jahr 2100 verhindern, die zusätzlich zur Aufheizung durch andere Klimagase entstanden wäre.

Konsequentes Handeln soll Vorbild für andere Aspekte der Klimakrise sein

Der Generalsekretär der Weltorganisation für Meteorologie, Petteri Taalas, forderte denn auch, die Ozonkiller-Eindämmung als Vorbild zu nehmen. „Unser Erfolg bei der schrittweisen Abschaffung ozonschädigender Chemikalien zeigt uns, was getan werden kann und muss – und zwar dringend -, um von fossilen Brennstoffen wegzukommen, Treibhausgase zu reduzieren und so den Temperaturanstieg zu begrenzen“, sagte er.

Eine Warnung sprach das Bewertungsgremium in Bezug auf Geoengineering-Maßnahmen aus, mit denen versucht werden könnte, die Erderwärmung durch Injektion von Schwefelverbindungen in die Atmosphäre – etwa per Flugzeug – zu senken. Dabei würde das Sonnenlicht durch verstärke Reflexion zurück ins Weltall verringert, wie das auch nach Vulkanausbrüchen beobachtet wurde. Bis heute wird an dieser Idee geforscht, obwohl sie mit großen Risiken verbunden ist. In dem neuen Report werden diese unterstrichen. Es drohten negative Folgen für die Ozonschicht, warnen die Expert:innen, so könnten sowohl die Temperaturen in der Stratosphäre als auch die Ozonproduktions- und -zerstörungsraten beeinflußt werden.

Der aktuelle Report wurde von einer großen internationalen Expert:innengruppe zusammengestellt, an der neben WMO und Unep auch die US-Wetterbehörde NOAA, die Nasa und Stellen der EU beteiligt waren.

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