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„Natürlicher“ Klimaschützer: Ein Moor in Mecklenburg-Vorpommern.
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„Natürlicher“ Klimaschützer: Ein Moor in Mecklenburg-Vorpommern.

COP26

Klimakonferenz in Glasgow: Das Klima mit Wäldern und Mooren schützen

  • VonSandra Kirchner
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  • Jörg Staude
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Ohne großen technischen Aufwand ist es möglich, die Natur für den Klimaschutz einzuspannen - und das zu vergleichsweise geringen Kosten. Doch das Potential wird nicht ausgeschöpft.

Die Klimakrise und die Biodiversitätskrise sind zwei Seiten derselben Medaille, sie können nur zusammen gelöst werden. Das ist auch beim Klimagipfel in Glasgow angekommen. Dort haben jetzt 45 Regierungen zugesagt, Maßnahmen für eine nachhaltige Landwirtschaft zu ergreifen und Investitionen zum Naturschutz zu tätigen.

Vier Milliarden US-Dollar an neuen Investitionen des öffentlichen Sektors sollen danach in landwirtschaftliche Innovationen fließen. Damit sollen die Entwicklung hitzeresistenter Pflanzen oder Maßnahmen zur Verbesserung der Bodengesundheit finanziert werden. Was die neue Initiative konkret an Treibhausgas-Reduktionen bringen kann, blieb allerdings unklar.

Klimakonferenz in Glasgow: Potential „naturbasierter Lösungen“ ist enorm

In der Land- und Forstwirtschaft entsteht weltweit rund ein Viertel der weltweiten Treibhausgas-Emissionen. Fast die Hälfte davon stammt aus sogenannten Landnutzungsänderungen, wenn also Wälder zu Äckern oder Weideland umgewandelt oder Moore trockengelegt werden. Solche Eingriffe haben weitreichende Konsequenzen. Sie setzen nicht nur Treibhausgase frei, sondern schädigen ebenso die Ökosysteme und verringern die Artenvielfalt. Deshalb fordern Wissenschaftler:innen auch, dass mehr Agrarflächen und Forste nachhaltig bewirtschaftet werden müssen. Der Weltklimarat IPCC und der Weltbiodiversitätsrat IPBES haben erst in diesem Jahr gemeinsam gemahnt, dass beide Krisen unbedingt gemeinsam bewältigt werden müssen.

Die Artenvielfalt zu erhalten ist oft auch sinnvoll für den Klimaschutz. Wenn beispielsweise Moore stärker geschützt oder renaturiert werden, ist das gut für die Arten, die sich an Moore angepasst haben, aber auch für die CO 2 -Speicherung. Ebenso stabilisiert der Schutz von naturnahen Wäldern, Feuchtgebieten, Savannen oder Mangroven das Klima wie die Artenvielfalt.

Zudem ist es heute schon ohne großen technischen Aufwand möglich, die Natur für den Klimaschutz einzuspannen - und das zu vergleichsweise geringen Kosten. Das Potenzial dieser „naturbasierten“ Lösungen ist enorm, Wissenschaftler:innen schätzen sie auf elf Milliarden Tonnen CO 2 -Äquivalente jährlich. Das entspricht fast einem Drittel der bis 2030 benötigten Einsparungen zum Erreichen der Pariser Klimaziele.

Klimakonferenz in Glasgow: Mehr als 90 Prozent der KIimapläne setzen auf die Natur

Die Politik hat die Chancen der Natur als Klimaretterin mittlerweile erkannt. Mehr als 90 Prozent der aktualisierten Klimapläne der Staaten enthalten Maßnahmen gegen den Verlust der Natur. Das geht aus einem Bericht der Umweltstiftung WWF hervor, der in Glasgow vorgestellt wurde. „Es ist ermutigend, dass mehr Länder auf die Natur beim Klimaschutz setzen, denn es gibt keinen Weg, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, ohne die Natur zu schützen und wiederherzustellen“, sagte WWF-Experte Stephen Cornelius. Ausgeschöpft sei das Potenzial damit aber längst noch nicht. Gleichzeitig müssen sich Landwirt:innen weltweit laut einer neuen Studie der Nasa und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) auf neue Klimarealitäten einstellen.

So könnten die Mais-Erträge bis zum Jahr 2100 global um fast ein Viertel zurückgehen, die von Weizen aber um rund 17 Prozent steigen. Mais wird viel in subtropischen und tropischen Ländern angebaut, die von steigenden Temperaturen heftiger betroffen sein werden. Bei Weizen hingegen, der am besten in gemäßigten Klimazonen gedeiht, könnte die Produktivität in den derzeitigen Anbauregionen steigen.

Das bedeute, dass sich die Landwirte anpassen müssen, indem sie zum Beispiel den Zeitpunkt der Aussaat verändern oder andere Pflanzensorten verwenden, meint Studien-Hauptautor Jonas Jägermeyr, Klimawissenschaftler der Nasa und am PIK. Allerdings: „Unter dem Strich werden die Zuwächse bei Weizen im globalen Norden die Verluste bei Mais im globalen Süden nicht ausgleichen“, warnt Mitautor und PIK-Forscher Christoph Müller.

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