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60 JAHRE DANACH

"Danke!"

Alfred Sturm, geboren 1924, lernte schon bei der Gefangennahme durch die Amerikaner, wie freundlich das Wort "Herren" klingen kann - ganz anders als von den angeblichen "Herrenmenschen" gewohnt.

"Meine Herren, legen Sie Ihre Waffen ab!"

Wir schauten uns alle erschrocken an. Was wir da hörten, das klang so unwahrscheinlich. Und wieder "Meine Herren?". Es war keine Täuschung, es war Wirklichkeit. Ein amerikanischer Offizier redete uns auf Deutsch mit "Meine Herren?" an. Er sprach das laut über eine Art von Megaphon.

Wir alle, Soldaten des verlorenen Krieges, wurden von unseren siegreichen Gegnern als "Meine Herren?" begrüßt!

Hier im Harzgebirge, eine der letzten Inseln des Krieges, hatten wir uns den Amerikanern ergeben. Zugegeben, wir waren froh, dass für uns der Schrecken zu Ende war. Unsere Gewehre hatten wir schon weggeschmissen, begeistert in einen Teich versenkt. Und waren auf der Suche nach den Siegersoldaten, denen wir uns ergeben konnten.

Und jetzt diese Überraschung: "Meine Herren?", wie ein Befehl klang das nicht, eher wie eine freundliche Aufforderung. Eine neue Welt tat sich vor uns auf, keine Welt der "Herren?". Eine Welt der Freunde. In meinem Kopf klang plötzlich Glenn Miller auf, durch unseren Volksempfänger habe ich diese Musik einige Male gehört. Für mich unvergessliche Melodien, so unvergesslich wie dieses: "Meine Herren, legen Sie Ihre Waffen ab. Danke!"

Auch dieses "Danke!" klang - gut verständlich - durch das scheppernde Megaphon.

Alfred Sturm, Heppenheim

Serie: Das Tagebuch, FR-Leserinnen und Leser berichten 60 Jahre danach

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