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Cum-Ex-Untersuchungsausschuss: Was von der Befragung von Scholz zu erwarten ist

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Von: Moritz Serif

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Olaf Scholz erscheint am Freitag vor dem Hamburger Untersuchungsausschuss. Die Parteien haben unterschiedliche Erwartungen an die Befragung.

Hamburg - CDU und Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft setzen große Erwartungen in die zweite Vernehmung von Bundeskanzler Olaf Scholz vor dem Untersuchungsausschuss zum Cum-Ex-Skandal an diesem Freitag (19. August). „Ich erwarte von Herrn Scholz, dass er endlich auspackt und reinen Tisch macht“, sagte der Obmann der CDU, Richard Seelmaecker. Niemand glaube an die Erinnerungslücken, auf die sich der Kanzler im Zusammenhang mit Treffen mit den Gesellschaftern der in den Skandal verwickelten Warburg Bank in seiner Zeit als Hamburger Bürgermeister beruft.

Der Ausschuss soll eine mögliche Einflussnahme führender SPD-Politiker auf die steuerliche Behandlung der Bank klären. Es geht um Forderungen von vielen Millionen Euro, die die Hamburger Finanzverwaltung 2016 zunächst hatte verjähren lassen.
Er erwarte, dass Scholz die Fragen wahrheitsgemäß und präzise beantwortet „und nicht rumeiert oder ausweicht“, sagte Seelmaecker.

Cum-Ex-Untersuchungsausschuss: „Zeit des Durchmogelns von Scholz ist vorbei“

„Anders als in anderen Situationen ist er im Untersuchungsausschuss verpflichtet, die Wahrheit zu sagen.“
„Die Zeit des Durchmogelns von Scholz & Co. ist jetzt endgültig vorbei“, sagte auch Linken-Obmann Norbert Hackbusch. „Es steht im Raum, dass dem Untersuchungsausschuss wichtige Informationen vorenthalten wurden.“ Ein entsprechender Verdacht geht Angaben aus dem Ausschuss zufolge aus den von der Staatsanwaltschaft Köln übermittelten Ermittlungsakten hervor. „Sollte sich dieser Verdacht erhärten, wäre das ein weiterer, gravierender Skandal“, sagte Hackbusch.

SPD-Obmann Milan Pein verwies darauf, dass sich die Vorwürfe bislang im Ausschuss nicht bestätigt hätten. „Über 50 Zeug:innen aus unterschiedlichen Ämtern, Behörden und Abteilungen haben unabhängig voneinander sehr deutlich gemacht, dass es keine politische Einflussnahme auf das Steuerverfahren der Warburg Bank gegeben hat.“

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) muss wieder vor den Cum-Ex-Untersuchungsausschuss.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) © Carsten Koall/dpa/Archivbild

Scholz äußert sich zum Cum-Ex-Untersuchungsausschuss

Der Kanzler selbst hat die Erwartungen an seine Aussage bereits gedämpft. Scholz sagte in seiner Sommerpressekonferenz, der Ausschuss habe seit seiner Einsetzung Ende 2020 keine Erkenntnis über eine Einflussnahme erbracht. „Ich bin sicher, dass diese Erkenntnis nicht mehr geändert werden wird“, sagte Scholz.

Die Unionsfraktion im Bundestag will die Aussage des Bundeskanzlers nach Worten von Fraktionsvize Mathias Middelberg (CDU) „mit hoher Aufmerksamkeit“ verfolgen. „Abhängig von der Qualität und der Glaubhaftigkeit der Aussage, werden wir entscheiden, ob Olaf Scholz auch zur Befragung in den Finanzausschuss des Deutschen Bundestages einzuladen ist“, sagte Middelberg der Neuen Osnabrücker Zeitung.

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