Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder bei einer Videokonferenz des CSU-Vorstands
+
Der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder ist der Vorsitzende der CSU.

Porträt

CSU: Die kleine Schwester aus Bayern

  • Alexander Seipp
    VonAlexander Seipp
    schließen

Die CSU ist die kleinere der beiden Unionsparteien und tritt nur in Bayern zur Bundestagswahl an. Von Anfang an machte die Partei aber deutschlandweit von sich reden.

Berlin - Die Union regiert Deutschland seit 16 Jahren, seit der Gründung der Bundesrepublik 1949 stellten die Christlich-Konservativen insgesamt 52 Jahre den Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin. Doch die Union hat eine Besonderheit. Denn eigentlich besteht sie aus formell unabhängigen Schwesterparteien: der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU) und der Christlich Sozialen Union in Bayern (CSU) .

Entstanden ist diese für die Parteienlandschaft seltsame Formierung nach dem Zweiten Weltkrieg. Bereits 1945 formierten sich die ersten Elemente der späteren CSU, mit dem Ziel eines konservativen und christlich geprägten Kurses für Bayern. Während sich jedoch in den restlichen Bundesländern die CDU durchsetzte, pochte die bayerische CSU immer wieder auf ihre Unabhängigkeit von der christlichen Schwesterpartei. In der Tradition verstand sich die CSU als Fortführung der Bayerischen Volkspartei aus der Weimarer Zeit.

Die CSU hat das konservative Monopol in Bayern

Politisch unterscheiden sich die beiden Unionsparteien auf den ersten Blick wenig. Beide verstehen sich als Vertreter der Christdemokratie, sind in der Tendenz konservativ, für Föderalismus und Soziale Marktwirtschaft. Die CSU ist jedoch die Konservativere der beiden Schwesternparteien, stets mit einem starken Fokus auf das Bundesland Bayern. In der Bundespolitik wurde diese Bevorteilung des Bundeslandes auch immer wieder kritisiert.

In Bayern selbst hat die CSU quasi ein Monopol: Seit 1957 stellt sie in dem süddeutschen Bundesland den Ministerpräsidenten, der meist auch zugleich Parteivorsitzender der CSU ist. Lange Zeit regierte die CSU das Bundesland sogar, ohne auf Koalitionspartner angewiesen zu sein. Derzeitiger CSU-Chef und bayerischer Ministerpräsident ist Markus Söder, der auch als möglicher Kanzlerkandidat der Union für die Bundestagswahl 2021 gehandelt wurde. Das Rennen machte allerdings Armin Laschet.

Nicht immer einig mit der CDU

Bundespolitisch setzt die CSU meistens auf Harmonie mit der CDU. Die CSU bleibt in Bayern, die CDU ist in den anderen Bundesländern vertreten. Im Bundestag sitzen beide Parteien in derselben Fraktion, was dazu führt, dass beide Parteien bundespolitisch oft fälschlicherweise als identisch angesehen werden. Die CSU ist auch im Europaparlament vertreten, dort gehören sie wie die Abgeordneten der CDU der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) an.

NameChristlich Soziale Union in Bayern (CSU)
VorsitzenderMarkus Söder (Seit dem 19. Januar 2019)
Gründung13. Oktober 1945
HauptsitzFranz-Josef-Strauß-Haus, München
AusrichtungChristdemokratisch, Konservativ
Mitgliederzahl140.876 (Stand 9. Dezember 2019)
Frauenanteil20 Prozent

Einigkeit herrschte jedoch nicht immer: Im Laufe der Geschichte der Parteien gab es immer wieder Momente, die die Zusammenarbeit mit der großen Schwester auf die Probe stellten. So etwa 19796, als die CSU-Landesgruppe im Bundestag beschloss, die Fraktionsgemeinschaft nicht fortzuführen. Grund war, dass die CSU bei der vorhergehenden Bundestagswahl zwar 60 Prozent der Stimmen in Bayern geholt hatte, die Kanzlerschaft jedoch an Helmut Schmidt von der SPD ging.

Die CSU bekommt Konkurrenz am rechten Rand

Auch später kam es immer wieder zu ähnlichen Vorfällen und Drohungen, zuletzt 2016, als CSU-Parteichef Horst Seehofer Kanzlerin Angela Merkels Kurs in der Flüchtlingspolitik nicht mehr mittragen wollte. Meistens blieb es jedoch bei Drohungen, die die CSU meistens dazu nutzte, den Diskurs zu ihren Gunsten zu verschieben, oder Druck auf die große Schwester CDU aufzubauen. Obwohl die CSU nur im Bundesland Bayern antritt, sieht sie sich als autonomen Akteur im politischen Berlin.

Lange Zeit sah sich die CSU als alleinige Vertretung der Konservativen. So sagte der langjährige Parteivorsitzende und Bundesminister Franz Josef Strauß einmal, dass es rechts von der CSU keine demokratisch legitimierte Partei geben dürfe. In den vergangenen Jahren spürt die CSU daher vor allem den Druck der mittlerweile in allen Landesparlamenten und auch im Bundestag vertretenen Alternative für Deutschland (AfD). Eine Koalition mit den Rechtspopulisten lehnt die CSU jedoch strikt ab. (Alexander Seipp)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare