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Zeichen für Vielfalt: Regenbogenflaggen wehen über Bundestag und Kanzleramt

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Von: Sandra Kathe

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Hunderttausende ziehen zum Christopher-Street-Day (CSD) durch die Hauptstadt. An vielen Regierungsgebäuden werden dazu erstmals Regenbogenflaggen gehisst.

Berlin – Auf den Straßen Berlins wird Christopher-Street-Day (CSD) gefeiert und die ersten politischen Institutionen der Hauptstadt haben das Großereignis zum Anlass genommen, ein Zeichen zu setzen. Sie folgten der offiziellen Genehmigung des Innenministeriums, die die Regenbogenflagge als Symbol der queeren Community in die Riege der Flaggen aufnahm, die zu besonderen Anlässen an Gebäuden der Bundesregierung gehisst werden dürfen.

Das erstmalige Hissen des Symbols für Vielfalt und Freiheit an drei Stellen am Bundestagsgebäude hatte Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) im Juni offiziell angeordnet. Weitere Regenbogenflaggen wehten seit Samstagvormittag über dem Bundeskanzleramt, dem Bundesinnen- sowie dem Bundesverteidigungsministerium und am Roten Rathaus, dem Regierungssitz der amtierenden Berliner Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) und des Senats der Stadt Berlin.

Über dem Bundestag weht zum Berliner CSD 2022 erstmals eine Regenbogenflagge.
Über dem Bundestag weht zum Berliner CSD 2022 erstmals eine Regenbogenflagge. © Christian Spicker/imago-images.de

CSD in Berlin: Regenbogenflagge weht über vielen Regierungsgebäuden

Giffey betonte in einer Erklärung: „Berlin ist und bleibt Regenbogenhauptstadt“ und betonte, dass die „bunte Vielfalt“, die „eine der größten LSBTI-Communities“ in Europa in der Stadt schaffe, Berlin Tag für Tag bereichere. Dennoch würden hier und anderswo „Menschen, die sich zur LSBTI-Community zählen, ausgegrenzt und sogar körperlich angegriffen“, sagte Giffey weiter und forderte: „Hass und Ausgrenzung müssen wir uns deshalb entschieden entgegenstellen.“ Das bedeute auch, dass Menschen, die nicht Teil der queeren Community sind, klar Haltung beziehen.

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas forderte die Menschen in Deutschland in einer auf dem Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlichten Videobotschaft dazu auf, entschlossen gegen Gewalt an queeren Menschen vorzugehen. Denn: „Frei ist ein Gesellschaft erst dann, wenn alle Menschen immer selbstbewusst, selbstbestimmt und sicher leben können.“ Dazu kündigte sie an, dass der Bundestag die Regenbogenflagge künftig regelmäßig am Berliner CSD sowie dem 17. Mai als internationalem Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie hissen werde. Das Parlament wolle mit dieser Geste ein Zeichen setzen für eine „Kultur des Respekts und der Wertschätzung“.

Zum ersten Mal weht anlässlich des Christopher-Street-Days eine Regenbogenflagge über dem deutschen Parlament in Berlin.
Zum ersten Mal weht anlässlich des Christopher-Street-Days eine Regenbogenflagge über dem deutschen Parlament in Berlin. © Christoph Soeder/dpa

Rund 150.000 kommen zum CSD in Berlin und fordern eine Ende von Hass und Diskriminierung

Laut Informationen des Organisationsteams des Berliner CSD hatten im Vorfeld des großen Demonstrationszugs hunderttausende Menschen aus ganz Deutschland ihre Teilnahme angekündigt. Laut Angaben des Tagesspiegels waren es bis zum Nachmittag rund 150.000 Teilnehmende. Darunter waren neben Hunderttausenden Mitgliedern der queeren Community auch zahllose Menschen gekommen, um ihre Unterstützung und Solidarität zu zeigen.

Das Motto des Berliner CSD in diesem Jahr ist auch eine klare politische Botschaft: „United in Love – Gegen Hass, Krieg und Diskriminierung“. Etliche Demonstrierende trugen auf ihrem Weg durch die Hauptstadt die Nationalfarben der Ukraine und Plakate mit Aufrufen zu Frieden. (ska mit dpa/AFP)

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