1. Startseite
  2. Politik

Donald Trump möchte Bildungsministerium abschaffen - wegen sexueller Aufklärung

Erstellt:

Von: Andreas Apetz

Kommentare

CPAC-Konferenz in Texas: Der ehemalige Präsident Donald Trump hält die Abschlussrede während der Conservative Political Action Conference
Der ehemalige Präsident Donald Trump hält die Abschlussrede während der Conservative Political Action Conference (CPAC). (Archivfoto) © Shafkat Anowar/dpa

Auf der CPAC, einer Konferenz der Rechtskonservativen, wird gehetzt und gegen Minderheiten gewettert. Auch Trump hat seinen Auftritt.

Update vom Sonntag, 7. August, 8.15 Uhr: Donald Trump hielt am Samstagabend die Abschlussrede während der Conservative Political Action Conference (CPAC). Bei seinem Auftritt forderte der ehemalige US-Präsident Donald Trump die Abschaffung des Bildungsministeriums aufgrund der sexuellen Aufklärung an Schulen. In den Vereinigten Staaten müsse es strenge Verbote für die Vermittlung „unangemessener“ Inhalte an Schulkinder geben. „Kein Lehrer sollte unseren Kindern ohne elterliche Zustimmung etwas über Transgender beibringen dürfen“, sagte Trump. Das Publikum pflichtete ihm mit tosendem Applaus bei.

CPAC-Konferenz: „Wir lieben Trump“ – Demokraten-Hass und Transfeindlichkeit in Dallas

Erstmeldung vom Samstag, 6. August: Dallas – Auf der CPAC-Konferenz in Dallas ist alles möglich. Egal ob Wahlbetrugsfantasien oder Hitler-Vergleiche – die mit Verschwörungstheorien durchzogenen Reden werden vom Publikum bejubelt und gefeiert. Auf der „Conservative Political Action Conference“ am Freitag (7. August) in der US-Metropole Dallas wurde die bekannte US-Kongressabgeordnete und Querdenkerin Marjorie Taylor Greene nach ihrer Ansprache wie ein Popstar verehrt. Auch Ex-Präsident Donald Trump wird am Samstagabend auf dem Treffen der Rechtskonservativen sprechen.

Konservative Konferenz: Demokraten-Hass und Transfeindlichkeit auf der CPAC

Auf der CPAC ist das Feindbild klar definiert: Joe Biden, die Demokraten und ein liberales Weltbild. Die Eröffnung am Donnerstag übernahm Ungarns Premierminister Viktor Orban. Auf seine Rede über den „Kulturkrieg“ und den Aufruf zum Kampf gegen liberale Werte folgte tosender Applaus. Er bezeichnete sich als „altmodischen Freiheitskämpfer“ und behauptete, sein Land werde von „progressiven Liberalen“ belagert. Es brauche weniger „Dragqueens“ und mehr „Rangers“, appelierte Orban.

Weitere Reden richteten sich explizit gegen den amtierenden Präsidenten der USA und seine Regierung, gegen „Gender-Ideologie“ und die „Fake-News-Medien“. „Mein Name ist Ted Cruz und meine Pronomen sind: ‚Leck mich am Arsch‘“, sagte der erzkonservative Senator aus Texas. Auch die Abgeordnete Taylor Greene machte transfeindliche Kommentare und schimpfte: „Wir sind ein Land, in dem unseren Kindern eine Gehirnwäsche verpasst wird.“ An Schulen würden „völlig perverse Lehren“ unterrichtet. Immer wieder gab es Ovationen und Jubel für ihre Äußerungen. Donald Trump hatte sich vor kurzem in einer Rede in Tampa ebenfalls homophob gezeigt.

Conservative Political Action: Makaberes Merchandise für Trump-Anhänger

Auch populistische Fanartikel und Merchandise sind auf den Konferenzen der Rechtskonservativen beliebt. „Wir lieben Trump“, sagte Sany Dash, Betreiberin eines Stands auf der CPAC, auf dem Toilettenpapier mit dem Gesicht der demokratischen Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi und einem Hitlerbart verkauft wird. „Wir werden immer und immer wieder für ihn stimmen“, sagt Dash, während sie Strasshandtaschen in Pistolenform und funkelnde High Heels mit Trump-Aufschrift verkauft. Am Nachbarstand wurde Bidens Gesicht auf einem T-Shirt mit einem Hitlerbart verunstaltet. „Nicht mein Diktator“ stand auf dem Shirt.

Die Teilnehmenden der Konferenz sind überwiegend ältere Menschen. Sie alle „lieben“ Trump. „Ich bin mein ganzes Leben lang Republikanerin, seit ich sieben Jahre alt war“, sagt Rentnerin Ann Cooker aus Texas. Auch sie glaubt fest an die haltlosen Wahlbetrugsvorwürfe des ehemaligen Präsidenten. „Es gab einfach eine Menge Dinge, die verdächtig waren“, schildert sie „Großartig“ hingegen außerdem Keri Lake. Die 52-Jährige tritt für die Republikaner bei den Gouverneurswahlen im US-Bundesstaat Arizona an. Lake verbreitet bis heute immer wieder Lügen zur Präsidentschaftswahl 2020. Bei ihrem CPAC-Auftritt in Dallas wurde sie vom Publikum besonders laut umjubelt.

CPAC: Junge Republikanerin reist tausende Kilometer für Donald Trump

Anders als die Rentnerin Cooker glaubt Gaby DePetris nicht in gleichem Ausmaß an Wahlbetrug. Sie gehört mit 21 Jahren zu den jüngeren Teilnehmerinnen der Konferenz. Die Studentin ist aus Annapolis im US-Bundesstaat Maryland gemeinsam mit ihrem Freund Tausende Kilometer mit dem Auto nach Dallas gekommen. „Ich denke, dass es wahrscheinlich in einigen Bereichen zu Betrug gekommen ist. Ich glaube aber nicht, dass es so weit ging, dass die gesamte Wahl gekippt wurde“, sagte sie. Biden sei „wahrscheinlich“ der legitime Präsident des Landes.

Mit Politik habe sie sich erst seit kurzem auseinandergesetzt. In der Schule sei sie eher Anhängerin der demokratischen Partei gewesen, erklärte DePetris. Ihr Ex-Freund habe ihr dann die Republikaner näher gebracht. Durch YouTube-Videos habe sie sich dann über Trump und dessen Politik informiert. „Ich bin heute definitiv keine Demokratin“, sagt die 21-Jährige. (aa/dpa)

Auch interessant

Kommentare