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Covid und die Folgen: Hohe Übersterblichkeit in Südamerika

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Von: Pamela Dörhöfer

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Todesfälle in der Pandemie: Die WHO korrigiert die Zahlen für Deutschland nach unten, in anderen Weltregionen sieht es anders aus.

Die globale Übersterblichkeit während der ersten beiden Jahre der Corona-Pandemie war dreimal so hoch wie die Zahl der gemeldeten Covid-19-Todesfälle in diesem Zeitraum.

Das ergaben aktualisierte Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO, die am Mittwoch im Fachmagazin „Nature“ veröffentlicht wurden. Demnach starben 2020 und 2021 rund 14,8 Millionen Menschen mehr als zu erwarten gewesen wären, hätte es keine Pandemie gegeben. Offiziell gemeldet wurden der WHO mehr als 287 Millionen bestätigte Fälle einer Infektion mit Sars-CoV-2, darunter waren 5,4 Millionen Covid-19-Todesfälle.

Die durchschnittliche globale Pro-Kopf-Übersterblichkeitsrate lag dem WHO-Bericht zufolge im Jahr 2020 bei 0,06 Prozent, 2021 stieg sie auf 0,13 Prozent. Das übertrifft die Grippepandemien von 1957, als die Pro-Kopf-Übersterblichkeitsrate bei 0,04 Prozent lag, von 1968 (0,03 Prozent) und von 2009 (0,005 Prozent).

Zwei Einschränkungen der WHO-Schätzung gibt es allerdings: Für fast die Hälfte aller Länder war es nicht möglich, die Übersterblichkeit mit hoher Sicherheit anzugeben, weil sie nicht über die erforderlichen Daten zur Gesamtmortalität verfügten.

Außerdem umfasst die Zahl der 14,8 Millionen Todesfälle auch solche, bei denen die Todesursache nicht völlig klar war, solche von Patientinnen und Patienten, die zwar wahrscheinlich mit dem Coronavirus infiziert, aber nicht getestet waren, sowie von Menschen mit anderen Krankheiten und schweren Verletzungen, die nicht an Covid-19 starben, aber wegen einer durch die Pandemie bedingten Überlastung des Gesundheitssystems nicht rechtzeitig behandelt wurden.

In Deutschland starben laut der WHO-Statistik 2020 und 2021 rund 122 000 Menschen mehr als man es für Jahre ohne Corona angenommen hätte. Bei einer früheren, jetzt überarbeiteten Schätzung der WHO aus dem Mai dieses Jahres war noch von 195 000 Toten mehr in Deutschland die Rede gewesen; die Zahl wurde also nach unten korrigiert.

Die 20 Länder mit der höchsten Übersterblichkeit stellen fast die Hälfte der Weltbevölkerung und machen zusammen mehr als 80 Prozent der über dem Erwartbaren liegenden Todesfälle aus. Dazu gehören viele Länder mit mittleren Einkommen in Südamerika, so musste etwa Peru 2020 und 2021 fast doppelt so viele Todesfälle verzeichnen (hatte neben Corona aber auch noch mit Ausbrüchen des Dengue-Fiebers zu kämpfen), in Mexiko, Ecuador und Bolivien waren es 50 Prozent mehr Todesfälle. Auch Indien mit 4,74 Millionen zusätzlichen Todesfällen, Südafrika, Russland, die Ukraine, Polen, die USA sowie Großbritannien und Italien zählen dazu.

In vielen ärmeren Ländern hingegen war die Übersterblichkeit während der ersten beiden Corona-Jahre im Vergleich nicht so hoch. Als Grund nennen die Forschenden das geringere Durchschnittsalter in der Bevölkerung, das dazu führte, dass weniger Menschen an Covid-19 starben. Das Risiko steigt mit dem Alter an, ein großer Teil der verstorbenen Menschen war mehr als 80 Jahre alt.

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