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Pandemie

Coronavirus: Was Sie zum EU-weiten Impfausweis wissen müssen

  • Alexander Seipp
    VonAlexander Seipp
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Die EU plant einen länderübergreifenden Impfausweis. Reisen könnten also trotz Coronavirus möglich werden. Doch wann das Projekt kommt, ist noch unklar.

Brüssel – Endlich wieder in den Urlaub, davon träumen derzeit wohl viele. Ab dem Sommer könnte dies wieder möglich sein – vorausgesetzt man hat eine Impfung gegen das Coronavirus. Denn mit dem EU-weiten Impfausweis will das EU-Parlament am Mittwoch (28.04.2021) den Weg frei machen, um Reisen in Europa auch während der Corona-Pandemie zu ermöglichen. Vorangetrieben wird das Projekt vor allem von den besonders vom Tourismus abhängigen EU-Mitgliedsstaaten.

Bisher kocht jedes EU-Land sein eigenes Süppchen: Griechenland und Zypern lassen zum Beispiel bereits wieder geimpfte Touristen aus Israel ohne Einschränkungen in ihre Länder. Beide Länder planen, diese Regelung auch auf andere Staaten auszuweiten. In den nordischen Ländern wird ein Gesundheitspass geplant, der Reisen auf nationaler Ebene ermöglichen soll. In Deutschland gibt es bereits einen Impfpass, die Bundesregierung hat aber die Firma IBM und drei andere Unternehmen mit der Entwicklung einer Impfpass-App beauftragt.

Impfausweis: EU-Kommission will Einzelgänge der Länder verhindern

Die EU-Kommission will mit der EU-weiten Regelung verhindern, dass in jedem der 27 EU-Länder andere Regelungen gelten. Seit Anfang des Jahres ist der EU-übergreifende Impfpass daher in Planung. Der Plan klingt simpel: Der nationale Flickenteppich soll vereinheitlicht werden.

Nahaufnahme eines Impfausweises.

Der Impfpass soll als Beleg dafür dienen, dass die Person das Coronavirus nicht weiter verbreiten kann und daher etwa eine Reise ungefährlich ist. Daneben sollen wohl auch die notwendigen Informationen zur Corona-Impfung, sowie aktuelle Testergebnisse und Angaben zu überstandenen Corona-Erkrankungen enthalten sein. Die genauen Details sollen jedoch noch ausgehandelt werden.

Coronavirus: Impfausweis soll vereinheitlichen, Regeln gibt die Kommission aber nicht vor

Vor allem ist der neue Impfpass als digitales Produkt gedacht. Auf Mobilgeräten kann es dann vorgezeigt werden. Aber auch ein Ausdruck soll möglich sein. Im Ernstfall kann durch zustädniges Personal ein Barcode gescannt werden, um Fälschungen zu verhindern. Zusätzlich zur Landessprache soll das Dokument auch auf Englisch ausgestellt werden. Die in Entwicklung befindliche Impfpass-App orientiert sich bereits an diesen Vorgaben.

Wofür genau das Impf-Zertifikat genutzt werden kann, ist jedoch den Ländern überlassen. Es ist also keine Garantie für die Ausübung der Freizügigkeit in der EU. Vorstellbar ist, dass Länder etwa bei der Einreise auf Schnelltests und Quarantänepflichten verzichten, wenn ein Impfpass vorgezeigt wird.

Impfausweis: Was ist mit den anderen Coronavirus-Impfstoffen?

Gültig für den Impfpass sind alle Impfungen mit den von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA zugelassenen Impfstoffen. Dazu zählen Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca und Johnson&Johnson. Andere Impfstoffe, wie etwa Sputnik V aus Russland oder Sinopharm aus China, sind den Ländern selbst überlassen. Wohl aus Druck aus Ungarn, wo diese Impfstoffe derzeit stark zum Einsatz kommen. Im EU-Parlament gab es an dieser Regelung in der Vergangenheit starke Kritik.

Bis das EU-weite Zertifikat kommt wird es jedoch noch etwas dauern. Zunächst muss das EU-Parlament grünes Licht geben, erst dann können die Verhandlungen mit den Mitgliedsstaaten beginnen. Die EU-Kommission und die Bundesregierung rechnen damit, dass es frühestens Ende Juni sein wird, bis diese Vorgänge abgeschlossen sind. Die technischen Voraussetzungen sollen jedoch bereits parallel geschaffen werden.

Brüssel: Kommission stellt sich auf harte Verhandlungen zum Coronavirus-Impfausweis ein

In Brüssel stellt man sich auf harte Verhandlungen ein. Vor allem die Frage der zugelassenen Impfstoffe bewegt die Parlamentarier und auch beim Datenschutz sind bereits Bedenken angemeldet worden. Die Verhandlungen könnten also zäh werden und sich in die Länge ziehen. Wann das Zertifikat also tatsächlich kommt, dies steht derzeit noch in den Sternen. (afp/als)

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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