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Pandemie

Corona-Impfung beim Hausarzt – Das sollten Sie wissen

  • Sonja Thomaser
    vonSonja Thomaser
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Ab April sollen endlich auch Hausärzte gegen das Coronavirus impfen dürfen. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

  • Impfungen gegen das Coronavirus beim Hausarzt werden ab Mitte April möglich.
  • Die Sorge um die Aufweichung der Prioritätenlsite sorgt für Diskussionen.
  • Lohnt es sich, jetzt schon eine Impftermin beim Hausarzt zu machen?

Berlin - Die Gesundheitsminister:innen von Bund und Ländern peilen den Start von Corona-Impfungen in den Arztpraxen spätestens für Mitte April an, das beschlossen die Minister:innen nach Beratungen am Mittwochabend. Geplant ist, dass dann die Hausärzt:innen routinemäßig gegen Corona impfen und dabei flexibler mit der Priorisierung umgehen dürfen. Die geplante Einbindung in die Corona-Impfstrategie sorgt dabei aber für Diskussionen und Unsicherheiten.

Die wichtigesten Fragen zu den Impfungen in Hausarztpraxen – ein Überblick.

Corona: Ab wann wird beim Hausarzt geimpft?

Ziel sei, spätestens in der Woche vom 19. April damit zu starten. Das haben Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und die Minister:innen der Länder beschlossen. Die Länder sollen allerdings so schnell wie möglich und allerspätestens ab 19. April mit den Impfungen in den Hausarztpraxen beginnen.

Das letzte Wort ist allerdings noch nicht gesprochen: Bund und Länder müssen sich noch final entscheiden. Das soll noch vor dem 22. März passieren, wenn das nächste Treffen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsident:innen angesetzt ist. Das löst aber nicht das drängendste Problem: Der Mangel an Impfstoff.

Ab April 2021 sollen Hausärzte Corona-Impfungen injizieren dürfen. (Archivfoto)

Werden die Hausärzte mit genügend Impfstoff versorgt?

Am Anfang kann in den Hausarztpraxen laut Regierungssprecher Steffen Seibert nur mit kleinen Mengen an Impfdosen begonnen werden. Zwar sollen im zweiten Quartal, also ab April, mehr Impfdosen von den Herstellern geliefert werden, allerdings werden es erst langsam mehr. Im April rechnet die Bundesregierung mit einer Steigerung von jetzt drei auf dann fünf Millionen Impfdosen pro Woche.

Spahn dämpfte die Erwartungen an den Impfstart in den Praxen. „Die Impfmengen werden nicht gleich auf 20 Millionen im Monat oder gar auf 10 Millionen in der Woche wachsen“, sagte er im ZDF. Im April werde es zwar deutlich mehr Impfungen geben, aber noch nicht in dieser Größenordnung.

Eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer.

Hoffnungen liegen auf dem neuen Impfstoff von Johnson & Johnson. Der Corona-Impfstoff hat eine Besonderheit: Das Präparat muss nur einmal verabreicht werden. Damit unterscheidet es sich von den drei bislang in der EU zugelassenen Impfstoffen von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca, die zwei Dosen benötigen. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA wollte am Donnerstag ihre Entscheidung über eine Zulassungsempfehlung des Impfstoffs von Johnson & Johnson bekannt geben.

Muss der Hausarzt sich beim Impfen an die Prioritätenliste halten?

Die geplante Einbindung der Hausärzte in die Corona-Impfstrategie sorgt für Diskussionen, da bei Hausärzten ein flexiblerer Umgang mit der Impfreihenfolge möglich ist. Bundesfamilien- und Seniorenministerin Franziska Giffey (SPD) warnte in der „Augsburger Allgemeine“ vor einer Aufweichung der Prioritätenlisten: „Ältere Menschen müssen bei der Impfung ganz besonders im Blick bleiben, weil sie die am stärksten gefährdete Gruppe sind - so sieht es auch die Impfverordnung vor“. Auch der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut, Thomas Mertens, wies auf mögliche schwerwiegende Folgen hin, falls die Priorisierung zu schnell aufgehoben werde.

Die Impfreihenfolge
1. GruppeÜber 80-Jährige und Personen, die in stationären und teilstationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder tätig sind.
2. GruppeÜber 70-Jährige, Personen mit einer Demenz oder mit einer geistigen Behinderung oder mit schwerer psychiatrischer Erkrankung, Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen arbeiten, Polizei- und Ordnungskräfte.
3. GruppeÜber 60-Jährige, Personen, die in besonders relevanter Position in Einrichtungen und Unternehmen der Kritischen Infrastruktur tätig sind, Personen, die in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und als Lehrkräfte in Schulen.
4. GruppeAlle, die nicht in die oben genannten Gruppen fallen.

Der Chef des Hausärzteverbands Ulrich Weigeldt begrüßte dagegen als wichtigen Schritt, dass den Praxen bei der umstrittenen Priorisierung ein flexiblerer Umgang ermöglicht werden soll. Die Priorisierung sollte eine Leitlinie zur Unterstützung von Ärzt:innen sein, „aber ein starres Festhalten an ihr ist einfach nicht möglich“, sagte er.

Die Priorisierung sei nach wie vor „notwendig“, sagte Spahn im ZDF-Morgenmagazin. Weder Privatpatient:innnen noch Patient:innen mit besonderem Draht zur Hausarztpraxis würden künftig schneller geimpft: „Ich habe sehr hohes Vertrauen in die Hausärzte, dass sie zuerst diejenigen impfen wollen, die am meisten gefährdet sind“, so Spahn.

Soll man jetzt einen Impftermin beim Hausarzt ausmachen?

Zum aktuellen Zeitpunkt macht ein übereiltes Anrufen beim Hausarzt noch keinen Sinn. Die Ärzt:innen wissen noch nicht, ab wann genau sie impfen dürfen und wann ihnen Impfstoff zur Verfügung steht. Entsprechend können die Terminanfragen der Patient:innen auch nicht beantwortet werden.

Bestenfalls lässt sich grob schätzen, wann man vielleicht dran sein könnte. Das ist auch beim Hausarzt abhängig davon, ob jemand noch zur zweiten oder dritten Gruppe mit höherer Impfpriorisierung zählt oder zur großen Gruppe, die zuletzt ihren Anspruch anmelden darf. Wie schnell ein Impftermin beim Hausarzt möglich sein wird, ist also noch unklar. 

Dürfen Betriebsärte impfen?

Es ist geplant, dass auch Betriebsärzte bald Impfungen in Unternehmen durchführen können. Die bundesweit 12 000 Werksmediziner könnten „pro Monat etwa fünf Millionen Beschäftigte impfen“, sagte die Vizepräsidentin des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte, Anette Wahl-Wachendorf, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. (Sonja Thomaser mit dpa/epd)

Rubriklistenbild: © Karina Hessland/Imago Images

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