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Pandemie

Coronavirus: Gesundheitsexperte Lauterbach warnt Ungeimpfte vor Delta-Variante

  • Katja Thorwarth
    VonKatja Thorwarth
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Karl Lauterbach rechnet mit einer Herdenimmunität bis Mitte September. Sorge bereitet ihm die Delta-Variante für Ungeimpfte und Kinder.

Berlin - SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat angesichts der Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus vor den Gefahren für Menschen ohne Impfschutz gewarnt. „Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass wir uns eine höhere Inzidenz leisten können, wenn die Impfquote weiter steigt. Denn für die Ungeimpften bleibt das Risiko weiterhin sehr hoch“, sagte Lauterbach der Rheinische Post.

„Angenommen wir haben eine Impfquote von 66 Prozent, also zwei Drittel der Bevölkerung wären vollständig geimpft, und die Inzidenz läge bei 30. Das würde bedeuten, dass unter den Ungeimpften die Inzidenz sogar bei 90 läge. Die Menschen ohne Impfschutz sind damit einem viel höheren Risiko ausgesetzt.“ Je stärker die Delta-Variante sich verbreite, „desto mehr ungeimpfte Menschen würden auch sterben“, erklärte Karl Lauterbach weiter. Die Delta-Variante werde sich auch in Deutschland durchsetzen, davon gehe er fest aus.

Lauterbach und Spahn ziehen Zwischenbilanz zur Corona-Krise

Auch diskutierte der SPD-Gesundheitsexperte die nötigen Konsequenzen aus der Corona-Pandemie mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Ihrer Meinung nach werde der große Schrecken in diesem Sommer enden und ein normales Leben wieder möglich, sagte Lauterbach bei einer Online-Tagung des Politischen Clubs der Evangelischen Akademie Tutzing zum Thema „Nach Corona? Eine Zwischenbilanz in den Zeiten der Pandemie“.

Allerdings müssten jetzt dringend Kinder und Jugendliche geimpft werden, forderte Lauterbach. Denn es sei zu erwarten, dass es immerhin bei einem Prozent der infizierten Kinder zu einem schweren Krankheitsverlauf mit einer notwendigen Behandlung im Krankenhaus komme. Außerdem seien Ausbrüche der Pandemie in den Schulen zu befürchten. Nach sorgfältiger Abwägung habe sich deshalb seine eigene 14-jährige Tochter impfen lassen, sagte Lauterbach.

Corona: Herdenimmunität Mitte September möglich

Für Deutschland rechnet Lauterbach „bis Mitte September“ mit einer Herdenimmunität. „80 Prozent der Erwachsenen sind dann doppelt geimpft“, sagte er. „Meine große Sorge ist aber, dass unsere Kinder nicht geschützt sind.“ Die Delta-Variante sei deutlich gefährlicher als alle bisherigen Corona-Varianten. „Ein Prozent der infizierten Kinder wird im Krankenhaus behandelt werden müssen“ - und auch langfristige Folgen einer Covid-Erkrankung könnten Kinder treffen.

Insgesamt sei Deutschland mit einer Übersterblichkeit von rund vier Prozent deutlich besser durch die Krise gekommen als europäische Nachbarländer. Allerdings habe die Bundesrepublik in der zweiten Welle versagt: „In der zweiten Welle sind unnötigerweise viele Menschen gestorben“, sagte Lauterbach. (ktho mit Agentur)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld /dpa

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