Schulstart in Deutschland

Sofort wieder dicht: Schulen müssen wegen Corona-Neuinfektionen schließen

Der Schulstart nach den Sommerferien startet holprig in vielen Bundesländern. Viele Schulen müssen nach wenigen Tagen Betrieb wegen Corona-Neuinfektionen wieder schließen.

  • Der Bundeselternrat kritisiert die Vorbereitung des Schulstarts von den Kultusministern
  • Nach dem Schulstart in Mecklenburg-Vorpommern gibt es Infektionen mit dem Coronavirus
  • Mehr als ein Dutzend Schulen in NRW sind von Corona betroffen – einige schließen

Update vom 15.08.2020, 18.14 Uhr: In Nordrhein-Westfalen sind nur wenige Tage nach dem Schulstart etliche Klassen in Quarantäne geschickt worden. Mehrere Schulen mussten ganz oder teilweise schließen. Das Schulministerium in NRW bestätigte am Samstag (15.08.2020) entsprechende Medienberichte. Demnach sind zwei Schulen in Viersen und Dorsten wegen Corona-Fällen vorübergehend komplett zu. Außerdem gibt es landesweit zehn Teilschließungen für Schulklassen oder Lerngruppen, informierte die Behörde.

Zuerst hatte die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ über die Schulschließungen in NRW geschrieben. Die Zeitung präsentierte Zahlenbeispiele: Im Regierungsbezirk Arnsberg gebe es etwa 23 Corona-Infizierte an Schulen, 14 Schulklassen seien nach Hause geschickt worden, 358 Menschen seien im Zuge der Infektionen an Schulen in Quarantäne, hieß es unter Berufung auf die Bezirksregierung. Am stärksten betroffen ist die Stadt Soest, wo es an vier Schulen Corona-Infizierte geben soll. Das Blatt nannte außerdem mehrere von den Schulschließungen betroffene Städte in NRW, darunter Köln und Minden.

Verpflichtende Corona-Tests für Lehrkräfte nach Rückkehr aus Urlaub gefordert

Update vom Samstag, 15.08.2020, 10.40 Uhr: Nachdem es bereits einige Infektionsfälle an Schulen in Deutschland gab, fordert die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock nun verpflichtende Corona-Tests für Lehrer*innen und Erzieher*innen, nachdem diese im Urlaub waren. Das sei vor allem wichtig, da die Lehrkräfte von Klasse zu Klasse wechseln und nicht wie die Kinder in Pandemiegruppen aufgeteilt sind.

Die ersten Corona-Fälle nach der Schulöffnung zeigen laut Baerbock, dass Lehrer*innen und Erzieher*innen zunächst getestet werden müssen, um Infektionen mit Sicherheit ausschließen zu können. Bisher gibt es in einigen Bundesländern zwar die Möglichkeit, sich testen zu lassen, allerdings müssten diese Tests laut Baerbock Pflicht sein und nicht wie bisher freiwillig und stichprobenartig.

Annalena Baerbock über einer mögliche Testpflicht für Lehrkräfte

Schule und Corona: Masken müssen in Hessen nicht im Klassenzimmer getragen werden

Update vom Donnerstag, 13.08.2020, 10.00 Uhr: In den hessischen Schulen herrscht Maskenpflicht, wenn der Unterricht in der nächsten Woche beginnt. Allerdings muss der Mund-Nasen-Schutz nicht im Klassenzimmer getragen werden. Das hatte die hessische Landesregierung bereits am Mittwoch bekanntgegeben. Nun stellen Ministerpräsident Volker Bouffier, Kultusminister Alexander Lorz (beide CDU) und weitere Regierungsmitglieder Einzelheiten dazu vor.  

Hessen führt Maskenpflicht an Schulen ein

Update vom Mittwoch, 12.08.2020, 13.52 Uhr: In der kommenden Woche beginnt für knapp 760.000 Schülerinnen und Schüler sowie rund 60.000 Lehrkräfte nach den Sommerferien wieder der Unterricht in Hessen. Wie Staatskanzlei und Kultusministerium am Mittwoch in Wiesbaden mitteilten, müssen Schüler und Lehrer sogenannte Alltagsmasken außerhalb der Klassenzimmer tragen. Selbst Grundschüler seien davon nicht ausgenommen, betonte ein Sprecher des Kultusministeriums.

Damit gibt das Land Hessen den Schulen einheitliche Vorgaben aufgrund der Corona-Pandemie an die Hand. Schon am Donnerstag will die Landesregierung in einer Pressekonferenz ab 10 Uhr weitere Details zu den Hygiene- und Abstandsregeln in der Schule bekanntgeben.

Wie Staatskanzlei und Kultusministerium am Mittwoch in Wiesbaden mitteilten, müssen Schüler und Lehrer sogenannte Alltagsmasken außerhalb der Klassenzimmer tragen. (Symbolbild)

Corona-Fälle an Berliner Schulen: Grundschule schickt Lehrer in Quarantäne - nicht aber die Schüler

Update vom Mittwoch, 12.08.2020, 11.29 Uhr: Nachdem die ersten Bundesländer, darunter auch Berlin, den Schulbetrieb nach den Sommerferien wieder aufgenommen haben, sind nun an gleich zwei Schulen in Berlin erste Corona-Fälle aufgetaucht. Wie die „B.Z.“ berichtet, wurde an der Anna-Essinger-Gemeinschaftsschule (Zehlendorf) ein Schüler positiv auf das Coronavirus getestet. Die Konsequenz: Die Mitschüler wurden sofort unter Quarantäne gestellt.

Demnach heißt es im Schreiben der Gemeinschaftsschule: „Da wir das betreffende Kind nach einer Stunde bereits nach Hause geschickt haben und davor im gut durchlüfteten Klassenraum saßen, ist die Gefahr nicht allzu groß, dennoch vorhanden.“ Wie lange die Quarantäne andauert, soll das Gesundheitsamt noch am Mittwoch entscheiden.

Corona-Fall an Berliner Schulen: Schulpersonal muss in Quarantäne - Schüler nicht

Zudem gab es auch an der Karl-Weise-Schule in Neukölln einen positiven Corona-Fall. Gegenüber „B.Z.“ teilte der Sprecher von Bezirksstadtrat Falko Liecke mit, dass ein Elternteil - ein Reiserückkehrer - positiv auf das Virus getestet wurde. Pikant dabei: Dieses Elternteil hatte bei der Vorbereitung des neuen Schuljahres in der Schule geholfen und dabei Kontakt zu acht anderen Personen gehabt.

An zwei Berliner Schulen gibt es Corona-Fälle. Eine Grundschule schickt Personal in Quarantäne, nicht aber die Schüler. (Symbolbild)

Bei den Kontaktpersonen handelt es sich wohl um Schulpersonal. Dieses befindet sich nach Angaben des Sprechers jetzt in Quarantäne. Schüler seien davon aktuell nicht betroffen.

Schulstart in Zeiten von Corona: Kritik und erste Schließungen

Erstmeldung vom Montag, 10.08.2020: Frankfurt – Am Montag (17.08.2020) startet das neue Schuljahr in Hessen. Kurz vor dem Schulstart geht die Diskussion über die getroffenen Vorkehrungen zum Schutz vor Infizierungen mit dem Coronavirus und die Vorbereitungen seitens der Kultusministerien in die nächste Runde.

In Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Hamburg läuft der Schulbetrieb unter den speziellen Corona-Bedingungen bereits. Am Mittwoch (12.08.2020) startet mit Nordrhein-Westfalen das bevölkerungsreichste Bundesland in das neue Schuljahr. Am Montag erfolgt der Schulstart in Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland.

Schulstart: Kein verlässlicher Unterricht in Zeiten von Corona

Nachdem nur vier Tage nach dem Schulstart in Mecklenburg-Vorpommern bereits zwei Schulen aufgrund von Infektionen mit dem Coronavirus geschlossen werden mussten, kritisierte der Bundeselternrat (BER) vor allem die Kultusminister. Der Vorwurf: Der Schulstart sei „zu schnell und unvorsichtig“ forciert worden. Das sagte der Elternratsvorsitzende Stephan Wassmuth im Gespräch mit der „Welt".

Wassmuth zeigte sich gegenüber der „Welt“ vor allem darüber verärgert, „dass die Kultusminister das so lässig angegangen sind und die Sommerferien nicht dafür genutzt haben, einen verlässlichen Unterricht auch in Corona-Zeiten vernünftig vorzubereiten“. Der Bundeselternrat habe sich seit Längerem für eine Aufteilung der Schulklassen stark gemacht. Vorteil: Im Fall eines positiven Corona-Tests müssten dann nur wenige Schüler in Quarantäne geschickt werden.

Corona: Infektionen an zwei Schulen in Mecklenburg-Vorpommern

Anlass für die Diskussion waren Corona-Fälle an zwei Schulen in Mecklenburg-Vorpommern. An einer Grundschule im Ostseebad Graal-Müritz im Landkreis Rostock hatte sich ein Schüler mit dem Coronavirus angesteckt. Alle Mitschüler seiner Schulklasse mussten sich daraufhin zunächst in Quarantäne begeben. Nun wurde entschieden, die Schule für zwei Wochen zu schließen, da die Klassen in der Grundschule nicht klar voneinander getrennt waren, sagte ein Sprecher des Rostocker Landkreises.

An einem Gymnasium in Ludwigslust wurden zudem drei Lehrer positiv auf das Coronavirus getestet. Das erkrankte Lehrpersonal hatte Kontakt zu insgesamt 205 Schülerinnen und Schülern, für die direkt eine zweiwöchige Quarantäne angeordnet wurde. Für die restlichen gut 600 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums ruht der Präsenzunterricht zunächst für eine Woche.

Schon vor dem Schulstart in Schleswig-Holstein am Montag (10.08.2020) wurde eine Schule bei Husum vorübergehend geschlossen. Der Grund: Eine Lehrerin wurde bei einem Test positiv auf das Coronavirus getestet.

Ärzteverband ist trotz Corona für den Schulstart: „Großveranstaltung, die wir leisten müssen“

Trotz der Vorfälle in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein befürwortet der Ärzteverband Marburger Bund die Schulöffnung. Die Schule sei eine „Großveranstaltung, die wir uns leisten müssen“, sagte Susanne Johna, 1. Vorsitzendes des Marburger Bundes, im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Schließlich hätte eine Vielzahl der Schulen gute Hygienekonzepte entwickelt, mit denen die Schulöffnung richtig und vertretbar sei.

Schulstart und Corona: NRW verhängt Maskenpflicht im Unterricht

Die Maskenpflicht im Schulunterricht hält die 55-Jährige aber für nicht notwendig. Wenn in Nordrhein-Westfalen am Mittwoch das neue Schuljahr startet, dann sind alle Schülerinnen und Schüler verpflichtet, auch während des Unterrichts zum Schutz vor Infektionen mit dem Coronavirus eine Gesichtsmaske zu tragen. Auch weitere Bundesländer kündigten inzwischen eine Maskenpflicht im Unterricht an.

„Wenn alle auf ihren Plätzen sitzen und Abstand sichergestellt ist, macht das Tragen von Masken während der Unterrichtsstunden überhaupt keinen Sinn und wäre eine überflüssige Behinderung“, sagt Susanne Johna. Sie empfiehlt dagegen aber das Tragen einer Schutzmaske immer dann, wenn viele Schülerinnen und Schüler auf engem Raum versammelt sind, beispielsweise beim Verlassen der Klassenräume oder in den Pausen. (Von Yannick Wenig)

Rubriklistenbild: © Lm Otero/AP/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare