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Corona-Impfung

Coronavirus: Vorerst wohl keine Impfempfehlung der Stiko für Kinder

  • Sonja Thomaser
    VonSonja Thomaser
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Die Gesundheitsministerien streben an, Kindern und Jugendlichen bis Ende August ein Angebot zur Corona-Impfung zu machen. Die Stiko wird dafür wohl keine Empfehlung abgeben.

Berlin – In der Ständigen Impfkommission (Stiko) wird derzeit wohl eher nicht damit gerechnet, dass das Gremium eine allgemeine Impfempfehlung für alle älteren Kinder und Jugendlichen abgeben wird. Das Kommissionsmitglied Rüdiger von Kries sagte am Dienstagabend (25.05.2021) in der Sendung „RBB-Spezial“, momentan wisse man kaum etwas über die Nebenwirkungen von Corona-Impfungen bei Kindern. „Bei unklarem Risiko kann ich zurzeit noch nicht vorhersehen, dass es eine Impfempfehlung für eine generelle Impfung geben wird.“

Spritzen mit dem Impfstoff Comirnaty (Biontech/Pfizer) gegen Covid-19 liegen in einer Schale.

Die Gesundheitsminister:innen von Bund und Ländern streben an, Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren bis Ende August ein Impfangebot zu machen – über die Umsetzung wollen am Donnerstag (27.05.2021) auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsident:innen beraten. Der Hersteller Biontech/Pfizer hat eine Zulassung seines Präparats ab zwölf Jahren bei der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) beantragt. Die Ständige Impfkommission (Stiko) behält sich aber eigene Klärungen für eine mögliche Impfempfehlung vor.

Corona-Impfung für Kinder: Nur schwer kranke Kinder nach individuellem Risiko impfen

Das Ziel der Herdenimmunität sei zwar weiterhin vorhanden, erklärte Kries, der eines der 18 Stiko-Mitglieder und in München Professor für Kinderepidemiologie ist. Aber Herdenimmunität dürfe nicht das primäre Ziel für Impfungen von Kindern sein: „Kinderimpfungen macht man, damit die Kinder davon profitieren können, damit den Kindern schwere Krankheiten erspart bleiben, ohne dass sie ein Risiko eingehen.“ Man könne Herdenimmunität viel besser erreichen, wenn man sich um die 40 Millionen kümmere, die noch nicht geimpft seien. Diese würden zudem sehr viel mehr von den Corona-Impfungen profitieren als die Kinder. Ähnliches hatte kürzlich auch der Kinder- und Jugendmediziner David Martin im FR-Interview gesagt: „Auch noch Kinder und Jugendliche zu impfen, bringt keinen großen zusätzlichen Effekt zur Reduktion der Rate an Todesfällen und schweren Erkrankungen in Deutschland.“

Der Berlin-Reinickendorfer Amtsarzt Patrick Larscheid sagte dem RBB dazu: „Wer zwei und zwei zusammenzählen kann, rechnet damit, dass es keine allgemeine Impfempfehlung von der Stiko für diese Altersgruppe geben wird.“ Die derzeitigen Pläne von Massenimpfungen würden dadurch zerschlagen. Vielmehr werde es vermutlich eine Indikationsimpfung geben, bei der nur schwer kranke Kinder je nach individuellem Risiko geimpft würden. (Sonja Thomaser mit dpa)

Rubriklistenbild: © Jan Woitas/dpa

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