Umfragewerte

Meinungsumfrage in Zeiten von Corona: Eine Partei überzeugt im Krisenmanagement

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Seit Beginn der Corona-Krise legen die etablierten Parteien im Ansehen der Bürger wieder zu, wie neueste Umfrageergebnisse zeigen.

  • Seit zwei Monaten ist das Coronavirus bestimmendes Thema weltweit
  • In Deutschland trat der erste Fall in Bayern auf
  • Die Deutschen sind zu großen Teilen zufrieden mit dem Krisenmanagement der Regierung  

Vor zwei Monaten hatte das bayerische Gesundheitsministerium den ersten Corona-Fall in Deutschland bestätigt. Am 27. Januar wurde bekannt, dass sich ein 33 Jahre alter Mann in seiner Firma in einem Vorort von München infiziert hatte. Inzwischen sind in Deutschland mehr als 43000 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Mehr als 260 Infizierte sind bundesweit gestorben (Stand 26. März 2020).

Zwei Monate danach ist die Mehrheit der Deutschen offenbar zufrieden mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der DPA bewerteten 54 Prozent das Agieren des schwarz-roten Kabinetts unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Krise eher positiv. 13 Prozent sagten sogar, sie seien „sehr zufrieden“. Eher unzufrieden sind dagegen nur 38 Prozent. Acht Prozent der Befragten machten keine Angaben. Der Umgang mit der Corona-Krise wird dabei über die Parteipräferenzen hinweg überwiegend positiv bewertet. Eine Ausnahme jedoch gibt es: Die Anhänger der AfD sind zu 68 Prozent unzufrieden und nur zu 27 Prozent zufrieden.

Corona-Krise: Gewinner ist Markus Söder

Besonders Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat nach einer Umfrage des Instituts Insa in der bundesweiten Wählergunst stark zulegen können. Danach kommt der CSU-Chef auf eine Zustimmung von 156 von 300 möglichen Punkten. Das sei der höchste Wert, der seit Beginn der Erhebungen im Januar 2019 jemals für einen deutschen Politiker gemessen wurde. Für Söder bedeutet der Wert eine Verbesserung um 28 Punkte im Vergleich zur Vorwoche.

Auf Platz zwei schaffte es Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit 138 Punkten (plus 12) vor Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit 131 Punkten (plus 6) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) mit 121 Punkten (plus 8).

Corona: Doppelspitzen von Grünen und SPD verlieren an Boden

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) verlor einen Punkt und landete mit 115 auf Platz fünf. Sein Konkurrent im Rennen um den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, legte um einen Punkt zu und landete mit 108 Punkten auf Platz acht in der Zustimmungs-Rangliste. Der dritte Bewerber, Norbert Röttgen, verlor drei Punkte und erreichte mit insgesamt 97 auf Platz zehn.

Robert Habeck und Annalena Baerbock an der Spitze der Grünen verloren einen beziehungsweise zwei Punkte und erreichten Platz sieben und neun. Auch die SPD-Doppelspitze mit Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken verlor: Mit einem Minus von jeweils vier Punkten landeten sie auf dem 15. und 19. Platz. FDP-Chef Christian Lindner bekam fünf Punkte dazu und erreichte mit 92 Punkten Platz 12.

Corona-Krise: Union legt zu 

Generell erfreuen sich die Unionsparteien laut einer einer Forsa-Umfrage zufolge wachsender Beliebtheit. 36 Prozent der befragten Bürgerinnen und Bürger würden CDU/CSU wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, wie das am Donnerstag veröffentlichte RTL/ntv-Trendbarometer zeigt. Das sind 4 Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche. Forsa zufolge ist dies der höchste Wert seit der Bundestagswahl 2017.

Wenn am Sonntag gewählt werden würde, kämen die Grünen demnach auf 17 Prozent (minus 3 im Vorwochenvergleich), die SPD käme auf 16 Prozent (plus 1) und der AfD würden 9 Prozent (plus/minus 0) der Befragten ihre Stimme geben. Die Linke würden 8 Prozent (minus 1) wählen, die FDP (minus 1) läge bei 6 Prozent.

Forsa-Chef Manfred Güllner erklärte dazu: „Die Corona-Krise führt zu einer Art Renaissance zumindest einer der beiden ehemals als ‚Volksparteien‘ charakterisierten Parteien.“ Möglich geworden sei das dadurch, dass die Union zurzeit den Erwartungen der meisten Bürger gerecht werde. „Sie beschäftigt sich nicht mehr in erster Linie mit sich selbst, sondern kümmert sich um das, was die Bürger bewegt und sorgt.“

Das ist auch in den USA der Fall. Dort gewinnt Donald Trump trotz der Coronakrise an Popularität.   (skr mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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