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Weltgesundheitsorganisation

WHO sucht nach Ursprung der Corona-Pandemie: China lenkt von ersten Ergebnissen ab

  • Friederike Meier
    vonFriederike Meier
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Die Weltgesundheitsorganisation untersucht in Wuhan den Ursprung der Corona-Pandemie. Die Behörden in China wollen indes von einer Hypothese ablenken.

  • Die These, dass das Corona-Virus seine Ursprung in Fledermäusen hat, gilt laut Experten der WHO derzeit als wahrscheinlich.
  • Die chinesischen Behörden versuchen, vom Wildtiermarkt in Wuhan abzulenken.
  • Wenn der Ursprung des Coronavirus bekannt ist, könnten effizientere Impfstoffe entwickelt werden.

Wuhan – Dass das Coronavirus ursprünglich von Fledermäusen kommt, gilt nach wie vor als wahrscheinlich. Das teilten Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in dieser Woche bei einer Pressekonferenz im chinesischen Wuhan mit. Die zehn Wissenschaftler sind seit Mitte Januar in Wuhan, um gemeinsam mit chinesischen Kolleg:innen den Ursprung des Coronavirus zu untersuchen.

Die Experten waren Mitte Januar in China eingetroffen, Ende des Monats endete ihre zweiwöchige Quarantäne und sie konnten mit den Untersuchungen zum Coronavirus beginnen. Unter anderem besuchten sie den Huanan-Wildtiermarkt in Wuhan, auf dem viele der ersten Patient:innen unterwegs gewesen waren.

Spurensuche in China: Coronavirus trat an mehreren Clustern in Wuhan auf

Die chinesischen Behörden versuchten indes, den Fokus vom Wildtiermarkt wegzulenken. So sagte Liang Wannian von der chinesischen Gesundheitskommission auf der Pressekonferenz: „Neben diesem Cluster scheint es auch an anderen Orten in Wuhan Übertragungen gegeben zu haben. Chinesische Medien verbreiten zudem häufig die These, das Coronavirus sei aus dem Ausland gekommen.

Ohnehin gelang es den WHO-Experten nicht, herauszufinden, wie genau das Coronavirus auf den Menschen übersprang. „Haben wir dramatisch neue Erkenntnisse? Ich denke nein.“, sagte der Leiter der Gruppe, Peter Ben Embarek. Allerdings habe man sich durchaus ein besseres Bild machen können. „Alle Arbeiten, die an dem Virus durchgeführt wurden und der Versuch seinen Ursprung zu identifizieren deuten weiterhin auf ein natürliches Reservoir dieses Virus in Fledermauspopulationen hin“, sagte Embarek.

Coronavirus kommt wahrscheinlich aus Fledermäusen: Der Wissenschaftler Peter Ben Embarek kurz vor der Abreise aus China.

Ergebnis in China: Coronavirus ist mit Virus in Fledermäusen verwandt

Auf diese These deutet auch eine Studie im Wissenschafts-Fachblatt The Lancet aus dem vergangenen Jahr hin. Sie hatte zum Ergebnis, dass das Coronavirus zu 88 Prozent mit einem Virus verwandt ist, das unter Fledermäusen umgeht. Allerdings, wie die Experten nun in Wuhan betonten, sei das Virus vermutlich über einen Zwischenwirt auf den Menschen übertragen worden. Welches Tier das sein könnte, sei noch nicht klar und müsse weiter untersucht werden.

Eine aktuelle Studie weist zudem darauf hin, dass die Coronavirus-Pandemie auch durch den Klimawandel begünstigt worden sein könnte. So seien die Fledermäuse in der südchinesischen Provinz, in der der Ursprung des Coronavirus vermutet wird, erst durch den Klimawandel heimisch geworden. In der Folge seien rund 100 neue Arten von Coronaviren in die Region gekommen.

Coronavirus-Ursprung in China? Zukünftige Pandemien verhindern

Die Forschenden wollen den Ursprung des Coronavirus verstehen, um zukünftige Pandemien zu verhindern. „Wenn wir die Quelle finden, und sie immer noch da draußen ist, können wir verhindern, dass dasselbe Virus nochmals in die menschliche Population eingetragen wird“, erklärt Peter Ben Embarek in einem Videobeitrag der Weltgesundheitsorganisation.

Wenn man verstehe, wie genau das aktuelle Coronavirus von Fledermäusen auf den Menschen übergesprungen ist, könne man in Zukunft vielleicht ähnliche Fälle verhindern. „Wenn wir herausfinden, wie das Virus aussah, bevor es auf den Menschen übersprang, könnten wir in einer besseren Position sein, effizientere Medikamente und Impfstoffe zu entwickeln“, sagt Embarek. (Friederike Meier)

Rubriklistenbild: © Ng Han Guan

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