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Pandemie auf dem Höhepunkt

Coronavirus in Brasilien: Rekord an täglichen Neuinfektionen - Deutschland liefert Beatmungsgeräte

  • Sonja Thomaser
    VonSonja Thomaser
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In Brasilien klettern die Corona-Fallzahlen mit Rekord-Tempo. Deutschland will bald Beatmungsgeräte in die schwer betroffene Stadt Manaus fliegen.

  • Brasilien meldet die Fallzahlen betreffend einen neuen Negativ-Rekord. Es ist das Land mit den zweitmeisten Covid-19-Fällen weltweit.
  • Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat bereits seinen dritten Gesundheitsminister entlassen.
  • Deutschland will Ende März Hilfsgüter in die durch Corona schwer getroffene Großsstadt Manaus zu fliegen.

Update vom Donnerstag, 18.03.2021, 15.39 Uhr: In Brasilien ist die Zahl der Neuinfektionen auf ein neues Allzeithoch geklettert. Am Mittwoch (17.03.) meldeten die zuständigen Behörden 90.303 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt damit bei aktuell 231,2. Auch die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 steigt zunehmend schneller, zuletzt starben der Nachrichtenagentur AFP zufolge binnen eines Tages 2648 Menschen. Seit Beginn der Corona-Pandemie sind damit in Brasilien insgesamt 284.775 Menschen an oder mit Corona gestorben, mehr Tote beklagen weltweit nur die USA.

Brasilien: Gesundheitsversorgung liegt am Boden – Bolsonaro verharmlost Corona weiterhin

Die deutsche Bundesregierung will Brasilien beim Kampf gegen das schlimmer denn je im Land grassierende Coronavirus unterstützen. Am Freitag kommender Woche (26.03.) soll ein Airbus von Köln in Richtung Manaus starten. Mit an Bord: 80 Beatmungsgeräte. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Militärkreisen. Die Gesundheitsversorgung ist in der Großstadt Manaus bereits im Januar praktisch zusammengebrochen, seitdem fehlt es an Sauerstoff. Die Beatmungsgeräte stammen der dpa nach aus den Beständen des Bundesgesundheitsministeriums.

Covid-19-Patienten liegen in einem Feldlazarett. Das Coronavirus wütet in Brasilien mit zunehmender Härte.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro steht härteren Maßnahmen weiterhin ablehnend gegenüber. Er führt dafür einerseits wirtschaftliche Gründe an, verharmlost aber auch das Virus und hegt der dpa zufolge mittlerweile Zweifel an der Sinnhaftigkeit einer Impfung.

Coronavirus in Brasilien: Politiker will Desinfektionsmittel aus Flugzeugen sprühen

Erstmeldung vom Mittwoch, 17.03.2021, 17.28 Uhr: Rio Grande do Sul - Ein brasilianischer Politiker hat vorgeschlagen, seine Stadt mit Hubschraubern und Flugzeugen mit Desinfektionsmitteln für die Hände zu besprühen, um das Coronavirus von oben auszulöschen. Der fragwürdige Vorschlag wurde am Montag im südlichen Bundesstaat Rio Grande do Sul veröffentlicht.

Während einer Versammlung lokaler Politiker:innen in der Touristenstadt Canela fragte Stadtrat Alberi Dias, ob der Einsatz von Desinfektiongel für die Hände, das aus der Luft gesprührt wird, helfen könnte, berichtete „The Guardian“.

Insgesamt hat Brasilien inzwischen 282.000 Corona-Tote zu beklagen.

Brasilien: „Flüssige Version von Alkoholgel“ gegen das Coronavirus

„Wir haben hier viele Geschäftsleute, die Helikopter und Flugzeuge besitzen. Ich weiß nicht, ob es eine flüssige Version von Alkoholgel gibt, aber ich denke, es ist eine gute Idee, es zu sprühen, da das Virus in der Luft ist. Es ist wie etwas aus einer anderen Welt “, sagte der 50-jährige Politiker, dessen Staat derzeit von einer steigenden Zahl von Infektionen heimgesucht wird. „Vielleicht ist es eine gute Idee, weil Alkoholgel keinen Schaden anrichtet“, sagte Dias laut „metropoles.com“.

Berichten zufolge lachte ein Ratskollege über den Vorschlag von Dias, dessen offizielle Website den Slogan trägt: „Wenn Politik von aufrechten Männern betrieben wird, werden die Menschen nur profitieren.“

In den Sozialen Medien sorgte Dias Vorschlag ebenfalls für Spott. „Dieser Typ ist bereit, Gesundheitsminister zu werden“, twitterte jemand in Bezug auf die Entscheidung von Präsident Jair Bolsonaro, seinen weithin als unzulänglich geltenden Gesundheitsminister Eduardo Pazuello zu entlassen.

Marcelo Queiroga wird Brasiliens vierter Gesundheitsminster

Bolsonaro hatte Pazuellos Entlassung am Montagabend (15. März) angekündigt und teilte seinen Anhänger:innen mit, dass sein Nachfolger ein viel besseres Verständnis für Gesundheitsprobleme habe. Eine brasilianische Ärztin soll das Angebot, neue Gesundheitsministerin zu werden, abgelehnt haben, weil sie an die Wissenschaft glaube.

Schließlich nahm der derzeitige Präsident der Brasilianischen Gesellschaft für Kardiologie, Marcelo Queiroga, das Angebot an, das Gesundheitsministerium zu übernehmen. Das hatte der rechtsextreme Staatschef Bolsonaro am Dienstag (16. März) auf Twitter bekannt gegeben. Aber auch Queiroga, der Brasiliens vierter Gesundheitsminister seit Beginn der Coronakrise wird, bietet kaum Hoffnung, dass sich die Gesundheitskrise in Brasilien bald bessern wird: „Ich habe keinen Zauberstab“, sagte er laut „The Guardian“ gegenüber Reportern.

Brasilien: 2000 Corona-Tote am Tag

Nur wenige glauben, dass der Wechsel die anti-wissenschaftliche Strategie Brasiliens gegen die Coronakrise erheblich verändern wird. Präsident Bolsonaro ist gegen Eindämmungsmaßnahmen wie Social Distancing und Masken. Er hat wiederholt Hydroxychloroquin und das Antiparasitikum Ivermectin als Mittel gegen das Coronavirus angepriesen, obwohl es keine wissenschaftliche Grundlage für ihre Verwendung gibt. Des Weiteren verharmlost Bolsonaro immer wieder die Gefährlichkeit des Virus und positionierte sich klar gegen Impfungen.

Das Coronavirus wütet in Brasilien unaufhaltsam. Erst vor wenigen Tagen hat die größte und bevölkerungsreichste Nation Lateinamerikas Indien als Land mit den zweitmeisten Covid-19-Fällen weltweit überholt. In der vergangenen Woche erfasste Brasilien erstmals mehr als 2000 Corona-Tote an einem Tag. Insgesamt hat Brasilien inzwischen 282.000 Corona-Tote zu beklagen. (Sonja Thomaser)

Rubriklistenbild: © Andre Penner/dpa

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