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Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro empfindet die Kritik an seiner Politik im Zuge der Corona-Pandemie als „einen Krieg gegen den Präsidenten“. (Symbolfoto)
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Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro empfindet die Kritik an seiner Politik im Zuge der Corona-Pandemie als „einen Krieg gegen den Präsidenten“. (Symbolfoto)

Corona-Pandemie in Brasilien

„Krieg gegen den Präsidenten“: Jair Bolsonaro sieht sich als Opfer

  • Ute Fiedler
    vonUte Fiedler
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In Brasilien schießen die Corona-Fallzahlen in die Höhe. Doch Präsident Jair Bolsonaro bleibt untätig und beklagt die Kritik als „Krieg gegen den Präsidenten“. Derweil werden die Medikamente knapp.

  • In Brasilien haben sich an einem Tag mehr als 90300 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. 2724 Menschen starben.
  • Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro sieht sich als Opfer der stärker werdenden Kritik.
  • Laut dem Rat der Gesundheitsminister in Brasilien werden die Medikamente knapp.

Brasília - Im Zuge der Corona-Krise und ihre dramatischen Auswirkungen in Brasilien zeigt sich Präsident Jair Bolsonaro weiter uneinsichtig. Im Zuge der immer stärker werdenden Kritik an seiner Person und den von ihn ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus sieht sich Bolsonaro als Opfer. Er empfinde die Kritik als „Krieg gegen den Präsidenten“.

Wie CNN berichtet, spielte Jair Bolsonaro am Donnerstag (18.03.2021) erneut die Gefährlichkeit des Coronavirus herunter. Es scheine so, als ob die Menschen in Brasilien ausschließlich an Covid stürben, sagte der Präsident vor Anhängern vor dem Präsidentenpalast. Laut CNN war er zu dem Termin ohne Maske erschienen. Zwar seien die Krankenhäuser in Brasilien derzeit mit 90 Prozent fast ausgelastet. Aber man müsse herausfinden, wie viele der Patienten tatsächlich an Covid erkrankt seien, sagte Bolsonaro.

Brasilien meldet an einem Tag mehr als 90300 neue Corona-Fälle

Erst am Mittwoch (17.03.2021) hatte Brasilien den höchsten Anstieg an Corona-Neuinfektionen verzeichnet: Mehr als 90300 Fälle wurden gemeldet, 2724 Menschen sind an dem Virus gestorben. Insgesamt hat die Corona-Pandemie in dem südamerikanischen Land laut Johns-Hopkins-University bis Donnerstag 287499 Menschen das Leben gekostet. Nach den USA ist somit Brasilien das weltweit am zweitstärksten von der Corona-Krise betroffene Land.

LandBrasilien
HauptstadtBrasília
Bevölkerung209,5 Millionen (2018)
PräsidentJair Bolsonaro (seit 2019)

Er bedauere die Todesfälle, sagte Jair Bolsonaro. Doch bezweifle er die Wirksamkeit eines Lockdown. Im Gegenteil: Die Menschen würden so an Arbeitslosigkeit leiden, wird der brasilianische Präsident von CNN zitiert. Er kenne kein Land, in dem der Kampf gegen das Coronavirus mit diesen Maßnahmen erfolgreich sei.

Der Rechtspopulist hatte das Coronavirus seit seinem Ausbruch verharmlost und bezweifelt mittlerweile auch den Sinn der Impfungen. Trotzdem habe die brasilianische Regierung laut NTV in der vergangenen Woche 100 Millionen Impfdosen des Vakzins von Biontech und Pfizer sowie 38 Millionen Dosen von Johnson & Johnson bestellt.

Die Kritik an der Politik und den Maßnahmen des brasilianischen Präsidenten zur Eindämmung des Coronavirus wird immer lauter. Laut CNN erklärte der ehemalige Präsident Luiz Inacio Lula da Silva, die Situation in Brasilien sei außer Kontrolle geraten. Zudem hatten am Wochenende die Gouverneure des Landes Bolsonaro in einem Schreiben aufgefordert, unter anderem den Betrieb von Flughäfen, Häfen, Autobahnen und Eisenbahnen im Land einzuschränken.

Gesundheitsbehörden in Brasilien: Corona-Medikamente könnten knapp werden

Auch Brasiliens Federal Pharmacy Council (CFF) schlägt wie CNN berichtet Alarm. Die große Anzahl von Covid-19-Fällen sei besorgniserregend, da Medikamente knapp würden. Laut dem Rat der Gesundheitsminister in Brasilien könnte der Vorrat der Medikamente innerhalb der nächsten 20 Tage aufgebraucht sein.

Erst am Montag (15.03.2021) hatte Bolsonaro angekündigt, zum vierten Mal seit seinem Amtsantritt einen Wechsel an der Spitze des Gesundheitsministeriums vorzunehmen. Marcelo Queiroga soll das Amt übernehmen. Sein Vorgänger Eduardo Pazuello, ein General, verfügte über keine medizinische Erfahrung. (uf)

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