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Großbritannien

Corona in Großbritannien: Regierung feiert sich selbst und lässt sich von Hollywood inspirieren

  • Stefan Krieger
    vonStefan Krieger
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Zehn Millionen Menschen sind in Großbritannien bereits gegen Corona geimpft - und Gesundheitsminister Matt Hancock enthüllt, dass ein Film Anregungen für das Programm gab.

  • Großbritannien ist besonders hart von der Corona-Pandemie getroffen.
  • Beim Impfprogramm sind die Briten der EU allerdings um einiges voraus.
  • Gesundheitsminister Matt Hancock enthüllt jetzt einen Quelle für das Programm.

London - Großbritannien hat mehr als zehn Millionen Menschen mit einer ersten Dosis gegen das Coronavirus geimpft. Seit dem Start der Impfkampagne Anfang Dezember hätten zudem fast 500.000 Menschen eine zweite Impfung erhalten, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Premierminister Boris Johnson, der bis Mitte Februar 15 Millionen Menschen impfen lassen will, nannte die Zahl einen „Meilenstein“.

Bei einer Pressekonferenz in London sagte Boris Johnson, nach den vorliegenden Zahlen seien fast 90 Prozent der über 75-Jährigen sowie alle Senioren in Pflegeheimen geimpft worden. „Viele Menschen und Gruppen sind verantwortlich für das britische Impfprogramm“, sagte der Premier. „Ihrem Einsatz, dem größten in der Geschichte unseres nationalen Gesundheitssystems, ist es zu verdanken, dass wir heute diesen Meilenstein überschritten haben.“

Corona in Großbritannien: Tipps aus Hollywood

Auch Gesundheitsminister Matt Hancock nannte die Marke von zehn Millionen „sehr bedeutsam“. Die Regierung in London will in den kommenden Wochen die Corona-Maßnahmen lockern. In diesem Zusammenhang gab Hancock hat auch zu, dass der Hollywood-Film „Contagion“ seine Strategie für das britische Coronavirus-Impfprogramm teilweise beeinflusst habe. „Contagion“ (engl. für „Ansteckung“) ist ein Thriller aus dem Jahr 2011 des Regisseurs Steven Soderbergh, der eine Pandemie eines tödlichen Virus thematisiert.

Britischer wird‘s nicht: Boris Johnson (li.) und Matt Hancock beim Tee.

Der britische Minister sagte, der Film mit Matt Damon habe ihn darauf vorbereitet, was passiert, wenn weltweit der Bedarf an Impfstoffen besteht. Der Film hätte die Entscheidung der britischen Regierung, so früh wie möglich große Mengen an Impfstoff zu bestellen, mit vorangetrieben.

„In dem Film wird gezeigt, dass der Moment des Handelns rund um das Impfprogramm nicht vor der Entwicklung eines Impfstoffs liegt, sondern, wenn Wissenschaftler und Hersteller im richtigen Tempo zusammenarbeiten, danach, wenn es eine große Reihe von Prioritäten um die Verteilung gibt“, sagte Hancock. Allerdings „würde ich nicht sagen, dass dieser Film meine Hauptquelle für Ratschläge war“, fügte der Minister hinzu.

Britische Regierung sieht sich in ihrer Impfstrategie bestätigt 

Anders als die EU musste Großbritannien jüngst keine Reduzierung seiner Liefermengen beim heimischen Astrazeneca-Impfstoff hinnehmen. Großbritannien verfolgt zudem eine andere Impfstrategie als viele andere Länder. Dort wird die zweite Impfdosis erst nach bis zu zwölf Wochen verabreicht. Das hat laut neuen Untersuchungen von Astrazeneca aber keine negative Auswirkung auf die Wirksamkeit des Impfstoffs.

Nach einer ersten Impfung bestehe durch das Vakzin von Astrazeneca eine Effizienz von 76 Prozent bei der Vermeidung einer Corona-Erkrankung, hieß es weiter. Diese Wirksamkeit bleibe für drei Monate erhalten. Bei Verabreichung einer zweiten Dosis nach drei Monaten steige die Wirksamkeit auf 82 Prozent. Das Risiko einer Verbreitung des Virus werde bereits nach einer ersten Impfung um 67 Prozent verringert.

Impfstoff von Astrazeneca: Übertragung des Coronavirus um zwei Drittel verringert

„Das zeigt der Welt, dass der Wirkstoff aus Oxford gut arbeitet“, sagte Großbritanniens Gesundheitsminister Matt Hancock. Er bezeichnete die Ergebnisse der Studie als „gute Neuigkeiten“.

Indem der von Astrazeneca und der Universität Oxford gemeinsam entwickelte Wirkstoff die Übertragung des Coronavirus um zwei Drittel verringere, werde die Strategie der britischen Regierung im Kampf gegen die Krankheit unterstützt. Dazu zählt das Hinauszögern der zweiten Impfung auf ein Intervall von drei Monaten, um möglichst viele Menschen zum ersten Mal impfen zu können.

Ungeachtet der Erfolge bei den Impfungen hat Großbritannien aber nach wie vor große Probleme im Kampf gegen die Pandemie Noch immer hat das Land eine der höchsten Corona-Todesraten in der ganzen Welt. (Stefan Krieger mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Stefan Rousseau

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