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Corona-Lage in Brasilien: Fast 140.000 Neuinfektion - neuer Höchststand

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Von: Katja Thorwarth

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Jair Bolsonaro (M), Präsident von Brasilien, hat lange Zeit das Coronavirus verharmlost.
Jair Bolsonaro (M), Präsident von Brasilien, hat lange Zeit das Coronavirus verharmlost. © Marcelo Chello/dpa

Brasilien ist nach den USA das am stärksten von Corona betroffene Land. Auch dort steigt die Zahl der Neuinfektionen rapide.

Update vom Mittwoch, 19.01.2022, 09.10 Uhr: Brasilien hat mit 137.103 Fällen innerhalb von 24 Stunden laut den Zahlen des Gesundheitsministeriums vom Dienstag einen neuen Höchststand bei den Corona-Infektionen verzeichnet. Der bisherige Höchststand datierte vom 23. Juni 2021, als innerhalb von 24 Stunden 115.228 neue Ansteckungen registriert wurden. Das Land mit 213 Millionen Einwohnern verzeichnete seit Pandemie-Beginn 621.517 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus - die zweithöchste Zahl nach den USA.

Wie in zahlreichen anderen Ländern hatten die Corona-Infektionen zuletzt wieder deutlich angezogen. „Der Höhepunkt dürfte im Februar erreicht sein und die Situation sollte sich wieder stabilisieren“, erklärte die Epidemiologin Ethel Maciel von der Hochschule Universidade Federal do Espírito Santo (Ufes) der Nachrichtenagentur AFP. „Aber wir wissen noch nicht, wie sich der Karneval auswirken wird“, der Ende Februar beginnt, warnte sie.

Der Straßenkarneval wurde in den meisten brasilianischen Metropolen bereits abgesagt. Es ist immer noch unklar, ob die Paraden der Sambaschulen im symbolträchtigen Sambodrom von Rio de Janeiro stattfinden wird.

Corona-Lage in Österreich: Impfpflicht soll im Februar kommen

+++ 14.10 Uhr: Die österreichische Regierung hat am Sonntag den Gesetzentwurf für die geplante Corona-Impfpflicht vorgelegt. Die Impfpflicht für Erwachsene ab 18 Jahren soll demnach wie geplant Anfang Februar in Kraft treten, in einer Übergangsphase bis Mitte März soll es allerdings noch keine Strafen für Ungeimpfte geben. Ausnahmen von der Impfpflicht soll es für Schwangere und für Menschen geben, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können.

„Wir werden wie vorgesehen die Impflicht beschließen“, sagte Bundeskanzler Karl Nehammer, der die Details des Vorhabens mit Verfassungsministerin Karoline Edtstadler und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein vor Journalisten in Wien vorstellte.

Laut dem Gesetzentwurf, auf den sich die Regierungsparteien ÖVP und Grüne mit der sozialdemokratischen SPÖ und den liberalen Neos geeinigt haben, soll die Impfung für Jugendliche zwischen 14 bis 17 Jahren freiwillig bleiben. Ursprünglich wollte die Regierung nur Kinder unter 14 Jahren von der Impfpflicht ausnehmen.

Auch in Österreich wird gegen die Corona-Impfpflicht protestiert. Die kommt aber wohl im Februar.
Auch in Österreich wird gegen die Corona-Impfpflicht protestiert. Die kommt aber wohl im Februar. © Fotokerschi.At/Werner Kerschbaum/dpa

Corona-Demo in Paris: Journalisten von Rechtsextremen attackiert

Update vom Sonntag, 16.01.2022, 12.45 Uhr: Zehntausende Menschen haben am Samstag in Frankreich gegen die Einführung des neuen Corona-Impfpasses protestiert. Alleine in Paris fanden vier Kundgebungen statt. Auch in Städten wie Montpellier, Toulouse, Lyon, Nantes, Bordeaux und Marseille gingen Gegner der Maßnahme auf die Straße. Das Innenministerium sprach von insgesamt 54.000 Teilnehmenden. Zehn Demonstranten wurden festgenommen, vier davon in Paris.

Nahe dem Pariser Eiffelturm beteiligten sich rund 5800 Menschen an einer Demonstration, zu der die rechte Partei Les Patriotes aufgerufen hatte. Dabei wurden Journalisten der Nachrichtenagentur AFP von einer Gruppe mutmaßlicher Rechtsextremisten attackiert. Als sich Sicherheitskräfte schützend vor die Journalisten stellten, wurden sie mit Schlagstöcken und Flaschen attackiert. Einer von ihnen erlitt eine Verletzung am Kopf. AFP-Informationsdirektor Phil Chetwynd verurteilte den „unerträglichen Angriff“.

In Paris gingen am Samstag 5000 Menschen gegen den Corona-Pass auf die Straße.
In Paris gingen am Samstag 5000 Menschen gegen den Corona-Pass auf die Straße. © Geoffroy van der Hasselt/afp

Der neue Impfpass soll den bisher geltenden Gesundheitspass ersetzen und entspricht der deutschen 2G-Regel. Künftig ist auch in Frankreich der Nachweis einer Corona-Impfung oder einer Genesung per QR-Code notwendig, um Einkaufszentren, Cafés, Restaurants oder kulturelle Veranstaltungen besuchen zu können. Ein negativer Test reicht dann nicht mehr aus.

Corona in den Niederlanden: Lockerungen angekündigt - aber nicht für Restaurants

Update vom Samstag, 15.01.2022, 11.45 Uhr: Der niederländische Regierungschef Mark Rutte hat eine Lockerung der strikten Corona-Maßnahmen angekündigt. Geschäfte, Fitnessstudios, Friseure und Sexshops dürfen ab Samstag wieder öffnen, wie Rutte am Freitag vor Journalisten ankündigte. Bars, Restaurants, Cafés und kulturelle Einrichtungen bleiben demnach weiterhin geschlossen - mindestens bis zum 25. Januar.

Der Ministerpräsident bezeichnete die Lockerungen als einen "großartigen Moment" für die Niederländer, die Weihnachten und Silvester zu Hause verbringen mussten, nachdem die strikten Regeln am 19. Dezember in Kraft getreten waren.

Gesundheitsminister Ernst Kuipers begründete den Schritt mit dem jüngsten Rückgang bei der Zahl der Krankenhauseinweisungen. Es sei jedoch noch zu früh, Bars und andere gastronomische Einrichtungen wieder zu öffnen, betonte Rutte.

Corona in Frankreich: Fernzug-Verbot für Ungeimpfte – Lehrer streiken gegen Regeln

+++ 10.30 Uhr: Aus Protest gegen die als chaotisch empfundene Corona-Politik an Schulen haben Lehrergewerkschaften für Donnerstag zum Streik aufgerufen. „Die Regierung kündigt Regeln an, ohne darüber nachzudenken, was das in der Praxis bedeutet“, sagte Olivier Flipo, ein Schuldirektor in Val d‘Oise der Nachrichtenagentur AFP. Tatsächlich wurde das Protokoll für die Schulen seit dem Ende der Weihnachtsferien bereits mehrfach geändert.

Die Gewerkschaften rechnen damit, dass sich bis zu Dreiviertel der Grundschullehrer am Streik beteiligen könnten. Landesweit sind mehrere Demonstrationen vorgesehen, in Paris beginnt die Protestveranstaltung um 14.00 Uhr. Im Unterschied zu früheren Lehrer-Streiks haben sich dieses Mal fast alle Gewerkschaften verbündet und werden zudem von Verbänden der Elternvertreter unterstützt.

Corona in Frankreich: Ungeimpfte dürfen nicht mehr in Fernzüge und Flugzeuge

+++ 10.00 Uhr: Frankreichs Senat hat die geplante Verschärfung der Corona-Regeln für Ungeimpfte in der Nacht zu Donnerstag mit Einschränkungen gebilligt. Um die fünfte Welle einzudämmen, erhalten Ungeimpfte damit schon bald keinen Zugang mehr zu Einrichtungen etwa der Gastronomie und Kultur und können keine Fernzüge und Flüge mehr nutzen. Bislang war dies noch mit einem aktuellen negativen Test möglich. Der Senat bestimmte aber, dass die Verschärfung nur solange gilt, wie sich mehr als 10.000 Corona-Patienten in französischen Kliniken befinden. Aktuell sind es rund 24.000 Patienten.

Wer in Frankreich künftig mit dem TGV reisen möchte, muss gegen Corona geimpft sein.
Wer in Frankreich künftig mit dem TGV reisen möchte, muss gegen Corona geimpft sein. © Thomas Coex/dpa

Auch Genesene sollen künftig den digitalen Corona-Pass erhalten, der uneingeschränkten Zugang zu Einrichtungen und Veranstaltungen ermöglicht, wie der Senat bestimmte. Die Pflicht zu einem Impfnachweis als Zugangsvoraussetzung soll außerdem erst ab 18 Jahren gelten.

Corona: Gericht in Quebec entzieht ungeimpftem Vater das Sorgerecht

Erstmeldung von Donnerstag, 13.01.2022, 07.30 Uhr: Montréal – In Kanada beträgt die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz 715,4; mit 77,68 Prozent weist das nordamerikanische Land eine höhere Quote der vollständig Geimpften aus als Deutschland. Dennoch sind die Behörden bemüht, die Impfquote weiter zu steigern. So wurde kürzlich etwa beschlossen, Cannabis und Bier nur noch gegen Impfausweis auszugeben.

Zu noch radikaleren Maßnahmen griff jetzt ein Gericht in der kanadischen Provinz Québec. Dort wurde einem impfskeptischen Vater vorübergehend das Sorgerecht für sein Kind entzogen. Die Entscheidung, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, ist bereits vom 23. Dezember 2021. Darin heißt es, dass es nicht im „besten Interesse“ des Kindes sei, „Kontakt zu seinem Vater zu haben, wenn dieser nicht geimpft ist und sich in der aktuellen epidemiologischen Situation gegen Gesundheitsmaßnahmen ausspricht“.

Corona-Lage in Kanada: Ungeimpfter Vater nicht im Interesse des Kindeswohls

Hintergrund ist, dass der Vater ursprünglich beantragt hatte, sein Sorgerecht für den 12-jährigen Sohn über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel zu verlängern. Der Richter aber hob alle seine Rechte bis Februar auf, es sei denn, er entscheidet sich noch für eine Corona-Impfung.

Auch in Kanada wehren sich Gruppen gegen die Corona-Impfung.
Auch in Kanada wehren sich Gruppen gegen die Corona-Impfung. © Artur Widak/ Imago

Grund hierfür seien die Äußerungen des Vaters in den sozialen Medien. Wie der Richter feststellte, demonstriere er auf Internetplattformen, „dass er sich offenbar gegen Impfungen und Gesundheitsmaßnahmen ausspricht“. Der Schutz des Kindes vor dem Coronavirus sei daher auch angesichts der hochansteckenden Omikron-Variante nicht gewährleistet.

Corona-Ansteckungen steigen in Kanada/Quebec stark an

Québec verzeichnet seit mehreren Wochen einen starken Anstieg der Ansteckungen und Krankenhauseinweisungen aufgrund der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante. Mehr als 90 Prozent der Erwachsenen in Québec sind geimpft. Die französischsprachige Provinz hat beschlossen, härter gegen Impfverweigerer vorzugehen. (ktho/afp)

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