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„Populistische“ Lockerungspolitik: Lauterbach rechnet mit neuer Corona-Welle

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Von: Jan-Frederik Wendt

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Der Bundesgesundheitsminister sagt stark steigende Neuinfektionen mit der Variante BQ.1.1 voraus. Er hält es für leichtsinnig, die Maskenpflicht weiter zu lockern.

Berlin - Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rechnet mit einer weiteren Corona-Welle im Winter. Als Grund nennt der Bundestagsabgeordnete die aktuell kursierende Virusvariante BQ.1.1. Daher hält der SPD-Politiker die Lockerungspolitik vieler Bundesländer für falsch. Für eine Entwarnung in der Corona-Pandemie sei es noch zu früh, sagte Lauterbach dem Sender BR24.

„Ich glaube, dass wir noch einmal eine Winterwelle bekommen werden“, sagte der Sozialdemokrat in der BR24-Sendung „Thema des Tages“. Bereits im Oktober habe es 1.000 Corona-Tote pro Woche und eine unerwartet hohe Übersterblichkeit gegeben, sagte Lauterbach. Er verstehe deshalb die Eile der Bundesländer bei den Lockerungen nicht.

Corona-Pandemie: Lauterbach hält Lockerungspolitik für „populistisch“

 „Jetzt gibt es hier einen Überbietungswettbewerb: Welches Land kann zuerst lockern? Das ist ein Stück weit populistisch.“ Zudem gefährde es diejenigen, die sich selbst nicht gut schützen könnten, sagte Lauterbach.

Winterwetter in Leipzig
Im Winter: Lauterbach erwartet steigende Corona-Fallzahlen (Symbolfoto). © Jan Woitas/dpa

Der Bundesgesundheitsminister kritisiert Bayern und Schleswig. Die beiden Bundesländer diskutieren, die Corona-Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr in wenigen Wochen abzuschaffen. Diese Überlegungen bezeichnet Lauterbach als „leichtsinnig“. Der Bund werde sich diesen Plänen nicht anschließen. Im Fernverkehr will der Minister mindestens bis zum Auslaufen des Infektionsschutzgesetzes am 7. April 2023 an der Maskenpflicht festhalten.

Lauterbach rechnet im Frühjahr mit einer entspannteren Corona-Lage

Lauterbach rechnet erst im Frühjahr mit einer entspannteren Corona-Lage – vorausgesetzt, man habe die Winterwelle gut hinbekommen, Impflücken geschlossen und schwere Corona-Fälle erfolgreich mit Medikamenten behandelt. „Wir müssen zu mehr Normalität kommen, aber das muss gut vorbereitet sein“, sagte der Bundesgesundheitsminister.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am Freitag (25. November) 30.016 Corona-Neuinfektionen registriert. Die Coronavirus-Inzidenz lag bei 190,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland hatten 274 Todesfälle binnen 24 Stunden gemeldet.

Trotz über zwei Jahren Pandemie haben sich manche Menschen noch nicht einmal mit dem Virus angesteckt. Expert:innen haben dafür nun eine Theorie geäußert. (Jan Wendt)

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