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Corona-Welle in China: Peking droht Ländern mit Einreisebeschränkungen

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Von: Katja Thorwarth

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Die Corona-Welle in China sorgt für Diskussionen um Einreisebestimmungen.
Die Corona-Welle in China sorgt für Diskussionen um Einreisebestimmungen. © Ng Han Guan/dpa

Vor dem Hintergrund der Corona-Welle in China spricht sich die Regierung in Peking gegen strikte Einreisebestimmungen anderer Länder aus.

Peking - Wie wird die EU mit Reisenden aus China angesichts der dortigen Corona-Welle umgehen? Deutsche Amtsärzte haben im Vorfeld der Beratungen der EU am Dienstag für alle Einreisenden aus China eine einheitliche Corona-Testpflicht gefordert. Bei solch einer explosionsartigen Ausbreitung müsse man damit rechnen, dass das Virus mutiere, sagte Johannes Nießen, Vorsitzender des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, der Funke Mediengruppe (Dienstag).

Die Regierung in Peking hat sich ebenfalls vorab geäußert und die Einführung einer Corona-Testpflicht in mehreren Ländern scharf kritisiert. Das Land droht mit „Gegenmaßnahmen“. Einige Staaten hätten „Einreisebeschränkungen erlassen, die sich nur gegen chinesische Reisende richten“, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking am Dienstag. Dies entbehre „einer wissenschaftlichen Grundlage“, einige Praktiken seien „inakzeptabel“. China könnte „auf der Grundlage des Prinzips der Gegenseitigkeit Gegenmaßnahmen ergreifen“.

Corona-Welle in China: Die EU berät über Einreisebestimmungen für China-Reisende

Die EU berät am Dienstagnachmittag im Ausschuss für Gesundheitssicherheit (HSC), in dem die 27 Mitgliedsländer vertreten sind, über den Umgang mit der Corona-Welle in China. Am vergangenen Donnerstag hatten die Mitgliedstaaten keine gemeinsame Linie gefunden. Für diesen Mittwoch hat die schwedische EU-Ratspräsidentschaft eine Sitzung des Krisen-Reaktionsmechanismus IPCR einberufen.

China erlebt derzeit den weltweit höchsten Anstieg an Corona-Infektionen, die Krankenhäuser sind vielerorts überfüllt. Peking hatte Anfang Dezember in einer radikalen Kehrtwende seine strenge Null-Covid-Politik aufgegeben. Seither wurden die Corona-Restriktionen deutlich gelockert.

Corona-Welle in China: Lauterbach dringt auf einheitliche Regelung

China stellt wegen der Corona-Pandemie seit fast drei Jahren keine Touristenvisa mehr aus. Bei der Einreise aus dem Ausland gilt eine Quarantäne-Pflicht. Am 8. Januar wird diese Quarantäne-Pflicht aufgehoben, wodurch das Interesse von Chines:innen an Auslandsreisen sprunghaft anstieg. China-Besucher:innen müssen vor der Einreise aber weiterhin einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Etwa ein Dutzend Staaten, darunter die USA, Japan, Israel und auch europäische Staaten wie Frankreich, Spanien und Großbritannien ordneten bereits eine Corona-Testpflicht für Reisende aus China an. Marokko ging sogar einen Schritt weiter und untersagte unabhängig von der Nationalität der Reisenden jegliche Einreisen aus China.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) dringt auf EU-einheitliche Maßnahmen. Zu einer Corona-Testpflicht für China-Reisende hatte er am Freitag erklärt, er sehe dafür derzeit keine Veranlassung. Deutschland bereite aber im Verbund mit anderen europäischen Staaten ein System zum „Varianten-Monitoring“ an Flughäfen vor, um beim Auftreten besorgniserregender neuer Varianten des Coronavirus sofort reagieren zu können. (ktho/AFP/dpa)

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