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Corona-Virus

Ursprung des Coronavirus: Wuhan-Report der WHO bietet Stoff für Kontroversen

  • vonFabian Kretschmer
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Der Ursprung des Virus bleibt auch nach der WHO-Untersuchung fragwürdig.

China - Der Wuhan-Report der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bringt beileibe keine bahnbrechenden Erkenntnisse mit sich: Dass das Coronavirus höchstwahrscheinlich von Fledermäusen aus Südchina oder Südostasien stammt, vermuteten viele Wissenschaftler:innen bereits seit Monaten. Und dass der Erreger nicht direkt auf den Menschen übertragen wurde, sondern über einen Zwischenwirt – etwa Schuppentiere – ausgebrochen sei, galt ebenfalls als favorisierte These in akademischen Zirkeln.

Dennoch beinhaltet der Bericht durchaus Stoff für kontroverse Diskussionen. Insbesondere eine Aussage hat deutliches Kopfschütteln ausgelöst: Die Laborthese, so heißt es, sei derart unwahrscheinlich, dass weitere Nachforschungen nicht empfohlen würden. Denn Laborunfälle seien äußerst selten, zudem hätten die Wissenschaftsinstitute in Wuhan zu keinem Virus geforscht, der Sars-CoV-2 ähneln würde.

WHO-Report aus Wuhan: Coronavirus nicht von Menschenhand erschaffen

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Virus über gefrorenes Fleisch aus China verbreitet hat, ist laut WHO gering.

Zunächst geht es bei der Labortheorie nicht darum, dass das Virus von Menschenhand manipuliert oder gar erschaffen wurde. Jene Vermutungen wurden längst widerlegt. Doch dass das Virus versehentlich aus den Räumlichkeiten eines der Hochsicherheitslabore entwichen sein könnte, wäre durchaus möglich.

Die Einschätzung der WHO fußt nun vor allem auf Interviews mit chinesischen Labormitarbeiter:innen – also Personen, die wohl als direkt Betroffene am stärksten unter Druck stehen. All das lässt die Angelegenheit zur reinen Vertrauensfrage werden: Entweder schenkt man den Aussagen Glauben - oder zweifelt sie an. Dass an diesem Punkt jedoch die Nachforschungen aufhören sollen, wirkt angesichts der langen Liste an Vertuschungsaktionen der chinesischen Regierung befremdlich.

Beginn der Corona-Pandemie - Politischer Druck auf WHO-Mission

Zu Beginn der Corona-Pandemie verboten die Behörden es infizierten Patient:innen, mit ausländischen Journalistinnen und Journalisten zu sprechen. Später versperrte sie Teams, die zu Recherchen über den Ursprung des Virus die Fledermaushöhlen in der Provinz Yunnan besuchen wollten, den Weg – und zwar wortwörtlich: durch abgesperrte Straßen und aufgestochene Autoreifen.

Ebenfalls zensierte sie sämtliche Forschung zu der Ursprungsfrage, die zunächst von staatlicher Hand genehmigt werden musste. Der politische Druck, der auf der WHO-Mission lastete, war ohne Frage immens. Über ein Jahr hat es nach Ausbruch der Pandemie gedauert, bis die Delegation überhaupt nach Wuhan einreisen durfte.

WHO-Mission in China: Hindernisse auf der Suche nach Corona-Ursprung

Auch die Reise selbst verlief gänzlich anders, als eine unabhängige Untersuchung idealerweise laufen sollte. Die internationalen Forscher:innen wurden stets von einer chinesischen Delegation begleitet, die den Hauptteil der Arbeit übernommen hat. Die WHO-Gruppe bekam oftmals keine Rohdaten, sondern vorher ausgewertete und interpretierte Ergebnisse vorgelegt. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hat China vorgeworfen, der Expertenmission nicht genügend Daten zur Verfügung gestellt zu haben. Bei der offiziellen Vorstellung des Berichts zu der Mission forderte Tedros zudem, die These, das Virus könne aus einem Labor entwichen sein, weiter zu untersuchen.

Rubriklistenbild: © AFP

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