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Tests für zu Hause

Corona: Sonderzulassung für drei Selbsttests erteilt - so funktionieren die Tests für zu Hause

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Die ersten Selbsttests für zu Hause sind zugelassen, weitere könnten bald folgen.

  • Schnelltests sollen dafür sorgen, dass sich mehr Menschen in Deutschland auf das Corona-Virus testen lassen.
  • Drei Schnelltests für medizinische Laiinnen und Laien sind nun freigegeben worden.
  • Die Selbsttests sollen nach 15 Minuten ein zuverlässiges Ergebnis liefern.

Frankfurt – Mehr Schnelltests an vielen Orten und auch für zu Hause – nicht nur in der Wissenschaft sind sich viele einig, dass das ein wichtiger Baustein für die Rückkehr zu einem wieder normaleren Leben wäre. Jetzt hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) für die ersten drei Selbsttests für medizinische Laiinnen und Laien eine Sonderzulassung erteilt.

Eigentlich sollten ab dem 1. März auch genug kostenlose herkömmliche Schnelltests zur Verfügung stehen, um damit einen Großteil der Bevölkerung testen zu können. So hatte es Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zunächst angekündigt. Dabei geht es allerdings nicht um Tests, die man zu Hause selbst machen kann, sondern um solche, die geschultes Personal vornehmen muss.

Unter anderem sollen sie künftig in Apotheken angeboten werden. Das Datum kann allerdings nicht gehalten werden, da das Corona-Kabinett auf die Bremse gedrückt hat – unter anderem soll erst noch geklärt werden, wie sich ein vermehrtes Testen mit Öffnungsschritten koppeln lässt. Das weitere Vorgehen soll nun beim nächsten Bund-Länder-Treffen am kommenden Mittwoch (03.03.2021) besprochen werden.

Schnelltests waren bislang nur erlaubt, wenn geschultes Personal sie durchführt. Jetzt werden sie für alle möglich.

Schnelltests für zu Hause: Unangenehmer Rachenabstrich entfällt

Schnelltests weisen anders als die als Goldstandard geltenden PCR-Tests nicht komplette Viren in den Schleimhäuten nach, sondern suchen nach bestimmten Molekülen, die charakteristisch für einen Erreger sind. Für die bisher in Deutschland ausschließlich erhältlichen Schnelltests muss von geschultem Personal ein Abstrich aus dem tiefen Nasen- und Rachenraum genommen werden. Ein Unterschied zum PCR-Test besteht darin, dass die Proben nicht im Labor untersucht werden, das Ergebnis zeigt sich auf einem Teststreifen bereits nach kurzer Zeit. Schnelltests gelten als etwas weniger zuverlässig; ein positiver Befund muss deshalb noch durch einen PCR-Test abgesichert werden.

Einige Schnelltests sind auch in der Lage, die Virusvarianten aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien nachzuweisen, darunter auch das Produkt der zwei zum Bioanalytikkonzern Eurofins gehörenden hessischen Unternehmen Virotech und Novatec.

Für viele Menschen dürften freilich vor allem Tests für den Hausgebrauch attraktiv sein. Der große Vorteil: Die unangenehme Entnahme eines Abstrichs aus dem tiefen Rachen- und Nasenbereich entfällt, man muss nirgendwo hin, sondern kann den Test ganz in Ruhe zu Hause machen und das Ergebnis anschließend ablesen. Das könnte dazu führen, dass sich viel mehr Menschen als bisher testen. Letztlich könnten dadurch auch weitaus mehr Infizierte erkannt werden. Der Nachteil: Wenn man die Probe nicht richtig entnimmt, kann sich das auf das Ergebnis auswirken – und man würde sich schlimmstenfalls selbst und andere in falscher Sicherheit wiegen.

Schnelltests für zu Hause: Ergebnis nach 15 Minuten

Bei den drei jetzt in Deutschland zugelassenen Tests handelt es sich um solche, bei denen der Abstrich aus der vorderen Naseninnenwand genommen wird, man also das Stäbchen anders als bei den üblichen Schnelltests nicht tief in die Nase einführt. Die Probe wird dann auf einem Streifen in Kontakt mit einer Lösung gebracht, das Ergebnis soll innerhalb von 15 Minuten vorliegen. Studien haben Hinweise geliefert, dass diese Art von Selbsttest bei richtiger Anwendung so zuverlässig ist wie ein professioneller Abstrich aus dem tiefen Nase-Rachen-Bereich.

Ebenfalls einfach zu handeln sind Spucktests. Hierbei wird nicht in Proben aus der Nase oder dem Rachen, sondern im Speichel nach Spuren des Coronavirus gesucht. Dafür spuckt man in ein Beutelchen, entnimmt mit einer Pipette dann den Speichel und trägt ihn auf eine Kassette auf. Auch hier soll das Ergebnis nach 15 Minuten vorliegen.

Schnelltests: Im März soll ein Gurgeltest für zu Hause verfügbar sein

Gurgeltests gibt es für die Heimanwendung ebenso wie für die Diagnose im Labor. Wichtig ist, dass ausreichend lang (je nach Hersteller zwischen 30 Sekunden und einer Minute) und gründlich gegurgelt wird. Die Flüssigkeit wird dann in ein Behältnis gespuckt. Gurgeltests hat in Deutschland unter anderem das Mannheimer Unternehmen Pharmact in Zusammenhang mit dem Universitätsklinikum Mannheim entwickelt. Einer besteht aus einer Kombination aus einem Gurgeltest mit einem Abstrich im vorderen Nasenbereich, der allerdings von professionellem Personal genommen und im Labor analysiert werden muss. Dieser Test soll laut Angaben des Unternehmens eine Spezifität und Sensitivität von mehr als 99 Prozent besitzen. Im März soll vom gleichen Hersteller zudem ein Schnelltest zum Gurgeln für zu Hause auf den Markt kommen.

Bislang dürfen Gurgel- und Spuck-Selbsttests in Deutschland noch nicht an Privatpersonen verkauft werden. Wie das Medizinportal DocCheck berichtet, sind beim BfArM aber bis Mitte Februar fast 30 Anträge auf die Sonderzulassung von Tests für Laiinnen und Laien gestellt worden. Sie würden dort „mit höchster Priorität behandelt, um solche Tests so schnell wie möglich verfügbar zu machen“, wird ein BfArM-Sprecher zitiert. (Pamela Dörhöfer)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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