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Pandemie

Corona in Taiwan: Das Musterland erlebt die erste Welle

  • VonFabian Kretschmer
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Das bisherige Corona-Musterland meldet wie Vietnam mehr Infektionen. In Taipeh kommt es zu Hamsterkäufen, die Straßen sind leergefegt.

Taipeh - Es scheint fast, als hätten die Menschen in Taiwan am wenigsten damit gerechnet, dass sie nun doch noch von der Pandemie erfasst werden. Hamsterkäufe in Supermärkten, ansonsten wie leergefegte Straßen: Die Bilder aus Taipeh muten dieser Tage wie eine Zeitmaschine an. Seit dem Wochenende schwappt eine Corona-Welle über Taiwan. Es ist die erste seit Ausbruch der Pandemie.

Denn im Frühjahr 2020 hat Taiwan praktisch als erster Staat entschlossen gehandelt: Sobald Nutzer:innen auf sozialen Medien vom neuartigen Erreger aus Wuhan berichteten, nahmen Taiwans Behörden die Alarmrufe ernst – und misstrauten den offiziellen Informationen chinesischer Staatsmedien, die die Gefahren zunächst verharmlosten.

Pandemie in Taiwan: Bislang nur 14 Covid-19 Opfer

Mit einem lückenlosen Quarantäne-System für Einreisende und aggressiver Kontaktverfolgung konnte sich die Pandemie in Taiwan niemals richtig ausbreiten: Nur 14 Menschen sind bislang an Covid gestorben, die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100 000 Personen lag maximal bei 0,6 – nun liegt sie bei 5,5. Allein am Mittwoch meldeten die Gesundheitsbehörden 267 Ansteckungen. Über Pilot:innen soll das Virus erneut ins Land gekommen sein, auch wenn der Ausbruch in einem Quarantäne-Hotel offiziell als eingedämmt galt. Später jedoch verbreiteten sich Erreger in Teehäusern – oft Orte für versteckte Prostitution – in Taipehs historischem Wanhua-Bezirk. Mittlerweile haben fast die Hälfte aller Landkreise Taiwans Fälle registriert.

Desinfektionskommando in Taipeh.

An sich sollte nicht weiter überraschen, dass eine Bevölkerung, die sich seit letztem Sommer praktisch wieder im Normalzustand befindet, im Alltag kaum mehr alarmiert ist. Dementsprechend leicht konnte sich das Virus nun ausbreiten.

Corona in Taiwan: Ein einziger Fall kann die Lage kippen lassen

Vielleicht lässt sich sogar konstatieren, dass Taiwans epidemiologischer Erfolg nun zum Verhängnis wird: Denn da der Inselstaat praktisch seit fast einem Jahr nur mehr wenige importierte Fälle zählte, haben die Behörden bislang kaum Erfahrungen mit infektiöseren Virusmutationen sammeln können. Die Behörden reagieren aber entschlossen: Landesweit gilt die dritte Warnstufe; von Schulen bis hin zu Kinos sind die meisten nicht-essenziellen Einrichtungen geschlossen. Wer ohne Maske auf die Straße geht, muss mit einer Geldstrafe von über 400 Euro rechnen.

TaiwanInselstaat 180 km östlich von China
PräsidentinTsai Ing-wen
Hauptstadt Taipeh
Bevölkerung23,57 Millionen (2020)

An Taiwan zeigt sich, dass Staaten mit No-Covid-Strategie – etwa Australien und China – ständig auf der Hut sein müssen, da nur ein einziger Fall, der durch das Quarantäne-System entweicht, die Lage zum Kippen bringen kann. Zudem benötigt es anhaltende Grenzschließungen, um den Status quo aufrechtzuerhalten.

Corona: Auch in Vietnam steigen die Zahlen

Ein nachhaltiger Normalzustand kann also auch für Taiwan nur mit Herdenimmunität erreicht werden. Doch bislang sind dort von 24 Millionen Menschen nur 245 000 Menschen geimpft.

Auch in einem weiteren asiatischen Land, das bisher als fast coronafrei galt, steigen die Zahlen: In Vietnam ist die Inzidenz diese Woche erstmals seit Pandemiebeginn über den Wert 1 gerutscht. Wie in Taiwan sind auch in Vietnam noch 99 Prozent der Menschen ungeimpft. (Fabian Kretschmer)

Rubriklistenbild: © dpa

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