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Corona-Pandemie

Studie zu Maßnahmen gegen Corona: Schulen als Infektionstreiber, Einzelhandel weniger

  • Matthis Pechtold
    vonMatthis Pechtold
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Eine Studie wertet die Wirkung der Maßnahmen 41 Ländern gegen das Coronavirus aus. Demnach seien Versammlungsverbote und Schulschließungen am effektivsten.

  • Eine Studie der Universität Oxford beurteilt die Effktivität von Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus.
  • Die Untersuchung von Maßnahmen in 41 Ländern zeigt, dass vor allem Schulschließungen und Versammlungsverbote gegen die Ausbreitung von Corona helfen.
  • Virologe Christian Drosten äußert sich auf Twitter zu der Studie.

Oxford - Gegen das Coronavirus sind Länder keinesfalls machtlos. Das ist die erste, wenig überraschende Erkenntnis einer Querschnittsstudie der Universität Oxford zur Effektivität von Corona-Maßnahmen, die im Wissenschaftsjournal „Science“ erschienen ist. Ohne staatliche Eingriffe läge die Reproduktionszahl R demnach bei 3,3 – die Ausbreitung langfristig stoppen lässt sich nur mit einem Wert von unter 1. Aber wie effektiv die Bekämpfung Corona-Pandemie mit den einzelnen verfügbaren Optionen ausfällt, ist immer wieder strittig, auch unter Expert:innen. Darauf gibt die Studie, als ungeprüfte Version bereits im Sommer erschienen, aufschlussreiche Antworten.

Schulen schließen gehört einer Studie zufolge zu den effektivsten Maßnahmen gegen Corona

Studie zu Maßnahmen gegen Corona: Was ist effektiv, was weniger?

Die Beschränkung von Treffen auf maximal zehn Personen gleichzeitig und die Schließung von Schulen sowie anderer Bildungseinrichtungen waren der Studie zufolge offenbar die effektivsten Maßnahmen gegen das Coronavirus. Ebenfalls interessant: Versammlungsverbote für mehr als 100 Personen und mehr als 1000 Personen hatten laut DPA nur mäßige Effekte.

Die Unterschiede zwischen den untersuchten Ländern fallen allerdings sehr groß aus. Ist die Reproduktionszahl um mehr als 35 Prozent im Zeitverlauf seit Beginn einer Maßnahme gesunken, gilt sie dem Forscherteam um Jan Brauner als „sehr effektiv“. Bei Versammlungsverboten lag der Effekt zwischen 17 und 60 Prozent, bei Schulschließungen im Bereich von 16 bis 54 Prozent, so berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

Studie zu Maßnahmen gegen Ausbreitung des Coronavirus: Christian Drosten reagiert

Mit den Daten der Johns Hopkins Universität (Maryland, USA) zu 34 europäischen und 7 nicht-europäischen Ländern hat die Studie außerdem die Wirksamkeit der Schließung von Läden und Einrichtungen wie Fitnessstudios, Kinos und Nachtclubs. Diese Maßnahme sei mit einer Senkung des R-Werts um durchschnittlich 18 Prozent vergleichsweise wenig effektiv. Ein pauschales Öffnungsverbot für alle Geschäfte, außer jenen mit systemrelevanter Funktion, stellte sich zwar im Untersuchungszeitraum von Januar bis Mai 2020 als wirkungsvoller heraus, aber nicht durchschlagend erfolgreich. Wie viel Ausgangssperren gegen die Verbreitung des Coronavirus helfen, konnte die Studie nicht einzeln ermitteln.

Auf Twitter betont Christian Drosten ein Ergebnis der Studie besonders: Schulschließungen hätten einen starken Effekt. Gleichzeitig gibt er zu verstehen, dass es auch Studien gebe, die solche Effekte nicht nachweisen konnten.

Für ganz Deutschland gilt seit Mittwoch (16.12.2020) ein sogenannter harter Lockdown, einzelne Bundesländer haben zusätzlich weitere Maßnahmen beschlossen. So gelten in einzelnen Kreisen und Städten in Hessen Ausgangssperren. Bis mindestens zum 10. Januar müssen alle Läden geschlossen bleiben, ausgenommen solche, die eine Grundversorgung sicherstellen. Es gelten Kontaktbeschränkungen, die über die Weihnachtstage etwas gelockert werden. (Matthis Pechtold)

Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth/dpa

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