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Corona USA

Anthony Fauci: Donald Trump soll zur Impfung aufrufen

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
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Die USA kommen bei den Impfungen gegen das Coronavirus gut voran. Dem führenden Immunologen Anthony Fauci geht es jedoch nicht schnell genug.

  • Die Vereinigten Staaten verzeichnen einigermaßen stabile Neuinfektionszahlen mit dem Coronavirus.
  • Der Wille zur Impfung ist aber nicht in allen Bevölkerungsschichten gleich - besonders die Anhängerschaft von Donald Trump ist noch immer zurückhaltend.
  • Aktuelles rund um den ehemaligen Präsidenten der USA finden Sie in den Trump-News.

Washington D.C. - Anthony S. Fauci, der führende Experte für Infektionskrankheiten der USA, rief bei einem Gespräch mit dem Fernsehsender CNN den früheren US-Präsidenten Donald Trump dazu auf, seine Anhänger zu ermutigen, sich einer Coronavirus-Impfung zu unterziehen. Kürzlich durchgeführte Umfragen hatten gezeigt, dass besonders Trump-Anhänger noch immer zögern, sich einer Impfung zu unterziehen.

Die Befragungen hatten ergeben, dass fast die Hälfte der Männer, die sich als Anhänger der Republikaner bezeichneten und 47 Prozent derjenigen, die Donald Trump bei den Wahlen 2020 unterstützten, sagten, sie würden sich selbst dann nicht für eine Impfung entscheiden, wenn ihnen die Coronavirus-Impfstoffe frei zur Verfügung gestellt würden.

Im Gegensatz dazu gaben nur 10 Prozent der Befürworter von Präsident Joe Biden an, dass sie sich nicht für eine Impfung entscheiden würden, wenn ihnen eine angeboten würde. Fauci bezeichnete die Umfrageergebnisse als „extrem beunruhigend“. Ein Vorstoß von Trump „würde den Unterschied ausmachen. Er ist sehr beliebt bei den Republikanern“, sagte Fauci gegenüber „Fox News“.

Anthony Fauci (r), Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten.

Corona in den USA: Viele zögern mit den Impfungen

„Das ein so großer Teil einer bestimmten Gruppe von Menschen nur aus politischen Gründen nicht geimpft werden möchte, macht absolut keinen Sinn“, sagte Fauci. „Wir müssen die politische Überzeugung von den vernünftigen Erkenntnissen der öffentlichen Gesundheit trennen. “ Seit Wochen betont Fauci die Wirksamkeit der drei Coronavirus-Impfstoffe, von Biontech/Pfizer, Johnson & Johnson und Moderna, die Erwachsenen in den USA zur Verfügung stehen. „Was ist das Problem? Die Impfstoffe werden für Millionen Menschen lebensrettend sein.“

Faucis Alarm deckt sich mit dem anderer Experten des öffentlichen Gesundheitswesens, die ebenfalls Bedenken geäußert haben, ob die Vereinigten Staaten durch Impfstoffe eine Herdenimmunität erreichen können. Sie glauben, dass dies der Fall sein könnte, wenn zwischen 70 und 85 Prozent der Bevölkerung geimpft werden. Während sich die Nachrichten zur Impfstoffsicherheit auf das mögliche Zögern bestimmter Bevölkerungsgruppen konzentrierten, deuten die jüngsten Umfragen darauf hin, dass die Kluft zwischen den politischen Gruppen größer sein könnte.

Corona in den USA: Impfskeptiker auch im Kongress

So ist rund ein Viertel der Mitglieder des US-Kongresses nach Angaben der „Washington Post“ noch nicht gegen das Coronavirus geimpft. Sie weigerten sich entweder, eine Impfung zu erhalten, beantragten eine medizinische Ausnahmegenehmigung oder gaben keine Auskunft darüber, ob sie in ihrem Heimatstaat eine Impfung erhalten haben. Der Artikel gibt nicht an, welcher Partei die Mitglieder angehören, die den Impfstoff verweigern. Es wird jedoch berichtet, dass Verweigerung des Impfstoffs bei weißen Republikanern höher ist als bei jeder anderen Gruppe im Kongress.

Trotz der stabilen Corona-Neuinfektionszahlen in den Vereinigten Staaten warnte Fauci vor vorschnellen Lockerungen und einer Entwicklung wie in Europa. „Wenn Sie sich die Zahlen ansehen, sind wir noch nicht über den Berg“, sagte Fauci. Die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen sei in den letzten Wochen zwar gesunken und habe sich auf einem Niveau eingependelt, mit rund 60.000 neuen Fällen pro Tag seien die USA aber sehr anfällig für einen erneuten Anstieg.

„Genau das ist in Europa passiert: Die Zahl der Fälle ging zurück, es gab eine Stabilisierung, und die Gesundheitsvorkehrungen wurden zurückgefahren.“ Die Folge sei ein plötzlicher Anstieg der Neuinfektionen gewesen. „Wir können das vermeiden, wenn wir die Menschen weiter impfen und so immer mehr Schutz bekommen, ohne auf einmal die Gesundheitsmaßnahmen zurückzufahren“, sagte der Immunologe.

Impfkampagne in den USA: Mehr als 105 Millionen Menschen bereits geimpft

Unterdessen kommt die Impfkampagne in den USA rasch voran. Nach Angaben von Fauci - der das Weiße Haus unter Joe Biden und Vizepräsidentin Kamala Harris in Corona-Fragen berät - wurden allein am Samstag drei Millionen Impfdosen verabreicht. Insgesamt liegt die Zahl nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC bei mehr als 105,7 Millionen. 20,7 Prozent der Gesamtbevölkerung hat mindestens eine Impfung bekommen. 11,1 Prozent gelten als voll geimpft.

In einer Fernsehansprache hatte zuvor US-Präsident Joe Biden betont, dass alle Erwachsenen in den USA spätestens am 1. Mai geimpft werden könnten und dass er zuversichtlich sei, dass sich Freunde und Familienmitglieder bis zum 4. Juli in kleinen Gruppen versammeln könnten - pünktlich zu den Feiern des US-Unabhängigkeitstages. Er forderte die Menschen außerdem dazu auf, auf die Sicherheit und Wirksamkeit der Impfstoffe zu vertrauen. „Sprich mit deiner Familie, Freunden, deinen Nachbarn. Die Leute, die du am besten kennst, haben den Impfstoff bekommen. Jeder sollte sich impfen lassen “, sagte Biden. (Stefan Krieger)

Rubriklistenbild: © Evan Vucci

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