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Kalte Jahreszeit

Corona in der Erkältungssaison: Ärzte warnen vor „verschärften Bedingungen“

  • Pamela Dörhöfer
    vonPamela Dörhöfer
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Die kalten Jahreszeiten rücken immer näher. Ärztinnen und Ärzte warnen vor „verschärften Bedingungen“ im Herbst und Winter, besonders wegen Corona.

  • In den kalten Jahreszeiten kommt es vermehrt zu Atemwegsinfekten - dieses Jahr kommt auch Corona hinzu.
  • Ärzte und Ärztinnen sind in großer Sorge vor den Herbst-und Wintermonaten.
  • Die Erkältungssaison dieses Jahr läuft unter verschärften Pandemiebedingungen.

Frankfurt - Nur noch wenige Wochen, dann werden sie wieder in den – vermutlich überfüllten – Wartezimmern von Hausarzt- und HNO-Praxen sitzen: Frauen, Männer und Kinder mit Halsschmerzen, Husten, laufender Nase, vielleicht auch Fieber – den typischen Atemwegsinfekten eben, die in den kalten Monaten Hochsaison haben. Es ist ein Bild, das sich jeden Herbst und Winter wiederholt. In diesem Jahr allerdings kommt das Coronavirus hinzu, das bekanntlich die gleichen Symptome verursacht.

Herbst und Winter rücken immer näher: Ärzte und Ärztinnen wegen Corona besorgt

Diese Aussicht bereitet Ärztinnen und Ärzten Sorge. So warnt das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) vor einer Mehrfachbelastung von Covid-19, akuten Atemwegsinfektionen und der Grippe, die in den kommenden Monaten auf die Haus- und Facharztpraxen zukommen werde. Hintergrund ist eine aktuelle Auswertung der vertragsärztlichen Abrechnungsdaten aus den vergangenen drei Jahren.

Demnach kommt es alljährlich in Deutschland zu rund 32 Millionen akuten Atemwegsinfektionen (Corona nicht eingeschlossen), 68 Prozent davon treten im Herbst und Winter auf. Eingeschlossen in die Untersuchung des Zi wurden „unspezifische Infektionen der oberen Atemwege“ (Erkältungen oder grippale Infekte), akute Bronchitis sowie die Influenza (Grippe).

Zwei von drei Infekten werden im Winter diagnostiziert - dazu kommt noch Corona

Die Auswertung zeige, dass bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mehr als zwei von drei Infekten im Winter diagnostiziert würden, besonders häufig zwischen Januar und März, heißt es im Bericht des Zi. Im ersten Quartal eines Jahres treten demnach 38 Prozent der grippalen Infekte bei Kindern und Jugendlichen und mehr als 43 Prozent dieser Erkrankungen bei Erwachsenen auf.

Fast immer lautete bei all diesen Arztbesuchen die Diagnose grippaler Infekt und nur bei 4,8 Prozent Influenza (was aber nicht heißen muss, dass es nicht doch mehr Fälle gab, da sich die Grippe nur mit einem Test nachweisen lässt).

Corona: Erkältungssaison im Herbst und Winter unter Pandemiebedingungen

In diesem Jahr müsse sich die ambulante Versorgung „auf eine Erkältungssaison unter verschärften Pandemiebedingungen einstellen“, sagt Dominik von Stillfried, Vorstandsvorsitzender des Zi: Es sei deshalb „zwingend erforderlich“, dass die AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken) „auch im Wartezimmer konsequent umgesetzt werden“.

Hans-Albert Gehle, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, mahnt „umfangreiche Vorbereitungen“ an, „um im Herbst gewappnet zu sein“, wie das „Ärzteblatt“ berichtet. Dazu gehören seiner Ansicht nach eine adäquate Teststrategie, ausreichend Schutzmaterial und eine Stärkung des öffentlichen Gesundheitsdienstes.

Schon im Herbst rechnen Ärztekammern mit überfüllten Wartezimmern - nicht nur wegen Corona.

Ärztevertreter befürchten Engpässe bei Corona-Tests

Allerdings befürchten Ärztevertreter gerade bei den Corona-Tests Engpässe. So vermutet Ute Teichert, Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, dass mit der Grippesaison die Zahl der Abstriche um ein Vielfaches zunehmen und die Nachfrage die Kapazitäten der Labore übersteigen werde. Auch sei deshalb mit längeren Wartezeiten zu rechnen. Gerade die Grippe und Corona lassen sich lediglich mit einem Test sicher voneinander unterscheiden.

Mit Blick auf die zu erwartenden Engpässe sieht es der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte als sinnvoll an, Kinder nur bei begründetem Verdacht auf eine Corona-Infektion zu testen und nicht bei jedem Husten einen Abstrich zu nehmen. Laut der Untersuchung des Zi stellen Kinder und Jugendliche bei den alljährlichen üblichen Atemwegsinfekten die größte Patientengruppe. (Pamela Dörhöfer)

Eine neue Studie vermutet ebenfalls, dass während der Grippe-Welle auch Corona stärker übertragen wird. Eine Schnupfen-Erkrankung weist außerdem einen überraschenden Zusammenhang auf.

Rubriklistenbild: © Daniel Karmann/dpa

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