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Pandemie

Corona-Mutationen: Neue Virusvariante in Frankreich entdeckt – PCR-Tests könnten nutzlos sein

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Bei acht Personen in Frankreich soll eine neue Variante des Coronavirus aufgetaucht sein, die womöglich nicht mit klassischen PCR-Tests zu entdecken ist.

  • In Frankreich haben sich acht Personen mit einer neuen Corona-Mutation angesteckt.
  • Trotzdem wurden sie negativ auf das Coronavirus getestet.
  • Ein Experte fordert, dass neue Impftoffe zum Schutz gegen Mutanten entwickelt werden müssen.

Frankfurt – Bei acht Personen in Frankreich soll eine neue Variante des Coronavirus aufgetaucht sein, „die es schafft, sich vor dem PCR-Test zu verstecken“. So hat es das Medizinportal „DocCheck“ am Mittwoch (17.03.2021) berichtet. Entdeckt worden sei diese Variante bei einem Ausbruch mit 79 Menschen in einem Krankenhaus in der Bretagne. Weil acht der Betroffenen typische Symptome einer Infektion mit Sars-CoV-2 gezeigt hätten, der PCR-Test aber nur „schwach positiv oder negativ“ geblieben sei, hätte die Klinik eines Sequenzierung der Abstriche veranlasst.

Neue Corona-Variante aus Frankreich: Neun Mutationen am Spike-Protein

Bei dieser Analyse des Erreger-Genoms habe man festgestellt, dass die Patient:innen tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert gewesen seien. Es habe sich herausgestellt, dass es sich um eine neue Variante handele, „die unter anderem neun Mutationen im Spike-Protein trägt“. Noch ist nicht bekannt, ob sie infektiöser und krankmachender ist. In einer „dringenden Mitteilung“ schreiben die französischen Behörden: „Eine Bewertung ist im Gange, um die möglichen Auswirkungen dieser genetischen Veränderungen auf eine fehlende Erkennung durch virologische Tests zu beurteilen, was zu einer Unterdiagnose führen und wahrscheinlich die derzeit geltende Screening- und Kontaktverfolgungsstrategie beeinträchtigen könnte.“

Deutsche Fachleute bezweifeln laut „DocCheck“, dass die PCR-Tests diese Variante überhaupt nicht mehr entdecken. Bei diesem Testverfahren wird nach drei Genabschnitten von Sars-CoV-2 gesucht. Der Immunologe Joachim Schultze von der Universität Bonn und der Virologe Friedemann Weber von der Universität Gießen sehen es als unwahrscheinlich an, dass alle drei Reaktionen ausfallen.

Ein französischer Labortechniker analysiert Nasenabstrich-Proben (Archivbild).

Corona-Mutation aus Frankreich: „Zweite Generation“ Impfstoffe gefordert

Die Mutationsfreudigkeit von Sars-CoV-2 gibt auch im Hinblick auf die Schutzwirkung der existierenden Impfstoffe – die ja alle auf das ursprüngliche Virus ausgerichtet sind – Anlass zur Sorge. So ergab eine Studie der Universität Witwatersrand aus Johannesburg laut Ärzteblatt, dass das Vakzin von Astrazeneca nur noch mit einer Wirksamkeit von 10,4 Prozent vor milden bis moderaten Covid-Erkrankungen durch die südafrikanische Variante schützt.

Studienleiter Shabir Madhi sieht es deshalb als „zwingend“ an, eine „zweite Generation“ von Impfstoffen zu entwickeln. Diese müssten so konzipiert sein, dass sie auch vor „sich konstant entwickelnden“ Varianten des Virus schützen. Er geht davon aus, dass keines der existierenden Vakzine vor einer Übertragung schützt, dass aber alle bei der südafrikanischen Variante zumindest in der Lage sind, schwere Verläufe und Todesfälle zu verhindern. (Pamela Dörhöfer)

Rubriklistenbild: © Thibault Camus/AP/dpa

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