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Lauterbach stellt neue Corona-Impfkampagne vor

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Von: Erkan Pehlivan

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Karl Lauterbach stellt die neue Corona- und Impfkampagne vor. (Archivbild)
Karl Lauterbach stellt die neue Corona- und Impfkampagne vor. (Archivbild) © Kay Nietfeld/dpa

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat seine neue Impfkampagne vorgestellt. Er äußerte sich angesichts der steigenden Infektionszahlen besorgt.

Berlin – Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat am heutigen Freitag in Berlin eine neue Impf- und Corona-Kampagne vorgestellt. Mit auf dem Podium der Bundespressekonferenz war unter anderem die Publizistin Margarete Stokowski, die sich unter anderem für mehr Hilfe für Long-Covid-Patienten eingesetzt hatte. Derzeit breiten sich die Ansteckungen mit dem Corona-Virus in Deutschland wieder schneller aus.

Lauterbach stellte die neue Kampagne unter dem Motto „Ich schütze mich“ vor, die für Corona-Impfungen, aber auch für gegenseitige Vorsicht und Schutz mit Masken werben soll. Es sei keine Angstkampagne. „Es geht darum, dass wir als Gemeinschaft zusammenhalten.“

Corona-Virus: Zweite Auffrischung für Risikogruppen

In der Kampagne würden 84 „echte Personen“ von ihrem Schicksal, etwa auch zu länger anhaltenden Gesundheitsbeschwerden nach Infektionen (Long Covid) berichten. Es gebe lustige und „nicht so lustige“ Motive in der Kampagne. Geplant sind Veröffentlichungen in allen Medien.

In der Risikogruppe der Über-60-Jährigen haben bisher weniger als 30 Prozent eine vierte Corona-Impfung bekommen. Unterstützung bekommt Lauterbach auch vom Ärzteverband Marburger Bund. Auch dieser rief angesichts der aktuellen Entwicklung zum Gegensteuern auf und wies auf eine hohe Belastung in Kliniken hin.

Corona-Virus: Instrumente für Pandemie-Kontrolle vorhanden

Der Minister machte zudem deutlich, dass mit fortentwickelten Impfstoffen, Medikamenten für Infizierte und genaueren Daten die Instrumente für eine Pandemie-Kontrolle im Herbst und Winter vorhanden seien. Die Bundesregierung setze alles daran, dass die Corona-Krise in Zeiten des Ukraine-Krieges und hoher Inflation im Hintergrund bleibe und nicht zum bestimmenden Thema im Herbst und Winter werde.

Lauterbach forderte bereits vorab auch die Bundesländer zum Handeln auf. „Wir wollen keine Panik schüren, wir wollen die Länder auch nicht gängeln.“ Es müsse aber schon darauf hingewiesen werden: „Irgendwann müssen die Länder sich überlegen, wäre es nicht doch besser, die Maskenpflicht einzuführen,“ so Lauterbach.

Corona-Virus: Infektionen nehmen zu

Die derzeitige Lage: Das Corona-Infektionsgeschehen zieht tendenziell weiter an. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Freitagmorgen mit 760,1 angegeben. Am Vortag hatte der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 793,8 gelegen (Vorwoche: 577,5; Vormonat: 236,2).

„Die Richtung, in die wir unterwegs sind, ist keine gute“, sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin mit Blick auf steigende Zahlen bei Ansteckungen, Gestorbenen und Belastungen in Kliniken. „Es ist jetzt wirklich an der Zeit.“ Sinnvoll wäre, mit geringeren Einschränkungen jetzt zu arbeiten, als mit sehr drastischen spät zu reagieren. (Erkan Pehlivan/dpa)

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